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10.10.2012

14:59 Uhr

Nebeneinkünfte-Diskussion

„Politiker sollen so viel verdienen dürfen wie sie wollen“

VonTina Halberschmidt

Die SPD ist in der Wähler-Gunst gestiegen – trotz der Debatte um Peer Steinbrücks Nebeneinkünfte. Stehen die Wähler dem Thema also eher gleichgültig gegenüber? Keineswegs, ergab unsere Umfrage bei Facebook und Twitter.

Peer Steinbrück bekommt viel Zustimmung – trotz der Debatte um seine Nebeneinkünfte. Handelsblatt Online hat die Diskussion aufgegriffen. dapd

Peer Steinbrück bekommt viel Zustimmung – trotz der Debatte um seine Nebeneinkünfte. Handelsblatt Online hat die Diskussion aufgegriffen.

DüsseldorfDie SPD ist in einer Forsa-Umfrage auf den höchsten Stand seit sechs Jahren geklettert. Die Partei verbesserte sich seit der Nominierung Steinbrücks als Kanzlerkandidat um einen Prozentpunkt, wie es in dem „Wahltrend“ von RTL und „Stern“ heißt. Sie erreicht in dieser Befragung damit den höchsten Wert seit November 2006. Peer Steinbrück bekommt viel Zustimmung – und das trotz der Debatte um seine Nebeneinkünfte.

Wie stehen die Facebook-Fans und Twitter-Follower von Handelsblatt Online zu dem Thema? Wir haben nachgefragt, wie viel deutsche Politiker über ihren Abgeordnetenjob hinaus verdienen dürfen – und haben interessante Antworten bekommen.

Da bei vielen Abgeordneten der Verdienst aus Nebentätigkeiten die Diäten deutlich übersteigt, frage ich mich schon, wie man da noch von Nebenverdienst reden kann“, schreibt zum Beispiel Facebook-Nutzer Frank Kopperschläger. Ihn beschäftigt zudem die Frage, „wie das mit den Nebenverdiensten eigentlich funktioniert.“ Schließlich höre er von allen ihm bekannten Politikern, dass bereits ihre reguläre Abgeordnetentätigkeit einen regelmäßigen Arbeitstag von zwölf und mehr Stunden verlange. „Wie bleibt da noch Zeit für zusätzliche Nebentätigkeiten? Oder vernachlässigen die besonders fleißigen ‚Nebentuer‘ gar ihren Hauptberuf?“ wundert sich Kopperschläger.

Ludwig Schmidlehner ist der Meinung, die deutschen Volksvertreter „sollten kein Nebeneinkommen und keine Nebenbeschäftigung haben, weil das von der tatsächlichen Aufgabe – die Bürger zu vertreten – ablenkt.“ Zusatzeinkommen entständen in den meisten Fällen „durch Begünstigungen durch die Lobby“, was sich wiederum negativ auf die Neutralität der Volksvertreter auswirke.

Norbert Tessmers Beitrag auf der Handelsblatt-Facebook-Fanpage geht in dieselbe Richtung: „Es ist doch wohl eher die Frage, wer der Geldgeber ist“, schreibt er. Gründercoaches Deutschland setzt indes einen Kontrapunkt: „Politiker sollen so viel verdienen dürfen wie sie wollen“, lautet das klare Statement. Auch Philipp C. Munzinger „will keine Politiker, die am Mandat kleben, weil sie sonst verhungern müssten“. Ihm seien Mandatsträger lieber, „die von ihren Abgeordnetenbezügen unabhängig sind“.

Marcio Da Silva Lima bezieht ebenfalls klar Stellung: Wer keine korrupten Politiker wolle, müsse ihnen transparente Nebeneinkünfte zugestehen, schreibt der Facebook-Nutzer.

Bei Twitter wurde die Frage nach den Nebeneinkünften von Politikern ebenfalls diskutiert. Auf die Frage von @handelsblatt „Wieviel sollten unsere Politiker über ihren Abgeordnetenjob hinaus verdienen dürfen? Was meinen Sie?“ antwortete @parabenstv schlicht: „Am besten wären nullkommanichts!“ Dasselbe denken auch @mikehorn1973 („Während ihrer Abgeordnetenzeit keinen einzigen Cent!“) und @vertigonix (0,0 Euro!“)

@FreakyBytes sieht die Sache gelassener: Die Höhe der Nebeneinkünfte sei ist eigentlich egal, solange immer noch unvoreingenommen Politik gemacht werden könne, findet der Twitterer.

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit auf Facebook oder bei Twitter! Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Kommentare (33)

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altinho

10.10.2012, 15:44 Uhr

Ich verstehe nicht ganz, wo unsere Volksverdreher die Zeit für solche anspruchsvollen Nebentätigkeiten aufbringen. Eigentlich sollten sie doch mit ihren Mandaten gut ausgelastet und auch gut versorgt sein. Oder kann es vielleicht sein, dass die Damen und Herren nicht für die Interessen ihrer Wähler, sondern für ganz andere Interessen/Interessenten arbeiten?

NKM

10.10.2012, 15:45 Uhr

Da hat glaube ich niemand etwas dagegen....

SOLANGE

Der Politiker nicht den "Nebenverdienst" in den Vordergrund stellt.

Wenn ich aber höre, das Herr Steinbrück für seine Vorträge Palamentssitzungen schwänzt, bei Entscheidungen/Abstimmungen deswegen nicht anwesend ist ect. - da hört das Verständnis auf.
Was ein Politiker in seiner Freizeit macht, das geht mich nichts an, aber ansonsten hat er gefälligst für seinen "Arbeitgeber" - zu arbeiten^^

Ich kann auch nicht zu meinem Chef gehen und sagen - sorry Chef, aber ich hab heute woanders mehr verdient als bei dir, deshalb komm ich nicht zur Arbeit. Das würde ich dann garantiert nur einmal machen ;-)

Eurotiker

10.10.2012, 15:49 Uhr

Steinbrück ist ein Knecht der Finanzlobby. Das beweisen seine Taten und nicht seine Worte. Da kann er noch so viel Kreide fressen und Fehler eingestehen.
Wer SPD wählt, wählt Steinbrück und wer Steinbrück wählt, wählt den Krieg gegen die Leistungsträger der Gesellschaft (Arbeiter, Angestellte, Akademiker), wählt die Umverteilung von Arm zu noch Ärmer, wählt die Zementierung von Hartz IV und die Rente mit 67 (Rentenkürzung), wählt den Eurowahnsinn und die Vernichtung der Altersrücklagen, wählt die Selbstbedienung von Politikern, Lobbyismus und Korruption, wählt die Missachtung von Familien und Kindern, wählt den weiteren Verfall der Bildungseinrichtungen und allgemeinen Infrastruktur, wählt die Privatisierung (Verschleuderung) von Volkseigentum und die Enteignung der Bürger, wählt eine Scheindemokratie ohne echte Beteiligung der Bürger über Volksabstimmungen, wählt die Beteiligung an Kriegen und weltweit verdeckten Operationen, wählt Propaganda und Desinformation ... usw. und so fort.

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