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21.01.2015

11:20 Uhr

Nach Pegida-Rede

Katholische Kirche erteilt Pfarrer Predigtverbot

Die katholische Kirche setzt ein Zeichen gegen die Bewegung Pegida: Der Bischof von Münster entzog einem Pfarrer die Predigterlaubnis, nachdem dieser sich auf einer Pegida-Demonstration islamfeindlich geäußert hatte.

Rechte Ideologien, Fremdenfeindlichkeit und ein Gegeneinander der Religionen hätten in der katholischen Kirche keinen Platz, so Felix Genn, Bischof von Münster. dpa

Rechte Ideologien, Fremdenfeindlichkeit und ein Gegeneinander der Religionen hätten in der katholischen Kirche keinen Platz, so Felix Genn, Bischof von Münster.

MünsterNach einer Rede bei einer Pegida-Demonstration hat der Bischof von Münster, Felix Genn, einem katholischen Priester die Predigtbefugnis entzogen. Der Geistliche dürfe sich innerhalb und außerhalb von Gotteshäusern nicht mehr im Namen der Kirche äußern, teilte das Bistum am Dienstag mit.

Der Priester vom Niederrhein habe am Montagabend in Duisburg Klischees über den Islam verbreitet. Zudem habe er kritisiert, dass während einer Pegida-Kundgebung in Köln Anfang Januar die Beleuchtung des Doms ausgeschaltet worden war. Im Bistum nehme der 67-Jährige allerdings nahezu keine priesterlichen Dienste mehr wahr.

Der Geistliche lege mit seinen Äußerungen, für die er seine Autorität als Pfarrer und Priester missbrauche, „die Grundlagen für rechte Ideologien, für Fremdenfeindlichkeit und für ein Gegeneinander der Religionen, die in der katholischen Kirche keinen Platz haben“, erklärte das Bistum. Bischof Genn habe dem 67-Jährigen schriftlich mitgeteilt, dass er solche Reden nicht „dulden kann und will“.

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Laut Bistum hatte der Pfarrer die Verdunkelung des Kölner Doms – eine viel beachtete Protestaktion gegen Pegida – als „sehr betrüblich“ kritisiert. Das Licht sei nur deshalb abgeschaltet worden, „weil Menschen friedlich zusammen kommen und gegen die Islamisierung Europas stehen und still protestieren“, wurde der Priester zitiert.

Mitte Dezember hatte Bambergs Erzbischof Ludwig Schick gesagt: „Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen.“ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Münchens Kardinal Reinhard Marx, hatte daraufhin klargestellt, dass es dazu für die Katholiken keine „oberhirtlichen Anweisungen“ gebe.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Frau Ich Kritisch

21.01.2015, 11:45 Uhr

Nur eine Bestätigung dafür, das keine Religion demokratisch ist.
Was zu denken, wie zu handeln ist wird in jeder Religion (zumindest in denen die aus den Nahen Osten kommen) vorgeschrieben.

Account gelöscht!

21.01.2015, 11:50 Uhr

Toleranz fordern und gleichzeitig Toleranz verweigern. Diese Unmöglichkeit ist in Deutschland in nahezu allen Institutionen möglich.

Herr Joly Joker

21.01.2015, 12:55 Uhr

Die Fürsorglichkeit der kath. Chefetage macht mich sprachlos. Warum ist man in dieser Etage nicht besorgt um die vergewaltigten Kinder durch eben diese Organisation der letzten 2000 Jahre?? Das wäre angebrachter als sich wieder mal in die Politik einzumischen. Denkt dran - auch ihr Prälaten seid nur ein Ergebnis der Evolution und nicht gewählt sondern lediglich Analzecken am Hintern der Gläubigen. Vater unser erlöse uns von dem Übel dieser Kinderschändervereinigung

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