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19.02.2015

21:24 Uhr

Nach „Nein“ zum griechischen Vorschlag

Athen attackiert Schäubles Blockade

VonDietmar Neuerer, Gerd Höhler

ExklusivSchäubles Reaktion auf den Brief aus Griechenland sorgt für Ärger. Die Opposition im Bundestag und die Athener Regierung sind empört. Doch nach einem Telefonat von Tsipras und Merkel keimt Hoffnung auf eine Einigung.

Schuldenkrise in Griechenland

Griechenland blitzt ab

Schuldenkrise in Griechenland: Griechenland blitzt ab

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BerlinDas scharfe Nein von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum jüngsten griechischen Lösungsvorschlag in der Schuldenkrise hat heftige Reaktionen ausgelöst. „Während in Brüssel die Euro-Arbeitsgruppe tagt, versuchen einige, die Entwicklungen negativ zu beeinflussen. Ein Teil der deutschen Regierung, mit Verantwortung von Herrn Schäuble, stellt sich gegen das griechische Volk“, hieß es in griechischen Regierungskreisen. Die anderen Länder der Eurozone seien deutlich positiver gestimmt und wollten die Eurozone wirklich retten.

„Die deutsche Regierung greift in die Verhandlungen ein und versucht, Entscheidungen der Eurogruppe vorwegzunehmen, indem sie die Partner unter Druck setzt“, verlautete weiter aus Athen. „Es ist offensichtlich, dass jene, die sich gegen diese Bemühungen der griechischen Regierung wenden, dieselben Kräfte sind, die in jüngster Vergangenheit an Vereinbarungen beteiligt waren, die das griechische Volk strangulierten und den Zusammenhalt der Eurozone gefährdeten. Es handelt sich um ein außerordentlich gefährliches politisches Spiel.“

Griechenland: Der Brief aus Athen im Wortlaut

Griechenland

Der Brief aus Athen im Wortlaut

Die griechische Regierung hat der Verlängerung des Hilfsprogramms unter Überwachung der Troika-Gläubiger zugestimmt. Der Brief des Finanzministers im englischen Original-Wortlaut.

Doch bei griechischen Regierung gibt es dennoch Hoffnung auf Zustimmung aus Deutschland. Ministerpräsident Alexis Tsipras führte am Donnerstagabend ein langes Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Telefonat dauerte nach griechischen Angaben mehr als 50 Minuten. Die Unterhaltung sei in positivem Klima verlaufen und im Bemühen, eine für Griechenland und die Eurozone gute Lösung zu finden.

Auch mit dem französischen Präsidenten Hollande hat Tsipras am Abend gesprochen. Die Stimmung sei herzlich gewesen, hieß es aus Athen. Zudem habe der französische Präsident versichert, er werde alles tun, um Griechenland zu helfen und das auch beim Treffen mit der Kanzlerin ansprechen.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel mahnte Schäuble zu Verhandlungsbereitschaft. Zwar nannte auch er den Brief aus Athen am Donnerstagabend in Berlin unzureichend, wertete ihn aber als brauchbare Diskussionsgrundlage. „Ich stimme mit der Bewertung des Kollegen Schäuble überein, dass das nicht ausreichend ist“, sagte Gabriel zu dem zweiseitigen Schreiben der griechischen Regierung. Insbesondere fehle eine Nennung der konkreten Maßnahmen, die in Griechenland erfolgen müssten.

Kommentare (108)

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Beo Bachter

19.02.2015, 15:30 Uhr

"Die Jusos forderten die Große Koalition zu mehr Solidarität mit dem hochverschuldeten Griechenland auf."

Die Juso untergraben mit ihrem Blödsinn tatsächlich jede Solidarität, da sie die Verantwortungslosigkeit mit ihrer impliziten "Schuld sind immer die anderen" Argumentation züchten. Die dramatischen Folgen der so kultivierten Verantwortungslosigkeit und Verwahrlosung versuchen die Gutmenschen, dann wie üblich mit dem Tun von Gutem, leider imer mit Mitteln anderer, zu reparieren.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Joachim Sels

19.02.2015, 15:32 Uhr

Herr Giegold geht grosszügig mit unseren Steuergeldern um, Herr Schäuble ist mit Recht zurückhaltend. Soll Herr Giegold mit seiner Partei doch einen privaten Spendenverein aufmachen und erst mal bspw. 200.000 EUR zusammenbekommen. Dann hat er wenigstens eine echte moralische Berechtigung, die verantwortungsvolle Regierungspolitik zu kritisieren.

Herr Marc Otto

19.02.2015, 15:39 Uhr

GRiechenland ---- GRüne, sagt das nicht alles. Die Grünen sind dafür bekannt, dass sie sehr vollmundig fordern können. Aber im Erfüllen von Forderungen sind sie dann oft sehr kleinlaut. Genau da ähneln sie den Griechen.

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