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12.03.2013

06:27 Uhr

Nachlassende Bereitschaft

Betriebe flüchten aus der Ausbildung

VonBarbara Gillmann, Benjamin Wagener

ExklusivTrotz Fachkräftemangel werden immer weniger Ausbildungsverträge geschlossen. Nur noch jeder fünfte Betrieb bildet aus, steht in dem noch unveröffentlichten Berufsbildungsbericht. Auch die Zahl der Lehrstellen sank.

Auszubildender bei der Arbeit – hier bei BMW in München. dpa

Auszubildender bei der Arbeit – hier bei BMW in München.

Berlin2012 haben die Betriebe in Deutschland nur noch 551.272 Ausbildungsverträge geschlossen, das waren 2,2 Prozent weniger als 2011. Das geht aus dem noch unveröffentlichten Berufsbildungsbericht hervor, der dem Handelsblatt (Dienstagausgabe) vorliegt. Auch die Zahl der angebotenen Lehrstellen sank um 2,4 Prozent auf 584.547. Für 2013 prognostiziert das Bildungsministerium, das den Bericht erstellt hat, einen weiteren Rückgang um gut drei Prozent. Es ruft die Unternehmen dringend auf, Lehrstellen zu besetzen und so „ihren Fachkräftebedarf zu sichern“.

Zugleich ist die Quote der Unternehmen, die überhaupt noch ausbilden, weiter auf 21,7 Prozent gesunken – der niedrigste Stand seit 1999. Dabei müsste die Wirtschaft dringend in die Nachwuchsausbildung investieren, mahnt der Berufsbildungsbericht. Denn bis 2025 wird die Zahl der Schulabgänger kontinuierlich um rund 156. 000 auf dann 725.000 Absolventen sinken.

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Die Folge des demografischen Wandels und der nachlassenden Ausbildungsbereitschaft: 2030 fehlt nach Prognosen des Bundesinstituts für Berufsbildung eine Million Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung.

Gut 33.000 Lehrstellen blieben 2012 laut Bundesagentur für Arbeit (BA) unbesetzt, rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Im laufenden Jahr sollte es eigentlich besser werden, weil die Zahl der Schulabgänger ohne Studienberechtigung – also der typischen Kandidaten für eine Lehre – erstmals seit 2001 wieder um 17.000 auf 552.000 zulegen wird. Die Unternehmen sollten deshalb ihre Anstrengungen intensivieren, „um alle Potenziale für die duale Berufsausbildung zu nutzen“, heißt es im Entwurf des Berufsbildungsberichts.

Kommentare (42)

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12.03.2013, 06:56 Uhr

Mal wieder die Mär vom Fachkräftemangel und gleicch auch das Argument, dass es den gar nicht gibt.
Es gibt viele, viel Gründe und Indizien, die den angeblichen Fachräftemangel als eine Mär entlarven. Dazu gehört auch, wie sich Unternehmen aus der Ausbildung zurück ziehen.

Es fehlen angeblich vorwiehend LKW-Fahrer und Pflegekräfte. Gerade in diesen Berufen aber herschen seit vielen, vielen Jahren miserabele Bedingungen für Beschäftigte. Schlechte Bezahlung, ungünstige Arbeitszeiten, Schichtdienst und das alles bei stabil niedigen Löhnen.

Mangel? Zum Lachen!

Ja, dieser Tage klagt auch der öffentliche Dienst, nicht genügend qualifizierte Beweber zu finden. Logo! Seit 10 und mehr Jahren reale Einkommensverluste, während sich Gehälter in der Wirtschaft für vergleichbare Berufe längst abgekoppelt haben. Zudem keine Möglichkeiten im ÖD, sich hoch zu arbeiten. Da zählen gnadenlos miese Diplom-Zeugnisse von vor 35 Jahren mehr, als ein dynamischer FH-Abschluss vor 8 Jahren bei besten Arbeitsergebnissen und Beurteilungen.

Last not least: EU-weit freier Arbeitsmarkt bei beängstigenden AL-Raten. Die Ressource Mensch ist reichlich vorhanden.

Gesucht sind allenfalls perfekte Roboter, die für "lau" nicht nur 40 Stunden im Schichtbetrieb schuften, sondern auch noch kräftig Überstunden leisten - wofür mehr als die Hälte des Lohns an den Staat geht ......!

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12.03.2013, 07:04 Uhr

Zitat:
"Deutschland hinkt bei der Zuwanderung hinterher."

Logo, auch daran wird erkennbar, wie unattraktiv der Deutsche Arbeitsmarkt ist; was man wirklich sucht kriegt man nicht für diese Konditionen. Da "helfen" selbst 50 % Jugendarbeitslosigkeit in Spanien (z.B.) nicht, in großem Umfang Arbeitskräfte hier her zu kriegen.

Für strammes Schuften einen scheinbar reichlichen Lohn, den zur Häfte der Staaat kassiert und umverteilt. Unbezahlbarer Wohnraum dort, wo es Arbeit gäbe (Ballungsgebiete).

Fachkräftemangel???

Nie und nimmer! Die Konditionen stimmen nur nicht mehr. Hingegen organisiert die Lobby immer und immer wieder das Klagelied zulasten der Arbeitnehmer. Deutschland hinkt bei der Lohnentwicklung weit hinterher. Das belegen einschlägige Studien, die auch im HB publiziert wurden. Aber die Aktienkruse schießen durch die Decke, wegen bester Gewinnperspektiven ....

Korrigiert diese Fehlentwicklungen und ihr kriegt genügend, mehr als genügend Arbeitskräfte.

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12.03.2013, 07:09 Uhr

Die Fachkräftelüge wird nur noch von einigen unverbesserlichen verbreitet. Es gibt sie nicht, keiner hat sie gesehen. Temporär gibt es möglicherweise hier und da nicht 100 Bewerber pro Stelle, mehr nicht.
Gegen entsprechende Bezahlung sind immer Fachkräfte zu haben.

Entsprechend dem marktwirtschaftlichen Grundsatz der Preisbildung über Angebot und Nachfrage müssten Die Preise(Löhne) steigen, wenn das Angebot geringer wird - das Gegenteil ist der Fall. Also haben wir es eher mit einem Überschuß zu tun, was auch mehr der realität entspricht. Solange noch Sklavenhändler ihre Billigjobs besetzten können, ist von Fachkräftemangel keine Spur. Im ÖD davon zu sprechen ist lächerlich, dort sind die Gehälter tatsächlich unterirdisch.

Und so reiht sich die mangelnde Ausbildung ein in die Reihe der Beweise, die den angeblichen Fachkräftemangel als Lüge entlarven.

Es geht um Billigkräfte. Auch die massenhafte Anwerbung von Billigkräften aus dem Ausland dient nur diesem Ziel. Absenkung der Löhne um die Gewinne der Konzerne und damit der Reichen zu steigern.

Die Marionettenregierung in Berlin lügt nur im Sinne derer die sie bezahlen. Wahr werden die Aussagen deshalb trotzdem nicht.

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