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20.04.2012

12:36 Uhr

Netzpolitik

SPD fordert eine Kulturflatrate

Die SPD will einen Anspruch auf schnelle Internetverbindungen gesetzlich festschreiben. Sie fordert zudem eine Kulturflatrate zur Entschärfung der Konflikte um den Download vor allem von Musikstücken.

SPD-Netzpolitiker Björn Böhning dpa

SPD-Netzpolitiker Björn Böhning

BerlinDas Recht auf schnelles Internenet solle im Telekommunikationsgesetz geregelt werden, sagte der SPD-Netzpolitiker Björn Böhning am Freitag in Berlin. Die Art der Umsetzung will die SPD demnach den betroffenen Unternehmen überlassen. Mehrkosten für den Staat sollen demnach nicht entstehen.

Böhning sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete und Internetexperte Lars Klingbeil sprachen sich zudem für eine Kulturflatrate zur Entschärfung der Konflikte um den Download vor allem von Musikstücken aus. Böhning warb für eine fairen Ausgleich „zwischen den Interessen von Kreativen, Verwertern und Kunden“. Damit könne auch das Problem illegaler Downloads eingedämmt werden. „Ich habe Sympathie für diesen Vorschlag“, sagte Klingbeil. Er räumte allerdings ein, dass es zu diesem Thema in der SPD noch Diskussionsbedarf gebe. Für eine Kulturflatrate werben auch die Grünen.

Die SPD plant auch eine Initiative für die bessere soziale Absicherung von Kulturschaffenden im Internet. Böhning sagte, dafür würden mehrere Modelle diskutiert. Eine Möglichkeit sei, die Mitgliedschaft von sogenannten Solo-Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung zu unterstützen, indem der Staat den normalerweise üblichen Arbeitgeberanteil übernimmt. Ein anderes Modell sei, Auftraggeber von Internetleistungen wie der Erstellung einer Homepage an den Kosten für die Altersabsicherung der Internet-Kreativen zu beteiligen. Ein solches System gibt es bereits in der Künstlersozialversicherung.

Von

afp

Kommentare (5)

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Holzauge

20.04.2012, 13:16 Uhr

SPD und Kulturflatline ?

Mal sehen was Wiki dazu sagt:

"A flatline (...) almost always refers to either a flatlined electrocardiogram, (...) or to a flat electroencephalogram, in which the brain shows no electrical activity (brain death)."

Passt.

Account gelöscht!

20.04.2012, 13:27 Uhr

Ich bin aus 2 Gründen gegen eine Kulturflatrate (übrigens ein schöner Name für eine neue Zwangssteuer!). 1. Wir haben schon eine (die heisst GEZ). 2. Das Problem der Verteilung der Einnahmen an die Empfänger wird immer ungerecht sein. Das Problem ist so nicht lösbar.

Kernspin

20.04.2012, 13:48 Uhr

Kulturflatrate...??? Fängt jetzt auch noch die SPD mit diesem Schwachsinn an ?? Wer allen Ernstes eine Kulturflatrate fordert, zeigt deutlich, dass er das innere Wesen von Kunst überhaupt nicht verstanden hat. Eine Flatrate ist ein aus der Kommunikationsindustrie übernommener Mengenrabatt, der bei technologischen Dienstleistungen durchaus seinen Sinn macht, da es sich um identische, stets und gleich reproduzierbare Mengeneinheiten handelt.
Kunst dagegen entsteht aus einem zutiefst individuellen Schaffensprozess heraus, der individuelle Erfahrungen, persönliche Begabungen, emotionale Entwicklungsprozesse, geistige Zielsetzungen, Auseinandersetzungen mit der Umwelt und künstlerische Konzepte miteinander verbindet und dann im günstigen Fall nach einer Menge handwerklicher Arbeit zu einem Kunstwerk, Buch, Musikstück o.ä. führt. Kunst entsteht doch nicht in einem grossen Datenkochtopf, wo alle Künstler oben ihre Kreativität reinwerfen und unten kommt dann in Form von Bites and Bytes und in mp3's abgepackt das Produkt Kunst raus. Und dann wird alles nur noch nach Menge abgerechnet. Picasso, Dieter Bohlen, DaVinci, Die Wildecker Herzbuben, Stones, Beatles, Cindy & Bert, Shakespeare, Frau im Spiegel...kostet alles einen Euro im Monat und der wird dann auch noch von Coca Cola bezahlt...ich glaub, es hackt...

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