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20.02.2013

19:51 Uhr

Netzausbau

Norwegen soll Energiepartner werden

Norwegens Rolle als zentraler Energielieferant für Deutschland soll ausgebaut werden. Dafür hat Angela Merkel bei einer Kurz-Visite in Oslo geworben. Mit ihrem Gastgeber verstand sie sich sichtlich gut.

Angela Merkel und Jens Stoltenberg. dpa

Angela Merkel und Jens Stoltenberg.

OsloBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Oslo für eine Ausweitung der ohnehin starken Energiezusammenarbeit mit Norwegen geworben. Nach einem Gespräch mit ihrem sozialdemokratischen Amtskollegen Jens Stoltenberg in Oslo sagte die Kanzlerin am Mittwochabend: „Wir schätzen die Verlässlichkeit und Transparenz der Energielieferungen aus Norwegen.“ Die Skandinavier sind Deutschlands zweitwichtigster Lieferant von Erdgas hinter Russland.

Merkel hatte zu dem kurzen Arbeitsbesuch auch Vertreter der deutschen Energiewirtschaft mitgebracht. Ebenso wie Stoltenberg hob sie den Ausbau der beiderseitigen Energiezusammenarbeit durch ein geplantes neues Gleichstromkabel zwischen beiden Ländern hervor. Damit soll der Austausch nachhaltiger Energie aus Wind- und Wasserkraft ausgebaut werden. Dies habe „auch symbolische Bedeutung“.

Bei dem gemeinsamen Auftritt beider Politiker in betont herzlicher Atmosphäre lobte Stoltenberg das „ungewöhnlich starke persönliche Interesse“ der Bundeskanzlerin an Norwegen. Auf eine Journalistenfrage zu den fast gleichzeitigen Wahlterminen beider Länder im September sagte Merkel: „So lange wir beide Verantwortung tragen, sind die Beziehungen sehr gut.“ Allerdings sei das auch schon unter Vorgängern so gewesen und es werde wohl auch unter veränderter Führung so sein.

Norwegen werde nicht ganz zu Unrecht als „vielleicht wichtigstes Nicht-Mitglied der EU“ eingestuft. Merkel hatte Oslo zuletzt am 10. Dezember zur Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU besucht. Sie sagte zu ihrem Verhältnis zu den Nordeuropäern: „Was wir in Deutschland lernen können, dass wir nicht nur auf uns bezogen sind, sondern wir auch Teil der Welt sind. Ich finde, von Norwegen kann man hier vieles lernen.“ Norwegen habe immer auf internationale Organisationen und immer auf die Vereinten Nationen gesetzt. Nach einem Essen mit Stoltenberg und Regierungsvertretern war noch für den Abend der Rückflug nach Berlin geplant.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.02.2013, 21:08 Uhr

Wir sollten uns um Alternativen zu Russlands Gas kümmern, anstatt eine 2.Pipeline zu bauen. LNG, verflüssigtes natürliches Gas, war von jeher eine Möglichkeit und mit den neu entdeckten Vorkommnissen in USA und weltweit, sollten wir die notwendigen Vorkehrungen treffen. Putins Russland
sollten wir nicht alternativlos ausgesetzt sein, denn Russlandist kein zuverlässiger Partner.

Account gelöscht!

20.02.2013, 22:26 Uhr

Die Norweger wollten mal eine Stromtrasse nach Deutschlands Norden bauen, um Windstrom in Überschußzeiten abzunehmen, in Pumpspeicherwerken zu speichern und in Spitzenzeiten wieder einzuspeisen. Dafür sollte wohl ein ganzer Fjord zum Speicher gemacht werden.
Allerdings scheiterte das an der Anbindung im Norden Deutschlands, die Energiekonzerne stellten keine Trasse in Aussicht.

vandale

20.02.2013, 22:52 Uhr

In der Tat hat der Vorsitzende eines norwegischen Versorgers angeboten grosse Mengen umweltschädlichen Ökostroms für Lau zu kaufen und dann bei Strommangel Strom für gutes Geld nach Deutschland zu liefern.

Es gibt 2 Gründe warum dies bislang nicht zum Tragen kommt. Norwegen ist mit reichlichen Einnahmen aus dem Erdöl- und Erdgas Geschäft gesegnet und so haben die Politiker einem weiteren Ausbau der Wasserkraft in Norwegen aus Umweltgründen eine Absage erteilt. Warum sollen Sie ihre Landschaften unter Wasser setzen um den (öko)religiösen Launen der Deutschen zu dienen.

Eine HGÜ Verbindung kostet Milliarden. Eine solche lohnt nur bei einer stetigen Auslastung. Gelegentliche Windstromüberschüsse geben dies nicht her. Das wollte dann keiner der pösen Konzerne bezahlen.

Eine HGÜ Verbindung ist meines Wissens jedoch bereits in Planung.

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