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08.10.2013

15:13 Uhr

Nach Wahlpleite

FDP verkleinert Parteizentrale

Die FDP will nach ihrem Wahl-Debakel auf einem Sonderparteitag einen Neuanfang machen. Wichtigster Punkt ist die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Aber auch einschneidende Sparmaßnahmen stehen auf dem Programm.

Der Fraktionssaal der FDP. Die Partei braucht einen neuen Finanzplan. AFP

Der Fraktionssaal der FDP. Die Partei braucht einen neuen Finanzplan.

Berlin Als Konsequenz aus der Niederlage bei der Bundestagswahl hat die scheidende FDP-Führung einschneidende Sparmaßnahmen beschlossen. Die Berliner Zentrale der Bundespartei müsse künftig mit etwa 20 Vollzeitstellen auskommen, zehn bis zwölf Stellen würden gestrichen, sagte Generalsekretär Patrick Döring nach einer Vorstandssitzung am Dienstag in Berlin. Der Partei stünden wegen des schlechten Wahlergebnisses pro Jahr etwa 2,8 Millionen Euro weniger zur Verfügung als in der mittelfristigen Finanzplanung veranschlagt.

„Wir werden jeden Euro doppelt anschauen, denn wir wollen vor allem kampagnenfähig sein“, sagte Döring. In der angemieteten Parteizentrale in Berlin-Mitte müsse aus Kostengründen ein Teil der Räumlichkeiten aufgegeben werden. Parteitage sollten künftig bescheidener ausfallen, um finanziellen Spielraum für die anstehenden Wahlkämpfe zu schaffen. „Das ist leistbar, das ist machbar“, sagte Döring. Wegen der geplanten Stellenstreichungen seien bereits Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen worden.

Bei ihrer mittelfristigen Finanzplanung war die FDP laut Döring von einem Wahlergebnis bei der Bundestagswahl von sieben Prozent ausgegangen. Da die Liberalen nun aber nur 4,8 Prozent der Stimmen bekommen haben, erhalten sie deutlich weniger Geld aus der staatlichen Parteienfinanzierung.

Ob auch die Spitzengremien der Partei verkleinert werden sollen, dürfte Thema des Parteitags im Mai 2014 sein, sagte Döring. Der Vorstand habe beschlossen für den 7. und 8. Dezember einen Sonderparteitag in Berlin einzuberufen, um die Führungsspitze komplett neu zu wählen. Einziger Kandidat für den Parteivorsitz ist bislang der Vorsitzende der NRW-FDP, Christian Lindner. Ein Antrag der Jungliberalen, den neuen FDP-Chef von der Basis wählen zu lassen, fand im Bundesvorstand am Dienstag keine Mehrheit.

Kommentare (5)

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Antonique

08.10.2013, 15:59 Uhr

Der Anfang vom Ende. Diese Partei, die alle ihre Ideale an den Euro und die EU verkauft hat, braucht niemand mehr. Sie ist schlichtweg überflüssig. Die AfD hat der kaputten FDP Vieles voraus. Euro und EU werden wieder thematisiert, es werden Grenzen aufgezeigt und die Schuldenvergemeinschaftung ist überholt. Deutschland braucht anstelle der FDP eine starke AfD. Das ist unstrittig. Letztlich hat die AfD der FDP den Gnadenstoß gegeben.

Numismatiker

08.10.2013, 16:42 Uhr

"„Wir werden jeden Euro doppelt anschauen, denn wir wollen vor allem kampagnenfähig sein“,..."

Liebe FDPler,

jetzt lernt Ihr endlich wie Hartz IV -Empfänger, Aufstocker und Alleinerziehende leben.

nansenstein

08.10.2013, 20:25 Uhr

Döring hätte besser vor der Wahl die Rettungsschirm-Euros doppelt angeschaut und eingespart. Die FDP wäre noch im Bundestag. Leider hat sie ihre Ideale wie "frei und demokratisch" an die Euro- und EU-Phantasten verkauft. Das war am Ende der Untergang. Die AfD hat ihn mit bewirkt!

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