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14.11.2011

22:25 Uhr

Neonazi-Mordserie

Haftbefehl gegen Holger G. erlassen

Holger G. könnte der entscheidende Unterstützer der Nazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ gewesen sein, die die Döner-Morde begangen haben soll. Jetzt hat der Bundesgerichtshof Haftbefehl erlassen.

Haftbefehl gegen Holger G.

Video: Haftbefehl gegen Holger G.

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Karlsruhe/BerlinIm Zuge der Ermittlungen zu einer Serie von Morden an ausländischen Kleinunternehmern und einer Polizistin ist am Montag Haftbefehl gegen einen weiteren Tatverdächtigen erlassen worden. Wegen des dringenden Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung sei ein Haftbefehl gegen den 37-jährigen Holger G. ausgesprochen worden, teilte die Generalbundesanwaltschaft am Abend mit. G. soll die rechtsextremistische Gruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ seit dem Jahr 2007 unterstützt haben.

Holger G. (mitte) wird in Handschellen in den Bundesgerichtshof in Karlsruhe geführt. Reuters

Holger G. (mitte) wird in Handschellen in den Bundesgerichtshof in Karlsruhe geführt.

Die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ könnte außerdem vielleicht noch mehr Verbrechen begangen als bislang bekannt verübt haben. Die Bundesanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen eines Anschlags mit einer Nagelbombe 2004 in Köln auf. Bei dem Attentat in einer von vielen Migranten bewohnten Straße waren 22 Menschen teils schwer verletzt worden. Laut Düsseldorfer Innenministerium könnte auch ein Anschlag auf eine 19-jährige Deutsch-Iranerin im Jahr 2001 auf das Konto der Gruppe gehen. Kanzlerin Angela Merkel will nun die Erfolgsaussichten für ein neues NPD-Verbotsverfahren prüfen lassen.

„Das ist eine Schande, das ist beschämend für Deutschland“, verurteilte Merkel die Verbrechen am Montag. Wie aus einem beim CDU-Bundesparteitag in Leipzig vorgelegten Initiativantrag der Parteispitze hervorging, will die CDU die Regierungen von Bund und Ländern auffordern zu prüfen, ob nach dem Vereinsrecht weitere Strukturen der rechtsextremistischen Szene verboten werden können.

Der Verfassungsschutz gerät wegen der jahrelang nicht erkannten Terrorserie mit mindestens zehn Toten immer stärker in die Kritik. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) forderte dringend Aufklärung, warum in all den Jahren zwischen der Mordserie und der rechtsextremen Szene in Thüringen kein Zusammenhang erkannt wurde. Das Bundesamt und das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz wiesen Spekulationen zurück, sie hätten Kontakte zu dem Neonazi-Trio unterhalten.

Kommentare (3)

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Selberdenker

15.11.2011, 07:23 Uhr

Eines verstehe ich nicht - wer Videos dreht zu seinen Taten hat doch eher ein starkes Mitteildungsbedürfnis. So wie Breivik. Suizid passt mir da nicht ganz ins Bild, auch wenn dabei mal eben alle möglichen ungeklärten Morde der letzten 20 Jahre "aufgeklärt" werden. Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber das wirkt ein bisschen inszeniert. Sicher ist nur, dass die Politik nun handeln wird.

Nazis_raus

15.11.2011, 08:41 Uhr

Das passt schon. Die Drecksbande wollte mit Ihren Videos an die Öffentlichkeit und die Hintermänner (Verfassungsschutz???) haben kalte Füße gekriegt, damit das Ausmaß der rechten Verschwörung und die evtl.Verwicklung weiterer (evtl. staatlicher?) Beteiligter nicht deutlich wird. Deswegen mußten die sterben. Das sich solche Typen gegenseitig erschießen und sie dann noch ihr Womo anzünden und zeitgleich die Bude in die Luft geht halte ich auch für ausgeschlossen. Die Hintermänner sollen vertuscht werden.

Account gelöscht!

15.11.2011, 14:41 Uhr

Brauner Terror und Terrorismus heisst es da. Nur seltsam dass in deutschen und anderen europäischen Kriminalitätsstatistiken und gerade in Gefängnissen der Anteil von Migranten ( besonders muslimischen ), die jedes Jahr zigtausende Bürger ermorden, malträtieren, berauben oder vergewaltigen, besonders hoch ist. Darf man nun da von Migrantenterror und Migrantenterrorismus sprechen. Offenbar hat man bei der Regierung in D doch immer noch eine besonders verschrobene Sicht der Dinge. Anscheinend zieht bei Migrantengewalt nach wie vor politisch korrekt deren schwere Kindheit etc.

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