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11.07.2015

10:44 Uhr

Nach Parteiaustritten

CDU will keine enttäuschten AfD-Mitglieder aufnehmen

Ein Linksruck in der CDU trieb viele Ex-Mitglieder in die Arme der AfD. Die ist nun scharf nach rechts gerückt. Einen Weg zurück in die Union gibt es für die Abtrünnigen jedoch nicht, sagt Generalsekretär Peter Tauber.

Der inzwischen ausgetretene AfD-Parteigründer Bernd Lucke schloss die Gründung einer neuen Partei nicht aus. AFP

CDU zu links, AfD zu rechts

Der inzwischen ausgetretene AfD-Parteigründer Bernd Lucke schloss die Gründung einer neuen Partei nicht aus.

Berlin, MünchenNach dem Sturz des früheren Vorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, will die CDU keine enttäuschten Mitglieder der Partei aufnehmen. „Nach diesem Parteitag glaubt doch niemand ernsthaft, dass es mit solchen Leuten irgendeine Zusammenarbeit geben kann“, sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut einer Vorabmitteilung von Samstag. Wer bei der AfD mitmache, der könne kein Christdemokrat sein.

Auf einem AfD-Parteitag vor einer Woche hatte sich Luckes Rivalin Frauke Petry in einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz durchgesetzt. Petry vertritt den nationalkonservativen Flügel der Partei. Lucke, der den eurokritischen und wirtschaftsliberalen Flügel anführte, hat inzwischen seinen Austritt aus der Partei erklärt – wie etwa rund 2000 andere Mitglieder.

Lucke-Erklärung im Wortlaut: „Der Austritt fällt mir unendlich schwer“

Lucke-Erklärung im Wortlaut

„Der Austritt fällt mir unendlich schwer“

Der AfD-Mitbegründer und Ex-Vorsitzende Bernd Lucke tritt aus der Partei aus. Hier ist seine Erklärung im Wortlaut, in der er die Gründe erläutert.

Lucke sagte der „Bild“-Zeitung vom Samstag, Deutschland brauche angesichts der andauernden Schuldenkrise Griechenlands eine neue eurokritische Partei. „Wir brauchen eine Partei, die mit Griechenland endlich mal klaren Tisch macht.“ Die Bundesregierung gebe gegenüber Athen „mal wieder nach wie Kaugummi“, kritisierte er. Eine eigene Neugründung mit Mitgliedern seines Vereins Weckruf 2015 schloss Lucke nicht aus.

Auch der frühere AfD-Politiker und EU-Parlamentarier Hans-Olaf Henkel nährte Spekulationen um eine neue Parteigründung. „Im Augenblick sieht es danach aus, dass zwischen einer jetzt scharf nach rechts abbiegenden AfD und einer schon länger nach links abgedrifteten CDU sehr viel Platz für eine neue Partei wäre“, sagte der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) der „Passauer Neuen Presse“.

Auch die CSU-Politikerin Ilse Aigner hat der AfD vorgeworfen, sich „von einer europakritischen zu einer nationalistischen, radikalen Partei“ zu wandeln. „Die AfD hat das Spektrum demokratischer Parteien verlassen“, sagte die bayerische Wirtschaftsministerin der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden eine ganz klare Kante ziehen gegenüber solchen Strömungen wie bei der AfD.“ Aigner fügte hinzu: „Die CSU ist rechts, bürgerlich-konservativ, aber wir müssen uns ganz deutlich von rechtsradikal abgrenzen.“

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