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13.02.2012

07:50 Uhr

Nach Sauerland-Abwahl

Duisburg schwankt zwischen Genugtuung und Bitterkeit

Die Abwahl des Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland wegen der Loveparade- Katastrophe sorgt bei seinen Gegnern für Genugtuung. Nun wird ein parteiübergreifender Kandidat gesucht. Aber ein Neustart wird schwierig.

Zwei Männer zeigen vor dem Rathaus in Duisburg ein Transparent mit der Aufschrift "129.000 x Danke!". dpa

Zwei Männer zeigen vor dem Rathaus in Duisburg ein Transparent mit der Aufschrift "129.000 x Danke!".

Duisburg/KölnRund eineinhalb Jahre nach der Loveparade- Katastrophe mit 21 Toten bekommt Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die politischen Konsequenzen zu spüren und muss gehen. Der CDU-Politiker wurde am Sonntag mit großer Mehrheit aus dem Amt gewählt.

Adolf Sauerland reagierte sehr betroffen auf seine Abwahl. Eine halbe Stunde nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses trat der CDU-Politiker am Sonntagabend im Rathaus sichtlich bewegt vor die Presse. „Zu meiner Amtszeit gehören viele positive Ereignisse, aber eben auch die Loveparade“, sagte der CDU-Politiker mit belegter Stimme. „Ich war gern Oberbürgermeister mit Herzblut und Leidenschaft.“ Als einige Sauerland-Kritiker daraufhin johlten, sagte er: „Ich bitte um etwas mehr Charakter.“ Der Politiker fuhr fort: „Ich hoffe, dass die politischen Parteien jetzt die Kraft haben, aufeinander zuzugehen.“ Die letzten Worte bei seinem wohl letzten öffentlichen Auftritt als Oberbürgermeister: „Gott schütze die Stadt Duisburg.“

Theo Steegmann, Specher der Initiative „Neuanfang für Duisburg“ zeigt sich verwundert über Adolf Sauerlands Überraschung angesichts seiner Abwahl als Duisburger Oberbürgermeister. Die Initiative habe in den vergangenen Monaten bereits den Eindruck gehabt, „dass der Mann unter Realitätsverlust leidet“, sagte Steegmann am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Für die Angehörigen der Opfer der Loveparade-Katastrophe bringe die Abwahl „ein Stück Genugtuung“. Es sei für diese „eine doppelte Bestrafung“ gewesen, in Duisburg eine Stadtspitze zu haben, die alle Schuld von sich gewiesen habe.

Sauerland wird von seinen Kritikern für Fehler bei der Genehmigung der Großveranstaltung im Sommer 2010 verantwortlich gemacht. Sie werfen ihm außerdem „völliges Versagen“ beim Umgang mit Opfern und Angehörigen vor. Der Oberbürgermeister hatte stets jede Schuld an der Massenpanik von sich gewiesen und einen Rücktritt abgelehnt.

Für den Abwahlantrag einer Bürgerinitiative stimmten nach Angaben der Stadt vom Sonntagabend 129.833 Wähler. Das waren deutlich mehr als die für eine Abwahl notwendigen rund 92.000 Stimmen. Für einen Verbleib Sauerlands im Amt sprachen sich 21.557 Wähler aus. Seine Amtszeit hätte noch bis zum Spätsommer 2015 gedauert.

Kommentare (29)

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Account gelöscht!

12.02.2012, 19:37 Uhr

In einem Wort?

YIHA!

Account gelöscht!

12.02.2012, 19:43 Uhr

In dem Fall sind wir uns zu 100% einig ;-)

debrasseur

12.02.2012, 19:46 Uhr

Hoffen wir gemeinsam, daß diejenigen, welche ihm das Durchhalten bis zum bitteren Ende empfahlen, endlich auch Gesichter bekommen.

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