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01.09.2012

16:49 Uhr

Nahrungsmittel

Niebel will Agrar-Spekulationen kontrollieren

Der Entwicklungsminister fordert eine Börsenpflicht aller Agrarrohstoffe. Dadurch wären die Investitionen seiner Meinung nach transparenter: Man könne so sehen, ob mehr gehandelt als tatsächlich produziert werde.

Entwicklungsminister Dirk Niebel will den Handel mit Agrarrohstoffen eindämmen. dapd

Entwicklungsminister Dirk Niebel will den Handel mit Agrarrohstoffen eindämmen.

BerlinBundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel plädiert für eine Börsenpflicht aller Agrarrohstoffe und dazugehöriger Finanzderivate, um Spekulationen mit Nahrungsmitteln zu mindern. „Damit werden alle Investitionen transparent, das minimiert die Spekulation“, sagte der FDP-Minister der „Berliner Zeitung“ (Samstagausgabe). Erst durch eine Börsenpflicht könne man wirklich sehen, ob mehr gehandelt als tatsächlich produziert werde. Ein generelles Handelsverbot lehnt Niebel ab. „Denn derartige Finanzprodukte dienen den Anbietern und Verarbeitern von Agrarprodukten ja auch zur Absicherung von Preisen.“

Niebel begrüßte die Ankündigung mehrerer Banken wie der Commerzbank, aus dem Geschäft mit Nahrungsmittel-Spekulationen auszusteigen. „Ich halte es für sehr verantwortungsvoll, wenn Banken darauf verzichten, rein spekulative Geschäfte mit Agrarrohstoffen zu betreiben und entsprechende Finanzprodukte zu verkaufen.“ Es dürfe allerdings nicht dazu kommen, dass es gar keine Investitionen mehr in die Landwirtschaft gebe. Vor allem in Afrika sei Kapital nötig, damit die Bauern produktiver arbeiten könnten als bisher. Dabei gehe es nicht nur um den Anbau, sondern auch um Lagerhaltung und Transport. „Wir brauchen diese Investitionen, aber keine Spekulationen“, betonte Niebel.

Hintergrund der Debatte sind steigende Lebensmittelpreise, unter anderem wegen einer Dürre in den USA. Da in den armen Regionen der Welt die Menschen einen großen Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, können auch kleine Preisveränderungen sie existenziell gefährden. Im Jahr 2008 kam es nach Missernten zu Hungerrevolten.

Von

rtr

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

01.09.2012, 17:03 Uhr

ja wieder mal eine super idee...

warum nicht gleich zur planwirtschaft, zurück in die vergangenheit ddr 2.0.




Account gelöscht!

01.09.2012, 17:53 Uhr

Niebel sollte einmal einen Grundkurs in Bank- und Börsenökonomie belegen; eventuell versteht er dann besser, worum es eigentlich geht. Aber sicher bin ich mir nicht, möglicherweise will er nicht begreifen, daß nicht die reinen Spekulationsgeschäften an Terminbörsen die Knappheiten erzeugen, sondern die blöde politische Idee, z.B. Mais im Motor zu verbrennen statt ihn zu essen.

rofl

01.09.2012, 19:13 Uhr

Niebel in Chicago, der dem Getreidehandel auf die Finger klopft: so wie der Niebel drauf ist, werden die alle auf Niebel warten und sich die Leviten lesen lassen.
Da lachen nicht nur die Hühner: die Schweine klopfen sich auf die Schenkel und die Rinder kriegen das Grunzen.

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