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05.07.2015

20:38 Uhr

Nach Vorstandswahlen

Henkel tritt aus AfD aus

Nach den Vorstandswahlen der AfD tritt der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel aus der Partei aus. Nach einem Richtungsstreit hatte der rechte Flügel um Frauke Petry die Vorstandswahlen für sich entschieden.

Der rechte Flügel um Frauke Petry hat den wochenlangen Richtungsstreit bei der AfD für sich entschieden. Nun will Hans-Olaf Henkel die Partei verlassen. dpa

Hans-Olaf Henkel

Der rechte Flügel um Frauke Petry hat den wochenlangen Richtungsstreit bei der AfD für sich entschieden. Nun will Hans-Olaf Henkel die Partei verlassen.

BerlinNach dem Sieg des rechten AfD-Flügels bei den Vorstandswahlen auf dem Bundesparteitag verlässt der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel nach ZDF-Informationen die Partei. Das meldeten die „heute“-Nachrichten am Sonntagabend auf Twitter. Henkel selbst äußerte sich später ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst:

Auf dem Essener Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) hatte der rechte Flügel um Frauke Petry den wochenlangen Richtungsstreit klar für sich entschieden.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“ (AfD)

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Sympathisanten

Diversen Umfrage zufolge können sich zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen vorstellen, eine euroskeptische Partei zu wählen.

Petry erhielt bei der Wahl zur Ersten Vorsitzenden am Wochenende knapp 60 Prozent der Stimmen. Für ihren Rivalen, den liberal-konservativen Parteigründer Bernd Lucke, votierten rund 38 Prozent. Während Lucke nicht mehr mit Petry zusammenarbeiten will, schloss Petry eine weitere Zusammenarbeit mit Lucke nicht aus.

Petry hielt Lucke und dessen wirtschaftsliberalen Flügel im Kern eine thematische Verengung der AfD auf die Ablehnung der Euro-Rettungspolitik vor. Lucke wirft seinen Gegnern vor, die AfD nicht gegen das rechte Spektrum abzugrenzen und kritisierte unter anderem Kontakte zur Islam-feindlichen Pegida-Bewegung.

AfD-Parteitag: Petry gewinnt mit 60 Prozent gegen Lucke

AfD-Parteitag

Petry gewinnt mit 60 Prozent gegen Lucke

Überraschung beim AfD-Parteitag: Die Delegierten wählten schon am Samstag und entschieden sich für Frauke Petry. Die 40-Jährige ist damit alleinige Vorsitzende der Alternative für Deutschland. Bernd Lucke ist abgewählt.

Henkel war bereits im April wegen des Richtungsstreits in der AfD als Parteivize zurückgetreten. Er zählt zum Lucke-Lager. Der 75-Jährige war von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Zahlreiche Lucke-Anhänger hatten angekündigt, sie wollten die Partei verlassen, falls Petry die Führung übernehmen sollte.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Herr Ludwig Otto

06.07.2015, 08:29 Uhr

"Pöbelei,Intoleranz,Machenschaften"? Lieber Herr Henkel-so etwas nennt man in der Psychologie Projektion-denn das genau war ihre Qualität der politischen Auseinandersetzung mit der national-konservativen Richung in der AfD.Gut das sie austreten-denn eine FDP 2.0 braucht Deutschland nicht.Und lieber Herr Henkel,ihre Art der Pöbelei,Intoleranz und Machenschaften haben mich ehrlich gesagt sehr verwundertt,denn ich emp fand Sie immer als ein sympathisches und belebendes Element in den Talkshows.Aber um Ihre Sprache zu verwenden: Solche Elemente wie Sie braucht weder die AfD noch eine andere Partei-aber das ist ja mittlerweile Konsens-statt zu argumentieren wird ganz schnell mit Schlagworten und Verunglimpfungen und Angriffe auf die Persönlichkeit des politischen Gegeners gearbeitet.Und eins ist klar: Auf Frau Petry wird jetzt täglich in dieser niveaulosen Art und Weise von den Mainstreammedien eingedroschen.Glücklicherweise befindet sich das Handelsblatt nicht auf diesem Niveau.

Herr S. B.

06.07.2015, 08:35 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Julius Ceasen

06.07.2015, 09:34 Uhr

Dies nun ist die glorreiche Stunde des siegreichen Untergangs. Die Nationalisten meinen einen Sieg errungen zu haben, sie meinen jetzt da sie die Oberhand erlangt haben, dass sie versöhnlich die Liberalen an sich binden könnten. Doch das ist ein Trugschluss, dieser vermeintliche Sieg wird mit starken Verlusten erkauft. Es mag zwar sein, dass es unter den Liberalen national-liberal orientierte gibt, welche in ökonomischen Fragen liberal denken aber gesellschaftlich doch eher konservativ sind. Doch diese Strömung des Liberalismus ist in Deutschland seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nur noch eine kleine Minderheit. Es gab in der FDP schon mehrere Versuche einer Verschiebung nach rechts und auch Abspaltungen, alle samt gescheitert. Denn letztlich ist eine liberale Geisteshaltung eine ganzheitliche Grundeinstellung, welche sich nur bedingt mit den Grenzen des Konservatismus anfreunden kann.
Viele Liberale werden die AfD nun verlassen, da sie sich nicht mit den als zu radikal empfundenen Nationalisten identifizieren können. Der daraus folgende Verlust an innerparteilichem Gegengewicht wird nach und nach eine Radikalisierung, also eine Verlagerung nach rechts, zur Folge haben. Diesen Vorgang werden die konkurrierenden Parteien ausnutzen um die AfD bis zur nächsten Bundestagswahl vollständig zu Diskreditieren und zu Demontieren.
In den Medien wird man sich der Sache nicht entziehen können und die AfD als ein schauriges Beispiel dafür ausschlachten, wie ein Projekt subversiv unterwandert wird um es sich anzueignen und umzuwidmen. Je nachdem wie sich die AfD verhalten wird, könnte das Ganze auch als ein Umsturz im Sinne der Strategie der neuen Rechten interpretiert werden. Das wird ein Feuerwerk.

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