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23.10.2013

20:51 Uhr

Netzreaktionen auf Spähvorwürfe

„Werde diesen ganzen Internetkram verbieten“

VonJonas Jansen

Das private Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel soll von US-Geheimdiensten abgehört worden sein. Plötzlich scheint die Schnüffelaffäre in Berlin ganz wichtig zu sein. Das sorgt für Spott im Netz.

Bringt ja alles nix: Die Kanzlerin scheint von dem abhörsicheren Telefon gar nicht so begeistert zu sein. Zu Recht? dpa

Bringt ja alles nix: Die Kanzlerin scheint von dem abhörsicheren Telefon gar nicht so begeistert zu sein. Zu Recht?

DüsseldorfAngela Merkel ist sauer. So sauer, dass sie jetzt diesen ganzen Internetkram verbieten will. Das Telefon wird auch abgeschafft. Und das Fax gleich mit. „Schluss mit den Faxen!“

So stellt sich zumindest der Satire-Account „Grumpy Merkel“ die Reaktion der Kanzlerin auf die Nachricht vor, dass ihr privates Telefon von US-Geheimdiensten abgehört werden soll. Lustige Tweets wie dieser haben bei Twitter gerade Hochkonjunktur:

Nicht ohne Grund: Monatelang haben die Menschen im Netz gegen Überwachung protestiert, viele sind sogar auf die Straße gegangen – und doch fand die NSA-Affäre in der Bundespolitik nur wenig Gehör. Die Bundestagswahl beeinflussen konnten die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden auch nicht. Nun macht sich Unverständnis breit, dass die Kanzlerin schnell handelt, wenn es sie selbst betrifft. So kommentiert Markus Huendgen:

Auf der Facebook-Seite von Handelsblatt Online ist der Tenor ähnlich. So schreibt Angelika Fandreyer: „Ach was, ein gravierender Vertrauensbruch"....Aber den gemeinen Bürger darf ja jeder abhören, alles kein Problem, alles legal und überhaupt beendet, laut Pofalla...Wenns nicht so traurig wär könnte man glatt lachen.“ Matthias Horn kommentiert lakonisch: „Tja Angie, vor der NSA sind wir alle gleich.“

Präsident Obama ließ derweil verkünden, dass NSA und Co. die Kanzlerin natürlich nicht ausspähen würden. Wenn auch die Formulierung weitere Schlüsse zulässt:

Und die Social-Media-Profis waren schon kurz nach der Verkündung der neuen Spähaffäre auf der Meta-Witzebene:

Eines kann sich Angela Merkel sicher sein: Die Geschichte wird sie noch einige Zeit beschäftigen. Auf diplomatischer Ebene, bei den Koalitionsverhandlungen – und im unerschöpflichen Fundus des Internethumors.

Kommentare (5)

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s.Roth

24.10.2013, 09:42 Uhr

Aha, solange es nur um das Abhören der Untertanen geht und man die Iformationen selbst verwenden kann ist das in Ordnung, wird die Patriarchin selbst Opfer eine fremden Geheimdienstes ist das ein Staatsakt, sehe ich das richtig ?

Ewerk

24.10.2013, 10:06 Uhr

Allmählich finde ich es lustig. Wenn ganz Deutschland abgehört und ausspioniert wird, wenn jede Datenschutzrichtlinie und deutsches Recht missbraucht und verletzt wird, vertuscht und verharmlost man hier politisch korrekt, den amerikanischen Angriff auf Deutsche Bürger. Wird Merkel persönlich betroffen, glüht das rote Telefon.
Man muss sich immer wieder fragen, mit was für geistigen Tieffliegern man den Deutschen Bundestag füllt. Wenn jemand dieser Schwachmaten glaubt, dass ausgerechnet in dieser Geschichte die Wahrheit seitens der Amerikaner zugegeben wird, hat entweder zu viele Hollywoodfilme gesehen, oder stellt sich wissentlich auf ihre Seite.
Ich kann hier nur sagen, „Dumm, dümmer, Deutschland“.

aerzer

24.10.2013, 13:54 Uhr

In den vergangenen Jahrzehnten war es bei so einer massiven Spionageaffäre üblich, dass man zurücktrat. Das gilt auch für Merkel und den Affärenbeender Pofalla, was sich als falsch bestätigte. Wo bleibt das Rückgrat dieser Politiker dem ausspionierten Volk gegenüber??? Ob bewusst oder unbewusst, der Skandal fordert die Köpfe. Und Meineid muss rechtlich verfolgt werden.

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