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20.09.2012

15:52 Uhr

Nachwuchssorgen

Schröder setzt auf künstliche Befruchtung

Deutsche Frauen bekommen statistisch gesehen nur noch 1,36 Kinder - deutlich weniger als der Rest der EU. Deshalb setzt Familienministerin Schröder ihre Hoffnung jetzt auf die Förderung der künstlichen Befruchtung.

Deutsche Frauen bekommen immer noch zu wenige Kinder. dpa

Deutsche Frauen bekommen immer noch zu wenige Kinder.

WiesbadenDeutschland steht im europäischen Vergleich der Geburtenzahlen weiter schlecht da: Am statistischen Wert der Kinder pro Frau hat sich im vergangenen Jahr kaum etwas verändert. Die Geburtenrate sank leicht auf 1,36 Babys pro Frau, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Für das Jahr 2010 hatten die Statistiker eine Rate von 1,39 Kindern errechnet. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will Frauen bei künstlicher Befruchtung finanziell unter die Arme greifen und hofft dadurch wenigstens auf einen kleinen Babyboom.

Schon seit 1973 bewegt sich die Geburtenrate in Westdeutschland konstant zwischen 1,3 und 1,4 Kindern pro Frau. Auf diesem Niveau hat sich inzwischen auch der Wert für ostdeutsche Frauen eingependelt, nachdem er in den Jahren nach der Wende unter einem Kind pro Frau gelegen hatte. Im Vergleich mit anderen Ländern Europas hält Deutschland zwar noch nicht die rote Laterne. Doch Länder wie Frankreich, Irland oder Norwegen weisen mit Geburtenraten von etwa zwei Kindern pro Frau deutlich bessere Werte auf.

Familienministerin Schröder will das deutsche Nachwuchsproblem durch künstliche Befruchtung lösen. dpa

Familienministerin Schröder will das deutsche Nachwuchsproblem durch künstliche Befruchtung lösen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 662.685 Babys geboren, ermittelten die Statistiker des Bundes aus Daten der Standesämter. Deutschland geht der Nachwuchs aus, denn noch vor 20 Jahren kamen fast 170.000 Kinder mehr zur Welt. Dies liegt vor allem daran, dass die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter in diesem Zeitraum um knapp eine Million schrumpfte. Der langfristige Abwärtstrend wird auch beim Blick auf den Frauen-Jahrgang von 1962 deutlich: Damals wurden Frau im Schnitt Mutter von 1,61 Kindern, die Frauen von 1941 bekamen sogar noch 1,92 Kinder. Eine positive Nachricht kam jedoch am Mittwoch vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Das Institut ermittelte in einer Studie, dass der Geburtenrückgang bei Akademikerinnen gestoppt sei - gerade sehr gut ausgebildete Frauen entscheiden sich aber spät für Nachwuchs.

Kommentare (1)

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Peterle

20.09.2012, 16:40 Uhr

662T Kinder wurden geboren, aber auch rund 120T Abbrüche gab
es, lt. HB-Statistik vor einigen Tagen. Adoptionen werden
willigen Ehepaaren sehr schwer gemacht. Zu Abbrüchen seien
besonders Frauen bereit, die sich ihre berufliche Karriere nicht vermasseln wollen, wie mir eine Ärztin versicherte,
also jene Frauen, die man durch die Quoten-Regelung in die
Firmenspitzen hieven will. Die ärmeren Frauen seien eher
bereit, ihr Kind auszutragen, für Muslime ist ein Abbruch
vielfach undenkbar. Was wir brauchen sind mehr Krippen-
und Tagesmütter-Plätze, mehr Teilzeit-Arbeit usw. für alle
Frauen, damit sie sich ohne Sorgen um ihre Kinder kümmern und trotzdem beruflich aufsteigen können. Der Dank des ganzen Volkes gehört den Müttern !

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