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15.05.2017

15:06 Uhr

Nach NRW-Wahl

CDU-Politiker werben für Schwarz-Gelb im Bund

VonDaniel Delhaes

Während die FDP sich noch ziert, wird nach dem Wahlerfolg der CDU in NRW auch auf Bundesebene der Ruf nach Schwarz-Gelb immer lauter. Jetzt befeuern führende CDU-Politiker ein Bündnis auch für September.

„Der Sonntag hat die Behauptung widerlegt, dass Schwarz-Gelb überhaupt keine Mehrheit mehr bekommen kann.“ dpa

Thomas Strobl, baden-württembergische Landesvorstand CDU

„Der Sonntag hat die Behauptung widerlegt, dass Schwarz-Gelb überhaupt keine Mehrheit mehr bekommen kann.“

BerlinIn der CDU wächst nach dem Wahlsieg der Partei in Nordrhein-Westfalen der Wunsch, auch auf Bundesebene eine schwarz-gelbe Koalition anzustreben. „Wir werden sehen, wie die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen ausgeht“, sagte CDU-Parteivize Thomas Strobl dem Handelsblatt. „Jedenfalls hat der Sonntag die Behauptung widerlegt, dass Schwarz-Gelb überhaupt keine Mehrheit mehr bekommen kann. Das ist, ohne Übermut, ohne Überheblichkeit, ein schönes Signal für die Zeit bis zum 24. September“, sagte Strobl. Die Union habe „eine gute Ausgangsposition - doch wir sind nicht kurz vor dem Ziel, sondern erst am Start“.

Wirtschaftspolitiker der Union warben auch für ein bürgerliches Bündnis nach der Bundestagswahl. „Wir wollen Schwarz-Gelb“, sagte Fraktionsvize Michael Fuchs. „Die SPD solle sich mit Leistungsgerechtigkeit beschäftigen und nicht mit Sozialgerechtigkeit.“ Der aus Paderborn stammende Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann, Chef der Mittelstandsvereinigung, sagte: „Wir müssen jetzt in Nordrhein-Westfalen Pflöcke einschlagen, damit wir weiteren Rückenwind für die Bundestagswahl erhalten.“ Dazu gehöre die Begrenzung des Windkraftausbaus, eine leistungsorientierte Bildungspolitik und weniger Bürokratie.

Auch der Familienunternehmer Werner Bahlsen, Präsident des Wirtschaftsrates, warb für Schwarz-Gelb: „Mit dem hervorragenden Ergebnis in NRW liegt Schwarz-Gelb wieder im Bereich des Möglichen“, sagte er. Umso wichtiger seien „die klaren inhaltlichen Weichenstellungen: Ein wirtschaftsfreundliches Klima, solide Finanzen, weniger Bürokratie, ein zügiger Infrastrukturausbau und eine bessere Bildungspolitik.“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag angekündigt, dass die Partei am 3. Juli ihr Wahlprogramm gemeinsam mit der CSU vorstellen werde. Zu den wichtigen Themen erklärte sie die neuen Arbeitsplätze in der digitalen Welt, Investitionen in Bildung und Forschung für mehr Innovationen, die innere Sicherheit, der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Zukunft Europas. „Deutschland wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es Europa gut geht“, sagte Merkel.

Kommentare (2)

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Herr Günther Schemutat

15.05.2017, 17:31 Uhr

Der Strobl erweckt immer den Eindruck , dass er zulange im Messdiener Gewand gesteckt hat. Er liebt es doch in einer Regierung Untertan zu sein und das ist gut so.

Die CDU hat überhaupt keine guten Leute mehr , die in Berlin regieren könnten. Das de Maiziere verbrannt ist , sieht jeder. Dass VDL nach ihrem Amoklauf durch die Kasernen und der ständigen Bücklinge vor Erdogan wegen der Tornados auch verbrannt ist , sieht auch jeder. Das Opfer ist die Bundeswehr und wir Bürger.

Wer soll also regieren ? Die FDP?

Frau Edelgard Kah

15.05.2017, 18:01 Uhr

Dass CDU-Politiker schon vor der Bundestagswahl eine Koalitionsaussage zugunsten der FDP diskutieren, verstehe ich beim besten Willen nicht. Was ist, wenn ich beispielsweise Herrn Lindner auf den Tod nicht ausstehen kann? Dann werde ich sicher nicht FDP wählen. Aber CDU ebenfalls nicht.

Freut mich, dass Herr Strobl von der baden-württembergischen CDU der FDP wenigstens keine Leihstimmen verspricht. Oder sich gar das Wahlprogramm der FDP zu eigen macht. Danke, Herr Strobl.

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