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22.09.2012

02:02 Uhr

Neonazi-Zelle

Behörden prüfen Verbindungen zwischen Rockern und NSU

Das Bundeskriminalamt (BKA) prüft nach Medienberichten Verbindungen zwischen dem Rocker-Milieu und der Neonazi-Zelle NSU. Unterdessen zeigen sich die Länder zuversichtlich über Chancen zu einem NPD-Verbot.

Springerstiefel von Neonazis auf einer Demonstration. ap

Springerstiefel von Neonazis auf einer Demonstration.

BerlinNach einer Schießerei vor dem Clubhaus der Berliner Rocker-Bande "Bandidos" im Juli seien Spuren sichergestellt worden, die teilweise identisch mit denen auf einer Diskette im Versteck der NSU-Mitglieder gewesen seien, berichtete "Spiegel Online" am Freitagabend. Es soll sich um DNA-Anhaftungen auf einer Patronenhülse handeln. Durch die Schüsse im Berliner Bezirk Wedding seien damals zwei Rocker verletzt worden. Die Täter konnten entkommen.

Später hätten Kriminaltechniker eine teilweise Übereinstimmung der Berliner Spur auf der Patrone mit einem DNA-Fragment festgestellt, das auf einer Diskette im letzten Versteck des Nazi-Trios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe in Zwickau sichergestellt worden sei. Allerdings gebe es wegen der schlechter Qualität des Materials bei den Ermittlungsbehörden auch Zweifel an der Spur. Diese werde nun beim Bundeskriminalamt weiter geprüft. Der NSU werden Morde an neun Einwanderern und einer Polizistin zur Last gelegt.

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Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) gerät ebenfalls unter Druck.

Unterdessen haben sich mehrere Länder-Innenminister parteiübergreifend zuversichtlich über die Erfolgsaussichten eines neuen NPD-Verbotsverfahrens gezeigt. Auf Grundlage einer vorläufigen Materialsammlung sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag, er sehe "große Chancen", das Verfahren auf den Weg zu bringen.

Das Material zeige, dass die NPD von "blankem Hass gegen diesen Staat" getrieben sei. Bayerns Ressortchef Joachim Herrmann sagte dem Blatt, die verfassungsfeindliche Haltung der NPD gehe aus dem Material bereits sehr deutlich hervor. Er wolle auf jeden Fall zu dem Beschluss eines neuen NPD-Verbotsverfahrens kommen, versicherte der CSU-Politiker. Eine Gesamtbetrachtung müsse allerdings noch an einer endgültigen Version der Materialsammlung vorgenommen werden.

Optimistisch über die Chancen eines erfolgreichen Verbotsverfahrens zeigte sich auch NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Nach den jüngsten Razzien und Verboten von drei Neonazi-Kameradschaften in Nordrhein-Westfalen gebe es zusätzliche Hinweise auf eine enge Verbindung zwischen NPD und gewaltbereiten Gruppen.

Von

rtr

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