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12.11.2012

11:52 Uhr

Nach Urwahl

CSU sieht keine Chance für Schwarz-Grün

Es gebe keine Basis für Schwarz-Grün, so Stefan Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im Bundestag. CSU-Chef Horst Seehofer bleibt indes gelassen und hält es am liebsten wie der FC Bayern München.

Die Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt. dpa

Die Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt.

Berlin/MünchenDie CSU sieht nach der Kür des Spitzenduos der Grünen zur Bundestagswahl keinen Grund für Koalitionsspekulationen. „Für Schwarz-Grün gibt es weder eine personelle noch eine inhaltliche Basis“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU- Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Mit der Entscheidung für Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt als Spitzenkandidatin neben Fraktionschef Jürgen Trittin werde Bürgerlichkeit vorgetäuscht, wo keine sei. „Gesellschaftspolitisch sind und bleiben die Grünen eine durch und durch linke Partei.“ Dies zeigten Beschlüsse und Führungspersonen.

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Gelassen reagierte indes CSU-Chef Horst Seehofer auf die Spekulationen über eine mögliche schwarz-grüne Annäherung. Seehofer antwortete am Montag in München im Gespräch mit Journalisten auf die Frage, wie er die Entwicklung bei den Grünen bewerte: "Ich halte es wie der FC Bayern München. Wir schauen auf uns und nicht auf die anderen."

Der CSU-Vorsitzende hatte in den vergangenen Monaten mehrfach versichert, dass er die schwarz-gelben Koalitionen in Bayern und im Bund fortsetzen will. Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß (CDU), sagte jedoch nun der "Rheinischen Post": "Bei unklaren Mehrheitsverhältnissen nach der Wahl 2013 wäre Katrin Göring-Eckardt sicher jemand, der sich Schwarz-Grün nicht verweigern würde."

Trittin und Göring-Eckardt bekräftigten unterdessen ihre Ablehnung einer Koalition mit der Union 2013. Auf die Frage, ob mit ihrem Erfolg die Chancen für Schwarz-Grün gestiegen seien, sagte die Thüringerin: „Nein, sind sie nicht.“ Die Grünen wollten enttäuschte CDU-Wähler gewinnen, aber schon aus inhaltlichen Gründen nicht mit der CDU regieren. „Mit denen können wir nicht in eine Regierung gehen.“

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel warnte die Grünen in der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) eindringlich vor einem Liebäugeln mit einem schwarz-grünen Bündnis nach der Bundestagswahl 2013 und forderte ein eindeutiges Bekenntnis zur SPD. Die Grünen müssten dieser Personalentscheidung eine politische Entscheidung folgen lassen, sagte Gabriel. "Wählerinnen und Wähler wollen Klarheit und kein doppeltes Spiel. Bei der SPD ist das klar: wir wollen 2013 eine Regierungsbildung von SPD und Grünen und keine Koalition mit der CDU/CSU. Jetzt sind die Grünen am Zug", fügte der Parteivorsitzende hinzu.

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