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11.11.2016

14:15 Uhr

Nach Trump-Wahl

Gauck sagt Estland Unterstützung gegen Russland zu

Ein russischer Vorstoß zur Annexion baltischer Staaten mit Billigung der USA – nach der Wahl von Donald Trump wird nicht nur in Estland genau das gefürchtet. Bundespräsident Gauck sagt bereits deutsche Unterstützung zu.

Bundespräsident Joachim Gauck hat Estlands Präsidentin deutsche Unterstützung gegen mögliche russische Aggressionen zugesagt. dpa

Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid in Berlin

Bundespräsident Joachim Gauck hat Estlands Präsidentin deutsche Unterstützung gegen mögliche russische Aggressionen zugesagt.

BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat Estland die Unterstützung seines Landes gegen eine potenzielle Bedrohung durch Russland zugesichert. „Gegen Kriege, und Konflikte, auch gegen das russische Machtstreben, sollten wir uns gemeinsam im Verbund mit allen unseren Partnern wenden“, erklärte Gauck am Freitag anlässlich eines Besuchs seiner estnischen Kollegin Kersti Kaljulaid in Berlin. „Auch wenn es gilt, die Sicherheit des Baltikums zu gewährleisten, steht Deutschland an Estlands Seite.“

Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 hat in Estland und den anderen baltischen Staaten Sorgen geschürt, dass die Regierung in Moskau auch wieder Anspruch auf die ehemaligen Sowjetrepubliken erheben könnte. Für zusätzliche Verunsicherung sorgt die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten.

Was Trump sich leisten konnte, ohne zu stürzen

Sexistische Aussagen

Trump fällt seit Jahren mit frauenverachtenden Sprüchen auf wie „dicke Schweine“ oder „Schlampen“. Eine Miss Universe verunglimpfte er als „Miss Piggy“, die ordentlich Gewicht zugelegt habe. Nach kritischen Fragen der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly deutete Trump an, sie habe Menstruationsprobleme gehabt.

Der Video-Skandal

In einem Video aus dem Jahr 2005 ist zu hören, wie Trump vulgär über Frauen herzieht. Nur wenige Monate nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Melania brüstet er sich mit sexuellen Übergriffen.

Verbal-Angriff auf Familie eines toten Soldaten

Trumps Hetze gegen andere Ethnien scheint kaum Grenzen zu kennen. Ende Juli legte er sich mit den pakistanstämmigen Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten an.

Unklarheiten um Steuererklärung

Seit Monaten weigert sich Trump, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, obwohl das bei Präsidentschaftskandidaten überparteilicher Usus ist. Auch Hillary Clinton legte ihre Daten offen. Die „New York Times“ berichtete, dass der Geschäftsmann Trump 1995 einen Verlust von 916 Millionen US-Dollar (824 Mio. Euro) ausgewiesen habe. Steuerexperten kamen daraufhin zu dem Schluss, dass Trump auf diese Weise über zwei Jahrzehnte keine Steuern abführen musste.

Drohungen mit Waffengewalt

Mit einer zweideutigen Aussage, die sich als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton verstehen lässt, löste Trump einen Sturm der Entrüstung aus. Bei einem Wahlkampfauftritt deutete er an, dass nur Waffenfreunde Clinton aufhalten könnten.

Was Trump sich noch leistete

Trump verwechselt 9/11 mit 7/11 - Trump macht Anspielung auf die Größe seines Penis - Trump behauptet seit längerem, US-Präsident Barack Obama sei nicht in den USA zur Welt gekommen, sondern in Kenia.

Der Geschäftsmann hat im Wahlkampf die grundsätzliche Beistandspflicht der USA im Rahmen der Nato infrage gestellt und sich positiv gegenüber Russland geäußert. Estland ist seit 2004 Mitglied des Bündnisses. Es ist insbesondere für den den Schutz seines Luftraums auf die Nato angewiesen. Die Balten erwarten im kommenden Jahr zudem ein Kontingent von Bodentruppen der Allianz zur Abschreckung Russlands.

Von

rtr

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