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07.07.2012

16:20 Uhr

Nach Kölner Urteil

CSU-Politiker setzt sich für Beschneidung ein

Beschneidung aus religiösen Gründen ist keine Körperverletzung, meint der CSU-Rechtspolitiker Norbert Geis. Er hält das Kölner Urteil für eine Fehlentscheidung - und wähnt sich mit dieser Auffassung nicht alleine.

Vorbereitung der chirurgische Instrumente vor einer jüdischen Beschneidungszeremonie. dpa

Vorbereitung der chirurgische Instrumente vor einer jüdischen Beschneidungszeremonie.

BerlinBeschneidungen aus religiösen Gründen müssen nach Ansicht des CSU-Rechtspolitikers Norbert Geis in Deutschland weiterhin möglich bleiben. Dies werde der Bundestag nötigenfalls auch durch eine Gesetzesänderung klarstellen, sagte Geis am Samstag im Deutschlandfunk. Er glaube, dass es über die Parteigrenzen hinweg Einigkeit darüber gebe, „dass die Beschneidung möglich sein muss“. Geis fügte hinzu, dass seiner Ansicht nach die derzeitigen Gesetze aber ausreichten.

Die umstrittene Entscheidung des Kölner Landgerichts bezeichnete der CSU-Politiker als „Fehlurteil“ eines einzelnen Gerichts. Das Wohl des Kindes dürfe nicht auf körperliche Unversehrtheit reduziert werden, sagte der Bundestagsabgeordnete. Auch die religiöse Erziehung gehöre dazu.

Das Kölner Landgericht hatte in seiner Entscheidung vom Mai die Auffassung vertreten, eine Beschneidung aus religiösen Gründen erfülle den Tatbestand der Körperverletzung. Sie sei auch nicht durch die Einwilligung der Eltern gerechtfertigt, da sie nicht dem Wohl des Kindes entspreche. Dessen Körper werde durch die in Islam und Judentum verbreitete Beschneidung „dauerhaft und irreparabel verändert“. Das rechtskräftige Kölner Urteil ist allerdings nicht für andere Gerichte verbindlich.

Von

afp

Kommentare (41)

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Monalisa

07.07.2012, 17:06 Uhr

Klar, dass ein CSU Vertreter diese Meinung hat. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. In letzter Konsequenz dieses Urteils, muss man auch die Frage stellen, ob die übliche frühe religiöse Erziehung zum Wohle des Kindes ist. Mir persönlich ist es auf jeden Fall sehr schwer gefallen, mich im Erwachsenenalter von der religiösen Gehirnwäsche im Kindesalter zu erholen.

Account gelöscht!

07.07.2012, 17:23 Uhr

Mein Gott, hat Deutschland keine anderen Probleme? Vielleicht ist man in Islamkreisen ja der Meinung, das eine christliche Taufe mit Wasser über den Kopf gießen, sich ein Trauma einstellen könne.

Lasst doch endlich mal die Kirche im Dorf. Die Beschneidung ist in vielen Ländern mit tropischen Klima und wenig Wasser einfach eine hygienische Maßnahme.

Pseudoreligionsfreiheit

07.07.2012, 17:40 Uhr

Dann sollte man aber auch so konsequent sein und Ehrenmorde als religiös vertretbar erlauben. Man könnte sogar soweit gehen, dass Angehörigen von bestimmten Religionen sogar auf dem Meldeamt sofort schon die Pistole ausgehändigt wird. Aber mal ehrlich Relegion hin oder her. Es gibt Religionen, die Opfern kleine Babys. Man kann nicht allen Religionen alles erlauben. Als nächstes kommen dann die Religionsmitglieder aus Afrika oder wo auch immer die herkommen, die ihren kleinen Mädchen die Schamlippen mit einer dreckigen Glasscherbe wegschneiden und sagen, dass das jetzt auch legal ist, weil das bei Jungs doch auch erlaubt ist. Irgendwann muss man auch mal Grenzen setzen.

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