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27.02.2014

12:34 Uhr

Nachfolger von André Schmitz

Musikproduzent Renner wird Berliner Kultur-Staatssekretär

Der Musikproduzent Tim Renner wird neuer Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten im Berliner Senat. Der Nachfolger von André Schmitz, der wegen einer Steueraffäre zurückgetreten war, soll Ende April antreten.

Der Musikproduzent Tim Renner soll neuer Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten im Berliner Senat werden. dpa

Der Musikproduzent Tim Renner soll neuer Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten im Berliner Senat werden.

BerlinDer Musikproduzent Tim Renner soll einem Zeitungsbericht zufolge neuer Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten im Berliner Senat werden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit werde Renner an diesem Donnerstag als Nachfolger von André Schmitz (beide SPD) vorstellen, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf SPD-Kreise. Schmitz war Anfang Februar wegen einer Steueraffäre zurückgetreten.

Das SPD-Mitglied Renner werde sein Amt Ende April antreten, berichtet die „Welt“ weiter. Demnach ist der 49-Jährige derzeit Geschäftsführer des Musiklabels Motor Entertainment GmbH, früher führte er Universal Music Deutschland.

Der Senat hatte die Entlassung von Schmitz beschlossen, nachdem bekannt geworden war, dass gegen diesen 2012 ein Verfahren wegen Steuerbetrugs lief. Er hatte zugegeben, mehrere Jahre lang die Erträge eines Guthabens in Höhe von 425 000 Euro in der Schweiz nicht versteuert zu haben. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 5000 Euro und eine Steuernachzahlung von rund 22.000 Euro Ende 2012 eingestellt. Auch Wowereit, der seit 2006 das Kulturressort verantwortet, war wegen der Affäre mächtig unter Druck geraten. Der Regierungschef wusste seit 2012 von dem Steuerbetrug. Er hatte Schmitz jedoch wegen seiner Verdienste um die Kulturpolitik im Amt gelassen und auch kein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

Renners Berufung dürfte vor allem bei der Kultur- und Kreativwirtschaft auf Begeisterung stoßen. Für deren Belange hat sich der Unternehmer schon vor einiger Zeit stark gemacht. Die Kreativwirtschaft sei mit ihren Kleinstlabeln, Galeristen oder Softwareschmieden „extrem kleinteilig“, was sie im politischen Diskurs behindere, hatte Renner 2009 im Gespräch mit Handelsblatt Online erklärt.

Dagegen sei es „viel leichter, einige wenige Industrieunternehmen zu einer schlagkräftigen Lobbygruppe zu vereinen, die dann ihre Inputs in den politischen Prozess“ gebe. „Da muss der Staat eingreifen und im Zweifel selbst die Struktur bauen“, forderte der frühere Chef von Universal Music Germany damals von der Bundesregierung.

Interessanterweise formulierte Renner damals einen Lösungsansatz, den er heute quasi selbst als Person wird ausfüllen können – zumindest auf Landesebene. Damals regte er an, die kreativwirtschaftlichen Kompetenzen beim Kulturstaatsminister zu bündeln und ihn zum Kulturminister zu machen. Eine andere Möglichkeit wäre, „einen starken Staatsekretär im Wirtschaftsministerium zu verankern“.

Renner verwies auf die positiven Erfahrungen Großbritanniens. Dort habe man schon vor vielen Jahren einen „Minister for Creative Industries“ ins Leben gerufen, um „einen Bereich, der große Bedeutung gewonnen hat, zu fördern, die Wachstumspotenziale zu stärken und die Ungleichheiten im Markt zu ebnen“. Die Kreativwirtschaft in Deutschland sei ein Bereich „mit der höchsten Dynamik“, betonte Renner.

Renner gilt als einer der führenden Experten im Musikgeschäft. Er ist derzeit Geschäftsführer des Musiklabels Motor Entertainment GmbH und war früher Geschäftsführer der Firma Universal Music Deutschland. Seit 200 arbeitet der Autor auch als Professor an der Popakademie Baden-Württemberg.

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