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10.02.2012

15:49 Uhr

Neonazi-Morde

Weitere Festnahme wegen Tatwaffe in der Schweiz

Im Zusammenhang mit der Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle ist in der Schweiz ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Er habe die bei den Morden benutzte Tatwaffe illegal weitergereicht.

Die Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt (l) und Uwe Mundlos (r) gehören zur Zwickauer Neonazi-Zelle. dpa

Die Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt (l) und Uwe Mundlos (r) gehören zur Zwickauer Neonazi-Zelle.

BernGegen den Mann aus dem Berner Oberland werde wegen des Verdachts auf Unterstützung einer kriminellen Organisation ermittelt, bestätigte die Kantonspolizei Bern am Freitag. Ein Richter habe am selben Tag die Fortsetzung der Untersuchungshaft für den Verdächtigen genehmigt.

Der Mann war Dienstagabend nach einem mehrwöchigen Aufenthalt im Ausland bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich festgenommen worden. Nach Recherchen der Zürcher Zeitung „Tages-Anzeiger“ wird ihm vorgeworfen, einst die später bei den Neonazi-Morden in Deutschland benutzte Tatwaffe - eine Pistole der tschechischen Marke Ceska - illegal weitergegeben zu haben.

Direkte Verbindungen zum Rechtsextremismus seien bei dem Verdächtigen aber bislang nicht festgestellt worden, sagte der Sprecher der Kantonspolizei Bern, Michael Fiechter. Ein erster Verdächtiger war am 20. Januar festgenommen und wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Auch bei ihm ging es um die mutmaßlich illegale Weitergabe der späteren Tatwaffe.

Die Schweizer Polizei reagierte mit ihren Ermittlungen und den Festnahmen auf ein Amtshilfeersuchen des Bundeskriminalamtes. Dabei gehe es hauptsächlich um die Frage, wie die Neonazis in Deutschland an die Waffe gelangt sind, sagte Fiechter der Schweizer Nachrichtenagentur sda.

Die Ceska mit Schalldämpfer war in der ausgebrannten Wohnung der Täter in Zwickau gefunden worden. Als gesichert gilt inzwischen, dass sie von Tschechien in die Schweiz exportiert worden war und von dort nach Deutschland gelangte. Den Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe werden Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin vorgeworfen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

10.02.2012, 16:23 Uhr

Nur soviel: ist die gefundene Waffe beschossen und somit zweifelsfrei als Tatwaffe identifiziert worden? Ist geklärt, daß die drei "Neonazis" (darunter mindestens eine V-Person) tatsächlich die Täter waren? Falls nicht wären es ja keine "Neonazi-Morde".

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