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25.08.2015

20:24 Uhr

Nauen und Döbeln

Erneut Feuer in Flüchtlingsheimen

Wieder brennt eine geplante Asylbewerberunterkunft. Einen Tag nach dem Feuer in einer geplanten Unterkunft in Baden-Württemberg brennt eine Turnhalle im brandenburgischen Nauen. In Döbeln ermittelt der Staatsschutz.

Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim

Woidke: „Wir werden mit aller Härte gegen die Täter vorgehen!“

Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim: Woidke: „Wir werden mit aller Härte gegen die Täter vorgehen!“

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DöbelnBrandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht nach einem Brand in einer geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen von einem rechtsextremistischen Anschlag aus. „Wir sind noch nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, dass alles andere als sehr sehr großer Zufall bezeichnet werden könnte“, sagte Woidke am Dienstag in Potsdam.

Am frühen Dienstagmorgen war in Nauen die Sporthalle eines Oberstufenzentrums niedergebrannt. Dort sollten in wenigen Tagen 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen, bis ihre Unterkünfte fertiggestellt sind. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Als Reaktion auf den mutmaßlichen Brandanschlag demonstrierten am Dienstagabend in Nauen etwa 300 Menschen für mehr Toleranz im Umgang mit Flüchtlingen.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) berichtete am Nachmittag, die Brandrichtung, Ausbreitung und Schnelligkeit des Feuers sprächen für Brandstiftung. Die Ermittlungen habe daher der Staatsschutz übernommen. Die Feuerwehr konnte die Halle nur noch kontrolliert abbrennen lassen.

Wo Flüchtlinge in Deutschland wohnen

Flüchtlingswohnheime

In der Regel werden Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Vor allem die Zustände in den zentralen Einrichtungen der Länder, in denen die Flüchtlinge nur kurz bleiben sollen, stehen in der Kritik. Oft müssen Männer, Frauen und Kinder auf engem Raum zusammenleben. (Quelle: dpa)

Wohnungen

Verschiedene Kommunen bringen Flüchtlinge in Privatwohnungen unter. Allerdings gibt das der Wohnungsmarkt nicht in allen Städten her - auch weil die Mieten zu hoch sind.

Schulen, Altenheime, Kasernen

In manchen Städten stehen Gebäude leer, die einst für Schüler, Alte oder Soldaten gebaut wurden. Nun leben Flüchtlinge darin - etwa in Heidelberg in einer alten Kaserne.

Container und Zelte

Container und Zelte können recht schnell aufgebaut werden. Das macht sie an vielen Orten im Notfall beliebt. Anwohner stören sich allerdings nicht selten an den Zeltstädten.

Hotels

Aus Touristenziel wird Flüchtlingsunterkunft. In der Not mieten Behörden auch Zimmer in nicht ausgelasteten Hotels an. So wurde in Sachsen ein altes Vier-Sterne-Haus umfunktioniert.

Wohnschiffe

Schwimmende Schlafplätze für Flüchtlinge hat es in der Vergangenheit bereits gegeben - etwa in Hamburg. Die Hansestadt plant nun erneut, Wohnschiffe für Asylsuchende ankern zu lassen.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) reagierte empört. „Wenn es Brandstifter sind, sind es für mich Verbrecher“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe immer wieder rechtsextremistische Hetze in den sozialen Netzwerken. In den vergangenen Wochen sei es aber eher ruhig gewesen, nachdem zwei Täter nach Anschlägen auf Parteibüros der Linken und der SPD gefasst wurden.

In Nauen hatte es Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Flüchtlingen gegeben. Im Februar war eine Stadtverordnetenversammlung zu dem Thema von rechtsextremen Demonstranten gestört worden. Die Sitzung musste abgebrochen werden. Gegen die Rechtsextremen hatten sich allerdings zahlreiche Bürger gewandt und immer wieder Gegendemonstrationen organisiert. „Wenn wir diesem rechten Mob die Bedeutungshoheit überlassen, werden wir noch größere Probleme kriegen“, sagte Fleischmann am Dienstag dem Nachrichtensender n-tv. Am Abend wollten Bürger in Nauen eine Mahnwache abhalten.

Im mittelsächsischen Döbeln ermittelt nach einem Mülltonnen-Brand auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft der Staatsschutz. Wie die Polizei in Chemnitz mitteilte, waren die beiden brennenden Tonnen am Dienstag kurz nach Mitternacht entdeckt worden, nachdem ein Kleinwagen in die Einfahrt der Unterkunft gefahren war. Als sich Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes näherten, sei der mit drei Personen besetzte Wagen davongefahren.

Die Feuerwehr löschte den Brand. In der Unterkunft sind nach Angaben des Landratsamtes 49 Flüchtlinge untergebracht. Alle stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, wie eine Sprecherin mitteilte.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Old Harold

26.08.2015, 13:38 Uhr


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