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26.03.2012

09:29 Uhr

Neonazi-Zelle

Opfer der Terrorgruppe NSU werden entschädigt

Einem Bericht zufolgen sollen die Opfer der Terrorgruppe NSU fast 500.000 Euro Entschädigung erhalten. Die Anträge dafür können laut Bundesregierung unbefristet gestellt werden.

Die Neonazis Uwe Böhnhardt (l-r), Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. dpa

Die Neonazis Uwe Böhnhardt (l-r), Uwe Mundlos und Beate Zschäpe.

OsnabrückDie Bundesregierung hat nach einem Zeitungsbericht bereits fast 500.000 Euro an die Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU und deren Angehörige gezahlt. An fast alle bisher bekannten Opfer und Hinterbliebenen seien in einem vereinfachten Antragsverfahren Härteleistungen als Pauschalbeträge gewährt worden, zitierte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Montag aus einem Sachstandsbericht des Bundesjustizministeriums.

Ausgezahlt wurden demnach inzwischen rund 486.440 Euro, davon gingen dem Papier zufolge insgesamt 311.440 Euro an die Angehörigen der ermordeten neun Kleinunternehmer. Laut dem Papier erhalten Ehepartner und Kinder der Getöteten eine Pauschale von 10.000 Euro, Geschwister 5000 Euro. Die Familien sollen zudem die Beerdigungskosten erstattet bekommen. Für die Opfer und Angehörigen bestehe die unbefristete Möglichkeit, gestellte und beschiedene Anträge zu ergänzen, heißt es der Zeitung zufolge in dem Sachstandsbericht. Eine Familie habe jedoch erklärt, keine Härteleistung beantragen zu wollen.

Der Terror-Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) werden zehn Morde an Migranten und einer Polizistin, zwei Sprengstoffanschläge und eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. Die Taten der Mitglieder Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe waren jahrelang unentdeckt geblieben. Im vergangenen November wurden Mundlos und Böhnhard in Eisenach tot in einem Wohnmobil gefunden worden, Zschäpe stellte sich der Polizei.

Von

afp

Kommentare (8)

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Deutscher

26.03.2012, 10:59 Uhr

Diese Menschen die alle getötet wurden, waren harte Arbeiter und haben somit auch in Deutschland ihre Steuern bezahlt. Die Regierung hat versagt d.h. Deutschland hat versagt! Eine entschädigung von rund 500.000.- euro ist ein Witz. Um sich wenigstens Anteilhaft zu entschuldigen, für ein solches versagen, sollte jeder Deutsche Bürger noch extra einen euro spenden!
Doch besser wäre, hätte Deutschland nicht versagt und die Frauen hätten noch einen Ehemann und die Kinder einen Vater und Deutschland noch ihre "Ausländischen" Steuerzahler....

Wolf54321

26.03.2012, 11:40 Uhr

Das verstösst gegen das Gleichbehandlungsgesetz. Werden deutsche Opfer ausländischer Verbrecher auch entschädigt oder sind das Opfer zweiter Klasse? Ein Fall für die Antidiskriminierungsstelle, die aber wahrscheinlich dem Vorbild der drei Affen folgen wird. Als Angehöriger eines deutschen Opfers würde ich aber über eine Klage nachdenken. Was sagt überhaupt der weisse Ring dazu?

Account gelöscht!

26.03.2012, 12:26 Uhr

"Diese Menschen die alle getötet wurden, waren harte Arbeiter und haben somit auch in Deutschland ihre Steuern bezahlt."

Was hat das mit einer Entschädigung zu tun ?!
Oder sind Sie etwa der Meinung das man bei Entschädigungen grundsätzlich unterscheiden sollte in wertvolles Menschenleben und minderwertiges Menschenleben, das dies also an der vorherigen wirtschaftlichen Verwertung bemessen werden soll ? Am besten wohl noch die Entschädigungen nach Einkommen gestaffelt vergeben, oder wie ?

Dekadentes Denken greift anscheinend immer mehr um sich !

Leute mit Einkommen besonders mit hohem Einkommen können sich, wenn sie es denn möchten, für alle Eventualitäten des Lebens selbst absichern. "Voll- oder Teilkasko" ohne eigenen Beitrag ist hier völlig fehl am Platze !

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