Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.12.2012

11:59 Uhr

Nach Winter-Delle

Hoffnung auf Job-Aufschwung 2013

Jahrelang hat der Arbeitsmarkt geboomt - inzwischen ist der Jobaufschwung zum Stillstand gekommen. Fachleute sehen darin allerdings nur eine „Delle“ – schon im Sommer 2013 soll sich die Lage wieder bessern.

2012 verlor der Arbeitsmarkt Monat für Monat an Tempo. 2013 soll es wieder mehr Arbeit geben. dpa

2012 verlor der Arbeitsmarkt Monat für Monat an Tempo. 2013 soll es wieder mehr Arbeit geben.

NürnbergDas Ende des deutschen Jobwunders kam schleichend - Monat für Monat verlor der international beachtete Arbeitsmarktaufschwung im Jahr 2012 an Tempo. Inzwischen steht der deutsche Jobmarkt vor einer ausgeprägten Winterdelle - und das keineswegs nur wegen Schnee und Frost. Konjunkturforscher und Bankenvolkswirte rechnen selbst nach Abzug saisonaler Effekte in den nächsten Monaten mit steigenden Arbeitslosenzahlen. Die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft bekommen zunehmend auch Jobsucher zu spüren. Die meisten Fachleute halten das allerdings nur für eine Episode.

Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2013 dürfte sich der Arbeitsmarkt nach ihrer Einschätzung wieder stärker beleben. Voraussetzung sei allerdings, so betont etwa Dennis Snower vom Kieler Institut für Weltwirtschaft, das sich die Konjunktur im Verlauf des Jahres 2013 belebt - getragen von stärkeren Exporten und höheren Unternehmensinvestitionen. Sollte sich die Euro-Schuldenkrise allerdings wieder zuspitzen, sähe alles schnell anders aus, schätzt auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Fachkräftemangel: Bundesagentur für Arbeit plant Digitaloffensive

Fachkräftemangel

Bundesagentur für Arbeit steht vor Großumbau

BA-Chef Weise will in Zukunft stärker als bisher gegen den Fachkräftemangel vorgehen.

Insgesamt rechnen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher vorerst aber nicht damit, dass die aktuelle konjunkturelle Durststrecke zu größeren Entlassungen führt. Schon wegen des drohenden Fachkräftemangels dürften viele Personalchefs bemüht sein, ihre Mitarbeiter so lange wie möglich an sich zu binden. Gut gefüllte Arbeitszeitkonten erlaubten vorerst eine flexible Antwort auf Auftragslücken, betont das IAB. Zudem hält die Bundesagentur noch das Instrument der Kurzarbeit bereit. Wie andere Konjunkturforscher rechnet auch Roland Döhrn vom Rhein-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) 2013 mit einem verstärkten Einsatz von Kurzarbeit.

Der rund drei Jahre andauernde Job-Boom scheint jedenfalls endgültig vorbei zu sein. So rechnen die Experten für 2013 trotz einer Erholung im zweiten Halbjahr erstmals seit vier Jahren wieder mit steigender durchschnittlicher Jahresarbeitslosigkeit. Nur über den Umfang des Anstiegs sind sich die Fachleute uneinig. Rechnet etwa das Nürnberger IAB lediglich mit einem Anstieg von 30 000 auf 2,93 Millionen Erwerbslose, gehen Bankenvolkswirte eher von einer Zunahme von knapp 100 000 auf dann 3,0 Millionen aus. im Jahr 2012 waren im Jahresschnitt 2,9 Millionen ohne Arbeit - rund 80 000 weniger als 2011.

Regionale Rangliste: Armes Deutschland!

Regionale Rangliste

Armes Deutschland!

Deutschland ist reich. Und dennoch sind mehr Menschen denn je von Armut bedroht. Die Schere zwischen Reich und Arm klafft immer weiter auseinander, auch von Region zu Region. Und es gibt ein neues Schlusslicht.

Arbeitsmarktforscher machen für den fehlenden Schwung auf dem Arbeitsmarkt freilich nicht nur die lahmende Konjunktur verantwortlich. So seien inzwischen die Effekte der Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts weitgehend aufgebraucht: „Beispielsweise sind die Chancen, Arbeitslosigkeit zu beenden, über Jahre gestiegen. Nun haben sie sich auf einem höheren Niveau eingependelt“, schreibt das IAB. Zudem seien mit den jüngsten Lohnerhöhungen inzwischen auch die Arbeitskosten in Deutschland gestiegen. Ein wichtiger Impuls für den Arbeitsmarkt - die bislang geringen Lohnkosten - falle damit künftig weg, gibt das IAB zu bedenken.

Einig sind sich die Fachleute dennoch: Von einer Krise ist der deutsche Arbeitsmarkt weit entfernt. Dafür spricht schon der für das Jahr 2013 erwartete weitere Anstieg der Beschäftigten: Das IAB etwa rechnet im neuen Jahr mit einer Zunahme um rund 200 000 auf dann 41,848 Millionen Erwerbstätige. Der Anstieg fiele damit zwar nur halb so groß aus wie im Jahr 2012. Trotzdem zeige dies, dass Unternehmen weiterhin Arbeitskräfte suchten. Dass davon seit einiger Zeit allerdings Arbeitslose kaum noch profitieren, gehört zur Besonderheit der aktuellen Arbeitsmarktlage. Viele der neu geschaffenen Jobs werden mit Zuwanderern aus Ost- und Südeuropa besetzt.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RumpelstilzchenA

27.12.2012, 13:35 Uhr

Da freuen sich aber die Migranten!
Für Deutsche gibt es leider keine neuen Jobs!Werden von der Argentur für Arbeit für Deutsche nicht angeboten.

steuerhilfe.net

28.12.2012, 07:23 Uhr

Als wenn die sogenannten Arbeitsmarktforscher, oder wie immer sie sich auch nennen, jemals Recht hatten. Die passen ihre Prognosen die das Papier nicht wert sind, einfach solange an bis es dann irgendwann mal passt.

Und von der verdeckten Arbeitslosigkeit, wird garnicht gesprochen, die Leute die einfach aus der Statistik rausgerechnet werden bzw. auch davon das viele von ihrem Gehalt gerade so leben können.

WolfThom

30.12.2012, 16:37 Uhr

Die wahren Zahlen

http://www.volksprotest.de

Lösungsvorschläge im Forum!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×