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07.02.2015

11:30 Uhr

Neonazis in Dortmund

Vermummte rufen rechte Parolen vor Asylbewerberheim

Mit Fackeln haben sich in der Nacht Vermummte vor einem Asylbewerberheim in Dortmund versammelt und rechte Parolen skandiert. Es ist nicht das erste Mal, dass Dortmund durch Rechtsextremisten in die Schlagzeilen gerät.

Den Einwohnern sind die Dortmunder Rechtsextreme ein Dorn im Auge. Die Stadt gerät immer wieder in die Schlagzeilen wegen rechter Gewalt. dpa

Aktion gegen Rechtsextremisten in Dortmund

Den Einwohnern sind die Dortmunder Rechtsextreme ein Dorn im Auge. Die Stadt gerät immer wieder in die Schlagzeilen wegen rechter Gewalt.

DortmundRund 40 Vermummte mit brennenden Fackeln haben vor einem Asylbewerberheim in Dortmund rechte Parolen skandiert. „Als wir an dem Heim ankamen, war keiner mehr da. Nur ein paar Fackeln lagen noch auf der Straße und dem Gehweg“, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen. Polizisten nahmen am Freitagabend in der Nähe des Heims 13 Menschen fest. Gegen die Festgenommenen werde nun unter anderem wegen Landfriedensbruchs ermittelt. Es gab keine Verletzten.

Dortmund gilt als eine Hochburg von Rechtsextremen in Nordrhein-Westfalen. So wurden am Dienstag bei einer Schlägerei, an der sich 30 Menschen beteiligt haben, sieben Neonazis festgenommen. In die Schlagzeilen geriet die Stadt in dieser Woche auch, weil Rechte Dortmunder Journalisten bedrohten, die über die rechtsextreme Szene im Ruhrgebiet schreiben.

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Per Twitter schickten Unbekannte ihnen fiktive Todesanzeigen mit Botschaften wie „In unserem Herzen lebst du auf keinen Fall mehr” und „Bald ist es Zeit zu gehen”, wie FAZ.net berichtete. Auch einige Kommunalpolitiker wurden über die sozialen Netzwerke bedroht, die Botschaften enthielten judenfeindliche Parolen, berichtete der WDR.

Die Politik kann im Kampf gegen die Rechten bislang nur wenige Erfolge vorweisen. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte vor zweieinhalb Jahren die Neonazi-Gruppe „Nationaler Widerstand Dortmund“ und zwei andere NRW-Gruppen im nahe gelegenen Hamm und in Aachen verboten. Sie seien fremdenfeindlich, rassistisch, antisemitisch und eine Gefahr für ein friedliches Zusammenleben, begründete er das Verbot.

Kurz darauf gründeten ehemalige Mitglieder den Landesverband der Partei „Die Rechte“. Dagegen sah die Justiz keine Handhabe. Inzwischen sitzt der Landesvorsitzende der Partei im Dortmunder Stadtrat, nachdem „Die Rechte“ bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 einen Sitz in Dortmund errungen hatte.

Von

dpa

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