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18.05.2015

21:41 Uhr

Nachfolger von Böhrnsen

Carsten Sieling soll Bremer Bürgermeister werden

Carsten Sieling soll Bremen regieren. Der Ex-Fraktionschef der Bremer SPD wird nach dem Wunsch des Landesvorstands Jens Böhrnsen beerben. Der Diplom-Ökonom ist vor allem im linken Spektrum der Partei aktiv.

Kandidat auf den Bürgermeister-Posten: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling in Bremen. dpa

Carsten Sieling

Kandidat auf den Bürgermeister-Posten: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling in Bremen.

BremenDie SPD im kleinsten Bundesland Bremen hat einen Nachfolgekandidaten für den langjährigen Regierungschef Jens Böhrnsen gefunden: Der SPD-Landesvorstand nominierte am Montagabend einstimmig den 56 Jahre alten Bremer Bundestagsabgeordneten Carsten Sieling. „Die Aufgabe ist eine Herausforderung“, sagte Sieling. „Ich werde das mit viel Energie und Leidenschaft machen. Wir brauchen einen Aufbruch in diesem Land.“

Die SPD hatte die Landtagswahl am 10. Mai zwar gewonnen, aber massive Stimmverluste erlitten. Böhrnsen hatte dafür die Verantwortung übernommen und völlig unerwartet seinen Rückzug angekündigt. Sieling kündigte an, er wolle nun zügig Gespräche mit den Grünen über die Bildung einer neuen Landesregierung aufnehmen. „Wenn es möglich ist, wollen wir die Koalition mit den Grünen fortsetzen“, sagte er. Rot-Grün regiert seit 2007 an der Weser.

Sieling, der bereits im Vorfeld als Favorit für das Amt gehandelt worden war, soll am 2. Juni von einem SPD-Landesparteitag offiziell nominiert werden. Der SPD-Landesvorsitzende Dieter Reinken sagte: „Carsten Sieling ist für uns ein überzeugender Kandidat.“

Bremen und die Wahl

Historie

Bremen ist seit Kriegsende fest in der Hand der Sozialdemokraten. Bei acht Landtagswahlen erreichten sie sogar die absolute Mehrheit.

Ausgangslage

2011 erzielte die seit 2007 regierende rot-grüne Koalition einen haushohen Sieg: Die SPD holte 38,6 Prozent (+1,9 Prozent), die Grünen 22,5 Prozent (+6). Die CDU sackte auf 20,4 Prozent ab (-5,2) - ihr schlechtestes Ergebnis der letzten 50 Jahre. Die Linke kam auf 5,6 Prozent (-2,8). Die FDP flog mit 2,4 Prozent (-3,6) aus der Bürgerschaft.

Wahlberechtigte

Rund 500 000 Wahlberechtigte dürfen ihre Stimmen abgeben, darunter auch Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Die Wahlbeteiligung lag 2011 bei 55,5 Prozent - die niedrigste seit 1947.

Wahlrecht

Jeder Wähler hat fünf Stimmen, sie dürfen frei auf Parteien oder Kandidaten verteilt werden. Die Auszählung dauert mehrere Tage.

Bürgerschaft

Die Bürgerschaft besteht aus 83 Abgeordneten. Davon werden 68 in Bremen und 15 in Bremerhaven gewählt. 2011 errang die SPD 36 Sitze, die Grünen 21, die CDU 20, die Linke 5 und die Wählervereinigung „Bürger in Wut“ (BIW) einen Sitz.

Besonderheiten

Wegen der getrennt gewerteten Fünf-Prozent-Klausel im Zwei-Städte-Staat können Abgeordnete ins Parlament ziehen, die etwa nur in Bremerhaven über die Fünf-Prozent-Hürde gekommen sind.

Bewerber

Im Wahlbereich Bremen bewerben sich zehn Parteien und Wählervereinigungen mit 303 Kandidaten. In Bremerhaven stehen elf Parteien und Wählervereinigungen zur Wahl.

Spitzenkandidaten

Die SPD setzt auf ihr Zugpferd Bürgermeister Jens Böhrnsen. Die Grünen setzten Finanzsenatorin Karoline Linnert auf Platz eins. Die CDU schickt die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann ins Rennen. An der Spitze der Linken steht die Bürgerschaftsabgeordnete Kristina Vogt. Die FDP wirbt mit der parteilosen Unternehmerin Lencke Steiner als Spitzenkandidatin. Bei der AfD soll es Landeschef Christian Schäfer richten.

Künftige Regierung

Unter den Wählern ist keine Wechselstimmung auszumachen. Es gibt kaum Zweifel an einer Bestätigung von Rot-Grün.

Wahlkampf

Unter den Wählern ist keine Wechselstimmung auszumachen. Es gibt kaum Zweifel an einer Bestätigung von Rot-Grün.

Kommunalwahl

Gleichzeitig mit der Landtagswahl werden auch Kommunal- und Stadtteilparlamente gewählt.

Die Sozialdemokraten hatten bei der Wahl 5,8 Prozentpunkte verloren und mit 32,8 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 70 Jahren erzielt. Die Grünen fielen um 7,4 Punkte auf 15,1 Prozent. SPD und Grüne können aber zusammen weiter regieren, sie vereinen 44 der 83 Sitze im Landesparlament.

Von

dpa

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