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02.12.2012

16:30 Uhr

Nach Kampfkandidatur

Özdemir hat die Südwest-Grünen hinter sich

Das Desaster bleibt aus: Ein Jahr vor der Bundestagswahl stärkten die Südwest-Grünen ihrem Bundeschef Cem Özdemir trotz aller Befürchtungen den Rücken. Aus ihrer Sicht ist ein Machtwechsel zum Greifen nah.

Cem Özdemir wurde zum Spitzenkandidaten für die Landesliste zur Bundestagswahl 2013 gewählt. dpa

Cem Özdemir wurde zum Spitzenkandidaten für die Landesliste zur Bundestagswahl 2013 gewählt.

BöblingenNach der Zitterpartie wirkt Grünen-Bundeschef Cem Özdemir ganz entspannt. „Ich hätte es etwas knapper eingeschätzt“, räumt er ein. Kurz zuvor wählten die Südwest-Grünen den 46-Jährigen zu ihrem Spitzenkandidaten - zusammen mit der ebenfalls realpolitisch ausgerichteten Kerstin Andreae.

Bei beiden lief die Wahl trotz Kampfkandidaturen glatt - zur Überraschung der zahlreichen angereisten Journalisten. Vor dem Parteitag in Böblingen gab es Befürchtungen, dass der linke Flügel den Realpolitikern die Spitzenplätze auf der Liste zur Bundestagswahl verweigern und so Bundeschef Özdemir beschädigen könnte.

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Bei der vorherigen Wahl hatten die Grünen in Baden-Württemberg Cem Özdemir einen Listenplatz verweigert. Nun wählten sie den Bundesvorsitzenden zu ihrem Spitzenkandidaten. Damit ist ihm ein Bundestagsmandat fast sicher.

Nun aber ziehen die Südwest-Grünen geschlossen in den Bundestagswahlkampf, um die „Chaosregierung“ im Bund gemeinsam mit der SPD abzulösen. Auf ihnen ruhen auch die Hoffnungen der Bundespolitiker. Die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt etwa erwartet einen „großartigen Beitrag“ von den Grünen aus Baden-Württemberg, die bei der Bundestagswahl 2009 13,9 Prozent der Zweitstimmen erhielten - bundesweit waren es 10,7 Prozent.

Die Parteistrategen wollen nun am Ergebnis der Landtagswahl 2011 von 24,2 Prozent anknüpfen. Auch Özdemir sieht Baden-Württemberg als „Zugpferd“ für die Bundestagswahl. Immerhin regiert dort mit Winfried Kretschmann der erste grüne Ministerpräsident und mit Fritz Kuhn in Stuttgart auch bald der erste grüne OB in einer Landeshauptstadt.

Um den Politikwechsel im Bund zu schaffen, durften die Delegierten ihren Vorsitzenden Özdemir nicht noch einmal demütigen. Beim Parteitag von 2008 endete die Listenaufstellung für Özdemir, der kurz vor seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden stand, mit einem Tiefschlag. Erst scheiterte er im Kampf um Platz sechs und dann im Wettstreit um Platz acht. Mit Tränen in den Augen verließ Özdemir das Treffen. Ähnliche Bilder wollten Spitzenpolitiker und Parteichefs im grün-rot regierten Vorzeigeländle Baden-Württemberg auf jeden Fall verhindern.

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