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04.07.2015

19:35 Uhr

Neue AfD-Chefin

Petrys schwierige Mission

Frauke Petry wurde mit fast 60 Prozent zur neuen AfD-Chefin gewählt. Nach ihrem Sieg über Parteigründer Bernd Lucke kämpft sie nun um den Zusammenhalt der nach rechts gerückten Partei. Ein Kommentar von Donata Riedel.

Die neu gewählte AfD-Vorsitzende Frauke Petry: Jetzt-geht’s-los-Stimmung des rechten Flügels. dpa

Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD)

Die neu gewählte AfD-Vorsitzende Frauke Petry: Jetzt-geht’s-los-Stimmung des rechten Flügels.

Die ersten Sätze von Frauke Petry nach ihrem eindeutigen Wahlsieg über Bernd Lucke sollten ein Zeichen der Versöhnung sein: Sie wolle die AfD nicht nach rechts rücken. Die AfD solle eine liberalkonservative Partei bleiben.

Und sie hoffe, dass alle, die sie nicht gewählt hatten, in der Partei aktiv bleiben würden. Jedoch: Das Friedensangebot der neuen Parteichefin vom nationalkonservativen Flügel an die Wirtschaftsliberalen um Lucke zündete jedoch vor allem in ihrem eigenen Lager nicht: Es wollte seinen Sieg auskosten. Für das Amt des stellvertretenden Parteichefs schlugen Petry-Fans einen Rechtsaußen nach dem anderen vor, während Petry selbst versuchte, Joachim Starbatty vom liberalen Flügel als Stellvertreter-Kandidaten zu gewinnen. Angesichts der Jetzt-geht’s-los-Stimmung des rechten Flügels mochte sich Starbatty nicht zur Kandidatur überwinden.

AfD-Parteitag: Petry gewinnt mit 60 Prozent gegen Lucke

AfD-Parteitag

Petry gewinnt mit 60 Prozent gegen Lucke

Überraschung beim AfD-Parteitag: Die Delegierten wählten schon am Samstag und entschieden sich für Frauke Petry. Die 40-Jährige ist damit alleinige Vorsitzende der Alternative für Deutschland. Bernd Lucke ist abgewählt.

Das zeigt zum einen: Die AfD ist sehr wohl klar nach rechts gerückt. Und Petry wird in den nächsten Tagen viel tun müssen, den Lucke-Flügel von der Abspaltung abzuhalten. Sein Verein „Weckruf“, in dem er seit Wochen seine im Dauerstreit zermürbten Getreuen sammelte, hat schon jetzt eine Satzung, die sich wie das Gründungsdokument für eine neue Partei liest: Dazu würden wenige redaktionelle Änderungen reichen. Alleine aber dürfte weder eine rechte AfD-Rumpfpartei noch der Weckruf die Fünf-Prozent-Hürde in den nächsten Wahlen nehmen.

Dabei macht es sich zu einfach, wer im liberalen Flügel nun den Verlust der innerparteilichen Macht als Ergebnis einer Intrige der ostdeutschen Landesverbände und des rechten NRW-Verbandes von Markus Pretzell interpretiert. Bernd Lucke jedenfalls hat erheblich zu seiner Niederlage beigetragen: Nachdem er Ende Januar auf dem Bremer Parteitag noch als designierter alleiniger Parteichef der AfD dastand, verspielte er diesen Erfolg in den Wochen danach, indem er gerade nicht auf die Verlierer zuging. Als arrogant und autoritär nahmen durchaus auch Mitstreiter seines eigenen Flügels seinen Führungsstil wahr. Die Zuspitzung auf das Wir oder Die hat Lucke so maßgeblich befördert: Anders als Petry schloss Lucke die Zusammenarbeit mit seiner Kontrahentin seit Wochen aus.

Nach der Entscheidung im Duell der Flügel steht die AfD jetzt näher an der Spaltung denn je. Für Frauke Petry könnte sich ihr fulminanter Sieg noch als Pyrrhus-Sieg erweisen.

Von

dri

Kommentare (5)

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Herr S. B.

06.07.2015, 08:22 Uhr

Na endlich - schwere Geburt: NPD 2.0

Reiner Blumenhagen

06.07.2015, 09:04 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr S. B.

06.07.2015, 09:44 Uhr

.... sagt jetzt nicht mehr nur der Angler.

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