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13.08.2013

05:10 Uhr

Nach Zugausfällen

Brüderle will Börsengang für Deutsche Bahn

Personalmangel, Beinahe-Kollision, gestrichene Züge: In Mainz gibt es seit einer Woche massive Probleme beim Nah- und Fernverkehr. Rainer Brüderle (FDP) hat dafür eine Lösung - und es ist nicht die Entlassung des Chefs.

Rainer Brüderle, Spitzenkandidat der FDP für die Bundestagswahl, hat neue Ideen für das Debakel bei der Deutschen Bahn. dpa

Rainer Brüderle, Spitzenkandidat der FDP für die Bundestagswahl, hat neue Ideen für das Debakel bei der Deutschen Bahn.

Berlin FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle fordert angesichts der chaotischen Zustände am Mainzer Hauptbahnhof eine grundsätzlich neue Struktur der Bahn. Überlegenswert wäre ein Börsengang der AG, deren einziger Anteilseigner der Bund sei, sagte Brüderle in einem vorab veröffentlichten Gespräch mit der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe).

Im Zusammenhang mit den Zugausfällen sprach Brüderle von einer "internationalen Blamage" und einem "unglaublichen Zustand", für den die Menschen kein Verständnis hätten. Es helfe nicht, einen Bahn-Vorstand in die Wüste zu schicken, ergänzte er.

Die Bahn-Struktur mit ihrer staatlichen Absicherung müsse grundlegend unter die Lupe genommen werden. Ein freies Unternehmen im Wettbewerb könne sich so etwas nicht leisten.

Aufgrund von Personalmangel ist der Zugverkehr am Mainzer Bahnhof stark ausgedünnt. Die Deutsche Bahn räumte am Montag ein, dass die Probleme im Stellwerk Mainz kein Einzelfall seien.

Wegen der teilweisen Abkopplung des Bahnhofs der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt will Bahnchef Rüdiger Grube Aufsichtsratskreisen zufolge den Vorstand Produktion der für das Schienennetz zuständigen Bahn-Tochter DB Netz AG, Hansjörg Hess, von seinen Aufgaben entbinden.

Verärgerte Fahrgäste

Zugausfälle in Mainz nehmen zu

Verärgerte Fahrgäste: Zugausfälle in Mainz nehmen zu

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Von

rtr

Kommentare (26)

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DerSeewolf

13.08.2013, 07:06 Uhr

Ein Blick nach Großbritannien zeigt leider die Kehrseite eine Bahnprivatisierung. Die Infrastruktur des Schienennetzes leidet, die Sicherheitsstandards werden am unteren Limit gehalten.

In erster Linie dürfte dabei bei Anlegern und Investoren die optimale Gewinnmaiximierung stehen. Viele britische Bahnexperten haben deutlich vor einer deutschen Bahnprivatisierung nach britischem Vorbild gewarnt.

Aber es hört sich ja so schön einfach an. Gerade in Wahlkampfzeiten. Wenn die Personaldecke bei Fachleuten in Urlaubszeiten zu dünn ist, kommen die bisherigen Sparmaßnahmen gut zum Scheinschein.

Die Berliner S-Bahn ist dafür ebenso ein hervorragendes Anschauungsbeispiel. Optimiert, durchrationalisiert, auf Verschleiß gefahren. Dann reicht es noch für ein paar schöne Bahnhofsprachtbauten, aber nicht mehr für neue Züge und Lokomotiven.

Account gelöscht!

13.08.2013, 07:17 Uhr

So ein Quatsch ! Ob börsennotiert oder nicht hier bleibt eindeutig der Vorstand in der Pflicht und hat mit seinen Einsparmassnahmen die Bahn nun schon selbst lahm gelegt. Schuld ist aber die Politik, die stets auf die Gewinne der Bahn spekuliert um sich diese alljährlich auszahlen zu lassen. Nicht vergessen: Anteilseigner Bund könnte der Bahn auch andere Vorgaben machen! Herr Brüderle bleiben Sie doch bitte ehrlich und objektiv!

oops

13.08.2013, 07:23 Uhr

Die Gewinne der Deutschen Bahn mit denen Herr Brüderle die Bahn an die Börse träumt, die resultieren auch heute noch aus nicht unerheblich fließenden Steuermitteln in die Bahn Bilanz.
Die FDP steckt nicht immer noch in der Wirbelschleppe ihres politischen Fiaskos: die FDP bleibt was ist ist: unwählbar.

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