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13.05.2013

22:43 Uhr

Nach Medienbericht

Merkel verärgert über AfD-Debatte

Nachdem der CDU-interne Streit über die neue Anti-Euro-Partei AfD öffentlich wurde, ist ebendiese in aller Munde. Kanzlerin Merkel hätte sie lieber totgeschwiegen. Am Montag machte sie ihrem Ärger Luft.

„Wir sind doch beide über 18“: Bundeskanzlerin Angela Merkel. dpa

„Wir sind doch beide über 18“: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hätte die Partei am liebsten ignoriert – doch die eigenen Reihen machten ihr einen Strich durch die Rechnung. In einem Positionspapier, das dem Magazin „Spiegel“ zugespielt wurde, fordern die Chefs der CDU-Landtagsfraktionen in Thüringen, Sachsen und Hessen eine offene Debatte über die Forderungen der Anti-Europa-Partei Alternative für Deutschland, AfD.

Von diesen Forderungen hat Merkel offenbar aus der Zeitung erfahren, was an einer Sitzung der CDU-Führung am Montag für reichlich dicke Luft gesorgt haben soll. „Wir sind doch beide über 18“, habe die Kanzlerin an die Adresse von Thüringens Mike Mohring gesagt haben, berichtete „Spiegel online“ unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer.

Erst vergangene Woche seien die Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU in Dresden zusammengesessen, ohne dass es Kritik an Merkels Kurs gegeben haben soll. Nachdem das Papier veröffentlicht wurde, ist eine öffentliche Debatte über die AfD allerdings nicht mehr zu verhindern.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe bekräftigte am Montag das Bekenntnis der Partei zum Euro. „Wir sind überzeugt: Deutschland geht es auf Dauer nur gut, wenn es Europa gut geht“, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Montag in Berlin. Wer jetzt der Rückkehr zur D-Mark das Wort rede, setze Hunderttausende Arbeitsplätze aufs Spiel und nehme eine Spaltung Europas in Kauf, mahnte er nach einer CDU-Vorstandssitzung.

Ein klarer Weg pro Europa und Euro auch im Wahlprogramm sei die Antwort der CDU auf europa- und euroskeptische Stimmen. Gleichwohl gelte: „Die Staatsschuldenkrise ist nicht gelöst.“ Weitere Anstrengungen und Reformen für nachhaltiges Wachstum und solide Staatsfinanzen seien nötig.

Die CDU-Fraktionschefs von Hessen, Sachsen und Thüringen hatten in einem Papier an die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine klarere Positionierung gegen die neue Gruppierung gefordert.

Die AfD sei eine Herausforderung für die Union, schrieben Christian Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring. Ihrer Ansicht nach könnte ein signifikanter Verlust von Stimmen an die AfD bei der Bundestagswahl im September SPD und Grünen zur Macht verhelfen. Gröhe sagte, das Papier sei kein Angriff gegen die Parteispitze. Attacken im eigenen Lager fänden sich darin nicht wieder.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer kritisierte den Vorstoß der drei CDU-Fraktionschefs scharf. Das Vorgehen sei „nicht in Ordnung“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Kommentare (118)

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am003

13.05.2013, 23:16 Uhr

Eben ... Sie kann nur verärgert sein.

Da es keine Alternative gibt !

Wie einfach doch CDUCSUfdp in Aufruhr zu bringen sind bzw. auf welch tönerner Füßen deren Gebilde steht. Eine Partei die es seit einen Monat gibt ... wäre die AfD noch etwas professioneller und die Union wäre wohl der Wahlverlierer.

Luv

13.05.2013, 23:24 Uhr

In einer Demokratie sollten die wirklich wichtigen Themen offen miteinander besprochen werden. Anscheindend keine Stärke von Merkel.

Slowhand

13.05.2013, 23:25 Uhr

Die Spaltung Europas ist doch schon längst im Gange. Das hat der Euro verursacht und nicht die DM !
Deshalb wollen wir den Euro nicht mehr ! Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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