Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.02.2012

13:18 Uhr

Nachfolge von Weder di Mauro

Claudia Buch wird neue Wirtschaftsweise

VonDorit Marschall

Die Tübinger Professorin Claudia Buch wird neue Wirtschaftsweise. In der Öffentlichkeit ist Buch zwar noch ein unbeschriebenes Blatt - aber im politischen Berlin eine alte Bekannte.

Claudia Maria Buch wird neue Wirtschaftsweise. dapd

Claudia Maria Buch wird neue Wirtschaftsweise.

Berlin/FrankfurtDie 45-jährige Claudia Buch nimmt den Sitz von Beatrice Weder di Mauro im Sachverständigenrat ein. Di Mauro hatte zu Monatsbeginn mit, für keine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen, weil sie für die Wahl in den Verwaltungsrat der UBS nominiert ist und Interessenkonflikte vermeiden will. "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe, denn gerade derzeit müssen sowohl in der Politikberatung als auch in der Forschung eine Reihe wichtiger Fragen beantwortet werden", sagte Buch dem Handelsblatt. Es habe sie immer gereizt, aus Forschungsergebnissen Antworten für die Wirtschaftspolitik abzuleiten. "Umgekehrt profitiere auch ich als Wissenschaftlerin von meiner Tätigkeit in der Politikberatung, da sich daraus viele aktuelle und relevante Fragen für die Forschung ergeben", sagte sie

Buch beschäftigen nach eigener Aussage derzeit vor allem zwei Fragestellungen: "Wie sollten Banken reguliert werden, und welche Rückwirkungen hat die Tätigkeit von Banken für die Gesamtwirtschaft? Und wie ordnet sich Europa in Folge der Krise neu?", sagte sie dem Handelsblatt.

Die fünf „Wirtschaftsweisen“

Gründung

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde 1963 per Gesetz gegründet, um die Politik zu beraten.

Aufgaben

Die „Wirtschaftsweisen“ analysieren die Situation der deutschen Volkswirtschaft und die zukünftige Entwicklung. Sie legen jeden Herbst im Auftrag der Bundesregierung ihr Jahresgutachten vor. Sie können aber auch in Sondergutachten zu besonderen Problemen Position beziehen. Zudem können sie sich Rat bei weiteren Fachleuten holen.

Zusammensetzung

Dem unabhängigen Sachverständigenrat gehören fünf Professoren an, die für jeweils fünf Jahre vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Regierung berufen werden.

Aktuelle Mitglieder

Vorsitzender ist Christoph Schmidt (Bochum). Außerdem gehören Peter Bofinger (Würzburg), Christoph M. Schmidt (Bochum), Lars P. Feld (Freiburg) und Claudia Buch dem Gremium an.

Das Bundeskabinett beschloss Buchs Berufung auf Vorschlag von Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler am Mittwoch. „Mit Professor Buch gewinnt der Sachverständigenrat erneut eine anerkannte Ökonomin und ausgewiesene Expertin für internationale Finanzmärkte“, sagte Rösler (FDP). Das sei gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen von besonderem Nutzen, so der Minister. Die Ernennung durch den Bundespräsidenten gilt als Formsache. Buchs Amtszeit startet am 1. März 2012 und endet am 28. Februar 2017.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Frau Buch“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Wolfgang Franz, dem Handelsblatt. „Sie ist nicht nur eine hervorragende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Finanzmarktanalyse und der internationalen Makroökonomik, sondern sie weist auch Erfahrungen in der wissenschaftlichen Politikberatung auf", sagte Franz. Gerade auf diesen Gebieten sei der Beratungsbedarf der Bundesregierung derzeit ausgesprochen groß.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.02.2012, 13:17 Uhr

Claudia-Maria Buch ist eine deutsche Volkswirtin und Professorin an der Universität Tübingen. Buch ist Wissenschaftliche Direktorin am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen. Sie forscht über die Regulierung und Aufsicht von Banken.
Zudem sitzt die Ökonomin dem Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium vor.
Eine Theoretikerin, die keinerlei Praktische Erfahrung besitzt, im Umgang mit ihren Forschungsergebnissen in der Realität. Es ist zu vermuten, nur eine quotenfrau mehr, in Merkels nähe, was für Glanzlichter im Schein der Sonne.
Hat diese Ökonomik diesen Schlamassel verhindert, in dem die BRD heute steckt???
Hat jemals eine Bundesregierung diesen dicken Welser der Weisen in der Vergangenheit gelesen und danach gehandelt???
Was da erforscht wird, ist zum größten Teil unbrauchbar für die Industrie!
Man kann nur über das Schlitzohr Rösler schmunzeln, wieder jemand versorgt und Glücklich gemacht.
Danke

melancholiker

15.02.2012, 13:46 Uhr

@fischer
richtig und die politik rühmt sich noch selbst, daß politische wahrheiten andere ( sie meint natürlich größere) seien. aber wirtschaftliche wahrheiten sind am ende nicht zu manipulieren und deshalb wird es ein böses erwachen geben.

Account gelöscht!

15.02.2012, 14:12 Uhr

von was für praxiserfahrung in der vwl sprechen sie ?? vwl ist immer theoretisch; man muss die zinssätze ja nicht selbst ändern, um deren einfluss auf die volkswirtschaft, das bankensystem etc. untersuchen zu können.
ihre behauptung, rösler hätte durch die benennung jemanden versorgt ist absurd, da frau buch als professorin längst versorgt ist...
vg

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×