Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2013

13:32 Uhr

Nach Olympia-Vergabe an Tokio

Ruf nach internationaler Hilfe für Fukushima

VonDietmar Neuerer

ExklusivNach der Olympia-Entscheidung zugunsten Tokios wächst der Druck auf Japan, die Probleme im AKW Fukushima in den Griff zu bekommen. Deutsche Politiker halten internationale Unterstützung für dringend geboten.

Die Lage am havarierten Atomkraftwerk in Fukushima ist nach wie vor ernst. Reuters

Die Lage am havarierten Atomkraftwerk in Fukushima ist nach wie vor ernst.

BerlinPolitiker von FDP und Grünen drängen auf internationale Hilfe für das havarierte Atomkraftwerk Fukushima. Der frühere niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner schlug vor, die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) einzuschalten. „Die Zweifel, dass die japanische Regierung allein in der Lage ist, die Situation in Fukushima in den Griff zu bekommen, sind angesichts der Nachrichtenlage berechtigt“, sagte das FDP-Bundesvorstandsmitglied Handelsblatt Online. „Beantwortet werden können sie meines Erachtens aber nur im Rahmen der IAEA. In diesem Rahmen sollte Japan jede mögliche Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen.“

Ähnlich äußerte sich Birkners Parteifreund, der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kauch. „Unabhängig von Olympia sollte Japan gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft nach dem besten Weg zur Begrenzung der Schäden in Fukushima suchen“, sagte Kauch Handelsblatt Online.

Die Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagfraktion, Bärbel Höhn, sieht in  der Entscheidung für Tokio als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2020 eine Chance, dass die Weltgemeinschaft nun ganz genau hinsehen werde, was in Fukushima passiert. „Der dramatische Austritt von Radioaktivität muss dringend eingedämmt werden, auch mit internationaler Hilfe“, sagte Höhn Handelsblatt Online. „Es darf kein Kleinreden und Beschönigen der Probleme mehr geben.“ Wenn durch die Austragung der Olympischen Spiele der Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigt werde, habe das auch noch einen nachhaltigen positiven Effekt.

Die japanische Hauptstadt Tokio hatte sich bei einer Stichwahl um den Austragungsgort der Olympischen Sommerspiele am Samstagabend klar mit 60 zu 36 Stimmen gegen die türkische Metropole Istanbul durchgesetzt. Die spanische Hauptstadt Madrid fiel bereits im ersten Wahlgang durch.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.09.2013, 13:46 Uhr

Freiwillige vor!
der Mensch sollte die Finger davon lassen mit Dingen zu spielen, die nicht beherrschbar sind!

Kritiker

10.09.2013, 14:01 Uhr

Die Frau Höhn sollte zuerst mal die Vorwürfe gegen die Grünen zu den Pädophilen in den eigenen Reihen aufklären.
Mit der Angst der Deutschen bezüglich Fukushima zu spielen, das klappt heute nicht mehr.

vandale

10.09.2013, 14:09 Uhr

Die Aussage der Deutschen Politiker sind sachlich mehr als peinlich.

Die Situation der verunfallten Reaktoren ist seit Ende März 2011 soweit unter Kontrolle wie dies in solchen Situationen der Fall ist. Wenn man dies mit dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff in Italien vergleicht, so laufen auch aus diesem Oele und andere nicht umweltförderliche Flüssigkeiten aus ohne dass Medien und Politiker hyperventilieren.

Japan erhält seit etwa dem 15.03.11 Unterstützung der IAEA und ausländischer Firmen. Japan ist ein Industrieland mit dem 2. grössten Nuklearkomplex der Welt. Die Firma TEPCO hat eine grosse Expertise, es gibt in Japan mehrere Reaktorbauer und viele Spezialfirmen.

Deutsche Medien und Politiker sind sehr enttäuscht, dass dieser grösste anzunehmende Unfall x 3 abseits der Phantasie Deutschsprachiger Medien lediglich einen grossen Panikschaden verursacht hat. Kurz vor der Wahl suchen sie aus dem Ereignis nochmals einen Nutzen zu ziehen.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×