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02.12.2012

20:45 Uhr

Nächster Erfolg für SPD

Mentrup wird Karlsruher Oberbürgermeister

Karlsruhe geht an die SPD. Für die Südwest-CDU ist dies nach der Schlappe bei der OB-Wahl in Stuttgart der nächste Tiefschlag. Der ebenfalls gebeutelten Landes-SPD könnte der Erfolg Auftrieb geben.

Frank Mentrup bejubelt im Rathaus Karlsruhe (Baden-Württemberg) seinen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl. dpa

Frank Mentrup bejubelt im Rathaus Karlsruhe (Baden-Württemberg) seinen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl.

KarlsruheDer SPD-Politiker Frank Mentrup hat die CDU-Hochburg Karlsruhe eingenommen und wird neuer Oberbürgermeister in der badischen Metropole. Der 48-jährige Staatssekretär im baden-württembergischen Kultusministerium errang am Sonntag überraschend klar die absolute Mehrheit. Für die in den Großstädten schwächelnde CDU war die Niederlage kurz vor Beginn des Bundesparteitags am Dienstag und Mittwoch ein weiterer Tiefschlag.

Mentrup holte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vom Abend 55,25 Prozent der Stimmen. Damit konnte sich der SPD-Politiker gegen seinen schärfsten Konkurrenten von der CDU, den Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther (52), durchsetzen. Wellenreuther kam auf 35,41 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 42,2 Prozent und war höher als bei der letzten Karlsruher OB-Wahl im Jahr 2006.

Der neugewählte OB wurde von seinen Anhängern mit Jubel im Rathaus empfangen. „Es ist Wahnsinn - es fällt mir schon schwer, dieses Ergebnis zu begreifen“, sagte der Mediziner. Für SPD-Landeschef Nils Schmid ist Mentrups Sieg eine Sternstunde: „Es ist ein historischer Erfolg für die SPD, den OB in Karlsruhe zu stellen. SPD und Grüne haben gut zusammengearbeitet“, sagte der baden-württembergische Finanzminister. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) freute sich mit dem Koalitionspartner: „Ein sensationeller Erfolg und ein gutes Ergebnis für Karlsruhe und für das Land.“

Mit Mentrups Triumph ist die über 40 Jahre andauernde CDU-Herrschaft in der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs (knapp 300.000 Einwohner) gebrochen. Der SPD-Mann war auch von dem Koalitionspartner in der Landesregierung, den Grünen, sowie von Piratenpartei und Karlsruher Bürger-Liste (KAL) unterstützt worden. Die knapp 220.000 Wahlberechtigten in Karlsruhe konnten unter sieben Bewerbern wählen.
Wellenreuther sagte nach seiner klaren Niederlage: „Ich habe das geholt, was für die CDU in Karlsruhe möglich ist. Allerdings habe ich gehofft, dass ich zusätzliche Wählerschichten erreichen könnte. Das ist mir nicht gelungen.“ Der Bundestagsabgeordnete ist auch Präsident des Fußball-Traditionsclubs Karlsruher SC.

Zuletzt hatten die Südwest-Christdemokraten ihre Bastion in Stuttgart an die Grünen verloren. Dort löst Anfang 2013 Fritz Kuhn (Grüne) Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) ab. Bereits die verlorene OB-Wahl in der Landeshauptstadt hatte eine Diskussion darüber ausgelöst, warum die CDU in vielen Großstädten nicht mehr so gut ankommt.

Kommentare (1)

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Emerott

03.12.2012, 11:01 Uhr

Ich habe mal einen Test gemacht und bin über goo*le news auf die Suche gegangen. Bei zwei der drei von mir besuchten Seiten zu diesem Thema kamen wohl nur ge-guttenberg-te Artikel von dpa ans Licht (foc*s, w*lt), einzig das Handelsblatt hat sich Mühe gemacht und etwas über Hintergründe der beiden wichtigsten Kandidaten und die Situation in meiner früheren Uni-Stadt geschrieben.
Also das Handelsblatt dürfte eigentlich kein Verfechter des neuen Anti-Goo*le-Gesetzes sein - man ist hier sein Werbebanner wert.
Danke.

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