Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.12.2011

03:05 Uhr

Nach Medienbericht

Wirbel um Privatkredit von Bundespräsident Wulff

Um Bundespräsident Wulff gibt es Wirbel wegen eines Berichts der „Bild“-Zeitung über einen Privatkredit in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident. Ihm wird vorgeworfen, das Parlament getäuscht zu haben.

First Lady Bettina Wulff und Bundespräsident Christian Wulff. AFP

First Lady Bettina Wulff und Bundespräsident Christian Wulff.

BerlinWie die Zeitung (Dienstag) berichtet, soll Bundespräsident Christian Wulff 2010 im Landtag auf die Frage nach einer Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmer nicht angegeben haben, dass er und seine Frau Bettina von der Unternehmergattin ein Darlehen über eine halbe Million Euro erhalten hatten.

Zuvor soll das Ehepaar Wulff seinen Weihnachtsurlaub 2009 in der Florida-Villa des Unternehmers Egon Geerkens aus Osnabrück verbracht haben. Die Grünen-Landtagsfraktion fragte Wulff der Zeitung zufolge damals, ob er zu diesem geschäftliche Beziehungen unterhalten habe. Daraufhin ließ Wulff im Landtag unter Hinweis auf Geerkens laut „Bild“ erklären: „Zwischen Ministerpräsident Wulff und den in der Anfrage genannten Personen und Gesellschaften hat es in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben.“ Die Zeitung spricht deshalb vom Verdacht auf Täuschung des Landtags. Der Sprecher des Bundespräsidenten, Olaf Glaeseker, kündigte für Dienstag eine Stellungnahme an.

Nach „Bild“-Recherchen hatte Wulff mit Geerkens Ehefrau im Oktober 2008 einen privaten Kreditvertrag über 500 000 Euro zu einem Zinssatz von 4 Prozent geschlossen. „Mit dem Geld kauften die Wulffs zum Preis von 415 000 Euro ein Einfamilienhaus und zahlten dafür per Dauerauftrag 1666 Euro Zinsen im Monat“, schrieb das Blatt weiter.

Wulff habe den privaten Kredit im Februar 2010 wenige Tage nach der Parlamentsanfrage im Landtag von Hannover durch einen Kredit bei der BW Bank in Stuttgart abgelöst. Eigentlich wäre der Darlehensvertrag mit der Unternehmer-Gattin noch bis November 2013 gelaufen, schrieb die Zeitung.

Von

dpa

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.12.2011, 06:16 Uhr

...und???? Verwundert das noch irgendjemanden? Wenn alle Vertreter unseres Volkes, die mal während ihrer Laufbahn irgendwelche Boni in Anspruch genommen hätten, aus dem Parlament verschwinden müßten, wäre der Plenarsaal wahrscheinlich wohl leer... ;-). Und sieht man das mal positiv: durch die Steuerlast der Unternehmergattin aus diesem Darlehensvertrag, der einen für diese Zeit marktüblichen Zinssatz hatte, verdient Väterchen Staat doch auch wieder Abgeltungssteuern und Soli und ggfls. bekommt unsere Kirche auch noch etwas davon ab...

Nachgedacht

13.12.2011, 07:12 Uhr

Der Bundespräsident ist der erste Bürger des Staates und hat dadurch eine Vorbildfunktion.
Die Person Wulff ist, wie es schon bei Vorgängern gewesen ist, der Macht und Glamour der Reichen erlegen. Es liegt in der Tradition der Niedersachsen sich mit den Geldfürsten zuschmücken, siehe Glogowski und Blendaxkanzler Schröder. Sollten die Medien jetzt die Verbindungen zu dem "Gutmenschen und Wohltäter" Maschmeyer verfolgen bzw. offen legen, gibt es bald Bundespräsidentenwahlen.

Heini

13.12.2011, 07:27 Uhr

Richtig! Die Verbindung zu dem ehemaligen AMD-Fürsten ist viel kritischer. Wenn der Herr "Bundesbegrüssungsaugust" in einem Verfahren gegen Herrn M. befragt werden sollte, dann wird es richtig ungemütlich für ihn denke ich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×