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24.08.2015

17:47 Uhr

Neonazis in Heidenau

Merkel verurteilt Angriffe auf Asylheim

Lange hat sie geschwiegen. Am Nachmittag nun hat sich Bundeskanzlerin Merkel zu den Angriffen auf das Flüchtlingsheim in Sachsen geäußert. Es sei beschämend, wie viele Bürger die Neonazis unterstützten.

Merkel verurteilt Krawalle in Heidenau

„Es ist beschämend, wie viele Bürger die Neonazis unterstützen“

Merkel verurteilt Krawalle in Heidenau: „Es ist beschämend, wie viele Bürger die Neonazis unterstützen“

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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat die rechten Krawalle vor einem Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau als absolut inakzeptabel bezeichnet. Die Bilder seien erschreckend, sagte sie am Montag in Berlin, bevor sie sich im Kanzleramt mit dem französischen Präsidenten François Hollande zu einem Gespräch über die Flüchtlingskrise in Europa zurückzog.

Die CDU-Vorsitzende verurteilte die gewalttätigen Ausschreitungen „aufs Schärfste“ und sagte: „Es gab dort eine aggressive, fremdenfeindliche Stimmung, die in keiner Weise akzeptabel ist. Es ist abstoßend, wie Rechtsextreme und Neonazis versuchen, dumpfe Hassbotschaften zu verkünden. Aber es ist genauso beschämend, wie Bürgerinnen und Bürger, sogar Familien mit Kindern, durch ihr Mitlaufen diese Dinge noch einmal unterstützen.“

Fremdenfeindliche Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte

In Berlin

... schleudern in der Nacht zum 21. August mehrere Angreifer Brandsätze gegen eine neue Asylunterkunft im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. In einem Flüchtlingsheim im oberpfälzischen NEUSTADT AN DER WALDNAAB bricht in der selben Nacht ein Brand aus.

In Dresden

... gehen am 26. Juli in einem Flüchtlingsheim nach Steinwürfen Scheiben zu Bruch. In BRANDENBURG/HAVEL entgeht eine Flüchtlingsfamilie nur knapp einem Brandanschlag auf ihre Wohnung.

Halberstadt

Jugendliche werfen am 19. Juli in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) an einer Flüchtlingsunterkunft Steine auf Rotkreuz-Helfer. Eine 20-jährige Helferin wird leicht verletzt.

Remchingen (Baden-Württemberg)

In der Nacht zum 18. Juli geht in REMCHINGEN (Baden-Württemberg) ein leerstehendes früheres Vereinsheim in Flammen auf, in das Flüchtlinge einziehen sollten.

Reichertshofen (Oberbayern)

Im oberbayerischen REICHERTSHOFEN legen in der Nacht zum 16. Juli Unbekannte Feuer an zwei Eingängen eines Gebäudekomplexes. Im September sollten 67 Asylbewerber einziehen.

Böhlen (bei Leipzig)

Auf ein Flüchtlingsheim in BÖHLEN bei LEIPZIG werden Mitte Juli Schüsse abgegeben. Teile der Fassadenverglasung und eine Fensterscheibe gehen zu Bruch. Verletzt wird niemand.

Mengerskirchen (Hessen)

In der Nacht zum 1. Juli wird eine geplante Flüchtlingsunterkunft im hessischen MENGERSKIRCHEN mit Schweineköpfen, Innereien und Schmierereien besudelt.

Meissen (Sachsen)

In MEISSEN (Sachsen) verüben Unbekannte in der Nacht zum 28. Juni einen Brandanschlag auf eine noch leere Unterkunft. Am Tag darauf bricht in LÜBECK in einem Rohbau für ein Asylbewerberheim Feuer aus.

Limburghof (Rheinland-Pfalz)

In LIMBURGERHOF (Rheinland-Pfalz) zünden in der Nacht zum 6. Mai Unbekannte eine noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft an.

Tröglitz (Sachsen-Anhalt)

In der Nacht zum 4. April wird in einer fast fertigen Flüchtlingsunterkunft in TRÖGLITZ (Sachsen-Anhalt) Feuer gelegt.

Eschburg (bei Hamburg)

Am 9. Februar wird eine Flüchtlingsunterkunft in ESCHEBURG bei Hamburg durch einen Brand unbewohnbar.

Hollande verurteilte die Ausschreitungen ebenfalls. „Keine noch so schmerzhafte Lage kann diese Taten rechtfertigen.“ Er sagte aber auch, die wachsenden Flüchtlingszahlen seien auch eine Belastung für die Länder, die Asylbewerber aufnähmen: „Wir sehen, welche Spannungen das hervorrufen kann.“

Merkel betonte: „Deutschland ist ein Land, das die Würde jedes einzelnen Menschen respektiert.“ Jeder habe hier das Recht, sein Anliegen vorzutragen - gleich, ob am Ende ein Asylantrag genehmigt werde oder nicht. Danach handelten die politisch Verantwortlichen. „Und ich freue mich, dass die übergroße Mehrzahl der Menschen dies auch genauso tut.“

Von

dpa

Kommentare (19)

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Frau Margrit Steer

24.08.2015, 17:52 Uhr

Frau Merkel muß jetzt erst einmal einen Gipfel machen, vorher kann sie gar nichts tun.
Kennen wir ja von ihr

Herr Peter Spiegel

24.08.2015, 17:54 Uhr

„Es ist beschämend, wie viele Bürger die Neonazis unterstützen“
Für die Bürger geht es um ihre Heimat, für Frau Merkel um einen Flug zu
ihren Freunden. Da schämt man sich als Betroffener gerne.

Herr Vitto Queri

24.08.2015, 18:35 Uhr

>> Merkel verurteilt Angriffe auf Asylheim >>

Die hat nicht die Ausfallexzesse zu kommentieren, sondern Stellung zur Lösung des Problems zu nehmen !

Dampfblasenabsondernde Ossi-Mutti !


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