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14.01.2012

16:36 Uhr

Nach S&P-Herabstufung

Merkel und die Ihren geben sich cool

Die Bundesregierung reagiert gelassen auf den Rundumschlag von S&P. Kanzlerin Merkel könnten die Herabstufungen bei ihren Reformvorhaben sogar helfen. Die Macht der Ratingagenturen will sie dennoch begrenzen.

Kanzlerin Merkel: Zurücklehnen und abwarten. dpa

Kanzlerin Merkel: Zurücklehnen und abwarten.

BerlinDas oberste Gebot heißt Gelassenheit. Die Kanzlerin sagt, das sei nur eine von drei Rating-Agenturen. Die Finanzexperten der CDU betonen, die Abwertung Frankreichs sei zu erwarten und daher von den Märkten längst eingepreist gewesen. In der FDP erhofft man sich eine „heilsame Wirkung“ für die Reformanstrengungen von Schuldensündern. Aber: Die Abstrafung von neun Euro-Ländern durch den US-Riesen Standard & Poor's lässt sich nicht ganz so leicht abtun, wie es die schwarz-gelbe Koalition am Samstag versucht. Denn das Konstrukt der Euro-Rettung steht nun auf noch wackligeren Füßen.

Beispiel EFSF: Der Rettungsfonds muss sich am Markt das Geld für hilfsbedürftige Euro-Länder beschaffen, was bei einer Abstufung der Kreditwürdigkeit von tragenden Säulen wie Frankreich teurer werden kann. Damit der Fonds 440 Milliarden Euro verleihen kann, müssen die Euroländer Garantien in Höhe von 780 Milliarden Euro bereitstellen. Kanzlerin Angela Merkel rechnet aber nicht, dass Deutschland wegen möglicher Zinssteigerungen mehr als die vom Bundestag beschlossenen Garantien von 211 Milliarden Euro zur Verfügung stellen muss. Auch in Finanzkreisen wird betont, es sei noch zu früh für valide Aussagen, ob auf Deutschland nun höhere Kosten zukommen können.

Der FDP-Finanzexperte Otto Fricke betont: „Das Rating hat nicht zwangsläufig eine Zinserhöhung zur Folge.“ Wie Merkel verweist er darauf, dass die Zinsen für den EFSF ohnehin recht hoch seien, also von den Finanzmärkten die Herunterstufung Frankreichs, aber auch Österreichs längst miteinberechnet worden sei. „Der EFSF ist auch schon in der Vergangenheit immer bewertet worden nach dem stärksten schwachen Stück“, sagt Fricke mit Blick auf Frankreich.

Merkel betont, mit der Ratingagentur Fitch habe zudem gerade erst eine der drei dominierenden Kredit-Beurteiler mitgeteilt, Frankreich werde bei ihr wohl seine Bestnote „AAA“ in diesem Jahr behalten. Die Uneinigkeit der Urteile wird in Berlin als vorteilhaft empfunden, dass die große Panik am Montag an den Börsen ausbleiben könnte. Die SPD hingegen fordert ein Aus für sämtliche Steuersenkungspläne, da auf Deutschland womöglich nun höhere Belastungen zukommen könnten.

Denn durch den Verlust eines Triple-A-Frankreich, das nun wohl mehr Geld für Kredite bezahlen muss, wächst der Druck auf Deutschland als „Musterknabe“ und Hauptgeldgeber. Doch Union und FDP werden in ihren Reihen weitere Milliardensummen zur Rettung wohl nicht durchsetzen können, sollte es unerwartete Reaktionen an den Märkten geben.

Kommentare (31)

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14.01.2012, 16:59 Uhr

In meinem Geldbeutel sind nur noch 321,31 €. Hoffentlich merkt S & P das nicht. Sonst stufen sie mich auf BBB+, Aussicht negativ, herunter .....
Liebe Leute von S & P, ich verzichte auch auf meinen 3. Porsche dieses Jahr, und meinem verschwenderischem Luxus-Püppchen hab ich die Amex-Centurion b.a.w. weggenommen. Ich bitte um zur Kenntnisnahme !

Mollemopp

14.01.2012, 17:29 Uhr

Wenn ich Merkels hohlen Gesichtsausdruck immer so sehe und ich ihre Phrasen dreschen höre, dann denke ich nicht, dass sie sich cool gibt. Es kommt einfach in ihrem Gehirn nicht an.

Zahlmeister

14.01.2012, 17:30 Uhr

Witzichkeit kennt keine Grenzen, .....

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