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03.12.2011

16:57 Uhr

Nato-Bombardement

Angehörige von Kundus-Opfern starten Klage

Nachdem eine außergerichtliche Einigung gescheitert ist, fordern zwei Hinterbliebene des verheerenden Nato-Angriffs Entschädigung vom deutschen Staat. Insgesamt geht es um 90.000 Euro. Weitere Klagen sollen folgen.

Bis zu 142 Menschen kamen durch den Angriff ums Leben. dapd

Bis zu 142 Menschen kamen durch den Angriff ums Leben.

Frankfurt a. M.Mehr als zwei Jahre nach dem tödlichen Nato-Luftangriff von Kundus haben zwei Bremer Juristen die Bundesregierung auf Schadenersatz verklagt. Zunächst gehe es um Entschädigungen für zwei Hinterbliebene, berichtete die „Frankfurter Rundschau“ am Samstag. Bereits im September 2010 hatte einer der Fahrer der bombardierten Tanklaster, der den Angriff überlebte, die Bundesrepublik auf Schmerzensgeld verklagt.

Nach Informationen der „FR“ reichten der Bremer Anwalt Karim Popal sowie der Juraprofessor Peter Derleder jetzt ihre Klage vor dem Landgericht Bonn am Hauptsitz des Verteidigungsministeriums ein. Popal vertritt nach eigenen Angaben insgesamt 79 Familien der Getöteten. In der jetzt eingereichten Klage fordert ein 38-jähriger Bauer, der demnach zwei Söhne verloren hat, 40.000 Euro Schmerzensgeld. Eine 35-Jährige, deren Mann demnach getötet wurde, soll 50.000 Euro erhalten, damit sie ihre sechs Kinder weiter ernähren kann.

Der „Frankfurter Rundschau“ zufolge klagen die Juristen aus Kostengründen zunächst nur für zwei Hinterbliebene. Weitere Klagen würden folgen, sobald Spenden für die Gerichtskosten gesammelt worden seien. Popal hatte Anfang September auf einer Pressekonferenz in Berlin angekündigt, gegen das Bundesverteidigungsministerium auf Entschädigungen zu klagen.

Eine außergerichtliche Einigung mit dem Ministerium war demnach zuvor gescheitert. Deutschland zahlte bislang rund 90 von dem Bombardement betroffenen Familien je 5000 Dollar - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und unabhängig davon, wie viele Opfer sie jeweils zu beklagen hatte.

Am 3. September 2009 waren Tankfahrzeuge nahe dem deutschen Feldlager in Kundus von Taliban entführt und daraufhin auf Anforderung des deutschen Oberst Georg Klein von US-Kampfflugzeugen angegriffen worden. Unter den mehr als hundert Todesopfern waren zahlreiche Zivilisten. Die Bundesanwaltschaft nahm im März 2010 Ermittlungen zu dem Bombardement auf. Sie stellte diese aber im April mit der Begründung wieder ein, es seien keine völkerrechtlichen oder strafrechtlichen Delikte erkennbar.

Von

afp

Kommentare (6)

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Nachwuchs

03.12.2011, 18:37 Uhr

Da rauben die Afghanen Treibstoff und wollen dafür noch belohnt werden. Was sind da für Juristen am Werk? Was ist mein Lohn, wenn ich eine Bank ausraube? Lebenslang eine Million Euro je Jahr und eine Luxusunterkunft?

Account gelöscht!

03.12.2011, 21:42 Uhr

@Nachwuchs: „Da rauben die Afghanen Treibstoff und wollen dafür noch belohnt
werden“.
Tja, dann müssen wir halt den Afghanen beibringen, was Recht ist, gell!
Ich verstehe die Opferanwälte nicht, weil ich mindestens eine Null dranhängen würde. Für kaltblütigen Mord wäre es das Mindeste! Unter Umgehung aller Regeln und durch massives Lügen wurden über 100 Benzindiebe liquidiert! Das nennt man Rechtsstaat. Und solche „Mörder“ haben strafrechtlich nichts zu befürchten?

In Chemnitz und Zwickau wurden fast jedes Wochenende unsere Baustellen geplündert, sogar mit logistischer Unterstützung der Grünuniformierten, weil wir denen das geforderte Schutzgeld verweigerten“. Mehr dazu unter http://siggi40.de/chemnitz/

Hätte ich nicht so viel Skrupel, bzw. meine gute Erziehung vergessen und würde die selben Mittel anwenden, dann wäre das Geschrei groß!! Ich hatte Glück, weil ich mich wehren kann und habe alle Mordanschläge überlebt. Über 140 andere Ausländer hatten nicht so viel Glück und können das Gras nur noch von unten wachsen sehen.

Und genau die Sorte wie Sie, die Straftaten gegen Westbürger und andere Ausländer nicht nur tolerieren, sondern tatkräftig durch Falschaussagen und Meineide unterstützen, um ihre Solidarität zu bekunden, solche Leute sind die Gefährlichsten!

Ich trauere immer noch um den kleinen Joseph aus Sebnitz. Er hatte nicht die geringste Chance! Und als Belohnung gab es sogar noch einen Scheck vom Ministerpräsidenten! Wo leben wir eigentlich?

Island

03.12.2011, 22:23 Uhr

Es waren mindestens Diebe an den Tanklastern, es ist eine Unverschämtheit das diese Leute und ihre Angehörigen dann noch eine Entschädigung erhalten.

Wegen DIEBSTAHL!

Das reicht aber einigen nicht und die wollen noch mehr!

Kleine Info:

Weil die Ministerien in Afghanistan korrupt sind (die Ministerien wurden nach einem Quotensystem verteilt) verschwinden über 20 Prozent der Entwicklungshilfe aus der Bundesrepublik Deutschland.

Die Reaktion unseres Ministeriums war ganz einfach, die Entwicklungshilfe wurde um 20 Prozent erhöht.


Wir sind durch solche Aktionen erpressbar!

Wichtig ist es keine „Entschädigung“ zu leisten und die Entwicklungshilfe einzustellen.

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