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19.12.2013

06:52 Uhr

Nach Streit über Regulierung

Schäuble und Fitschen raufen sich zusammen

ExklusivFinanzminister Wolfgang Schäuble und Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, haben ihren verbalen Zweikampf über Tricksereien der Banken ausgeräumt. Beide räumten in einem Telefonat ein, Fehler gemacht zu haben.

Reden wieder vernünftig miteinander: Jürgen Fitschen (l), Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. dpa

Reden wieder vernünftig miteinander: Jürgen Fitschen (l), Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

DüsseldorfBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen haben in einem Telefongespräch ihren verbalen Zweikampf geklärt. „Die Sache ist ausgeräumt“, sagte ein Sprecher von Finanzminister Schäuble und bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts. Die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Auslöser der ungewöhnlichen Aussprache war ein öffentlicher Streit über weitere Tricksereien der Banken. In einem Interview mit dem Handelsblatt hatte Schäuble vor zwei Wochen gesagt, die Kreativität der Banken sei weiterhin groß, die Regulierung zu umgehen. Fitschen bezeichnete die Vorwürfe als populistisch und unverantwortlich.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.


In einem Telefongespräch in der vergangenen Woche sprachen nun beide Kontrahenten über die Verstimmungen. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, haben sich Schäuble und Fitschen die eigene Sicht der Dinge erklärt. In dem vertraulichen Gespräch hätten beide zugegeben, Fehler gemacht zu haben. Schäuble wie Fitschen hätten demnach betont, dass die verbalen Zuspitzungen ein ärgerlicher Ausrutscher gewesen seien, hieß es in den Kreisen.

Eine größere Annäherung soll es aber nicht gegeben haben. Auf eine echte Entschuldigung hätten Schäuble und Fitschen verzichtet, hieß es. Wichtig sei, sagte Schäubles Sprecher, dass man jetzt wieder zur Normalität zurückgefunden habe und der Blick nach vorn gerichtet sei.

Den vollständigen Bericht „Gespräch unter Männern“ gibt es zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Von

saf

Kommentare (2)

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esboern

19.12.2013, 09:39 Uhr

Die beiden wären am besten im Knast aufgehoben, für ihre Betrügereien u. Manipulationen. Da könnte Schäuble auch über seinen Vater nachdenken, der auch schon Politiker war u. auf den er so stolz ist. Seine Tochter Fr. Strobel, die Chefin der ARD Tochterfirma Degeto, diese Firma fiel durch falsche Steuererklärungen auf, warum nicht, der Vater wirds schon hinbiegen, wie immer

Mazi

19.12.2013, 09:45 Uhr

Ist das wahr?

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