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20.08.2015

08:00 Uhr

Nach Provokation

Krawalle in Suhler Flüchtlingsheim

Der unflätige Umgang eines Mannes mit dem Koran hat im Suhler Flüchtlingsheim für Krawalle gesorgt. Heimbewohner fühlten sich provoziert. Die Lage eskalierte. Drei Beamte und zehn Heimbewohner wurden verletzt.

Das Flüchtlingsheim in Suhl erhitzt die Gemüter. dpa

Flüchtlinge und Demonstranten in Suhl

Das Flüchtlingsheim in Suhl erhitzt die Gemüter.

SuhlNach den Ausschreitungen in einer Suhler Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei einen Mann in Schutzgewahrsam genommen. Wie die Thüringer Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, wurde der Asylbewerber zu Beginn des Streits am Mittwochabend von rund 20 anderen Heimbewohnern verfolgt, weil er mit dem Koran unflätig umgegangen sei. Später beteiligten sich etwa 50 Flüchtlinge an dem Streit, weitere 50 sollen zugeschaut haben.

Die Polizei versuchte, die streitenden Parteien zu trennen. Die Lage eskalierte allerdings. Polizisten seien von den Flüchtlingen attackiert und mit Steinen sowie Stangen beworfen worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei der Auseinandersetzung wurden drei Beamte und mindestens zehn Heimbewohner verletzt. Zudem wurden sechs Polizeiautos beschädigt. Erst nach vier Stunden hatte sich die Lage wieder beruhigt.

Fakten zur Flüchtlingsdebatte

Flüchtlingszahlen steigen

Stellten im Juni 2012 rund 4.900 Personen einen Asylantrag in Deutschland, waren es drei Jahre später mit 35.400 mehr als siebenmal so viele.

Herkunftsländer

Die wichtigsten Herkunftsländer waren im Juni 2015 Syrien mit 7.600 Personen, Albanien mit 5.900 und Serbien mit 2.200. Insgesamt entfiel auf die sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien mit 12.600 rund ein Drittel der Asylanträge.

Kaum Chance auf Asyl

Diese Flüchtlinge haben allerdings kaum eine Chance auf Anerkennung in Deutschland: Nur 65 der 22.200 Entscheidungen über Asylverfahren von Westbalkanflüchtlingen waren im zweiten Quartal 2015 positiv.

„Sichere Herkunftsländer“

Tatsächlich wurden Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien bereits zum 6. November 2014 in die Liste „sicherer Herkunftsstaaten“ aufgenommen. Das heißt: Asylanträge von Personen aus diesen Ländern können direkt abgelehnt werden, wenn der Bewerber nicht nachweisen kann, dass ihm im Herkunftsland tatsächlich politische Verfolgung droht.

Immer mehr Anträge

Eigentlich sollte diese Eingruppierung dazu führen, dass die Zahl der laufenden Asylverfahren deutlich zurückgeht. Jedoch ist die Zahl der am Monatsende anhängigen Verfahren von Personen aus den drei genannten Ländern weiter angestiegen und lag mit 41.000 im April 2015 deutlich über dem April 2014 (24.700 Verfahren). Insgesamt waren Ende April 2015 knapp 275.000 Asylverfahren anhängig, wovon mehr als 87.000 auf Westbalkan-Flüchtlinge entfielen.

Kosovo

Im Kosovo hat man damit begonnen, die Menschen darüber zu informieren, unter welchen Voraussetzungen sie in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt werden – die Antragszahlen von Personen aus dem Kosovo hatten im März 2015 mit 11.700 einen historischen Höchststand erreicht, bis Juni sind sie nun auf 1.600 zurückgegangen.

Das Flüchtlingsheim stand bereits häufiger in der Kritik: Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) hatte Anfang August mit der Schließung der Unterkunft wegen Baumängeln gedroht. Nachdem diese beseitigt worden waren, war die Schließung vom Tisch. Thema war aber auch immer wieder die massive Überbelegung im Heim. Diese war Auslöser für eine Schlägerei in der Einrichtung Anfang August. Wegen Platzmangels sollten die Flüchtlinge damals auf dem Gang schlafen. Der Flüchtlingsrat forderte in diesem Zusammenhang von der Landesregierung eine weitere Erstaufnahmestelle.

Von

dpa

Kommentare (20)

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Frau Ich Kritisch

20.08.2015, 09:05 Uhr

alle die sich gegen die Polizei gestellt haben - sofort ausweisen!

Wir sind ein Rechtsstaat und wollen das auch bleiben.
Wir wollen verfolgten Menschen Schutz bieten. Das können wir nur wenn sich auch Neuankömmlinge an unsere Regeln halten.
Wer das nicht will - muss gehen!

Herr Hans Mayer

20.08.2015, 09:13 Uhr

Wieso sind diese Moslems mit ihrem Koran nicht in eines der 58 Moslemischen Länder der Erde gegangen, dort könnten sie dann ihrem "Glauben" nachgehen und auch sonst wäre alles so wie sie es gewohnt sind.

Herr Hans Mayer

20.08.2015, 09:27 Uhr

@Anna Buschmann, bitte lesen Sie bei PI den richtigen Bericht dazu, übrigens vom GEZ Zwangsfinanzierten MDR . Das Handelsblatt berichtet wieder einmal nur die halbe Wahrheit.

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