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22.11.2013

09:32 Uhr

Neue Daten

Gute Binnenkonjunktur rettet das deutsche Wachstum

„Das sind gute Nachrichten für Europa“: Zumindest die deutsche Binnenkonjunktur macht der Wirtschaft weiter Freude – und bleibt auf Wachstumskurs. Auch die Bauinvestitionen steigen deutlich.

Für Wachstum sorgten vor allem die Unternehmen. Sie gaben 0,5 Prozent mehr für Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge aus. dpa

Für Wachstum sorgten vor allem die Unternehmen. Sie gaben 0,5 Prozent mehr für Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge aus.

BerlinAusgerechnet die international als zu schwach kritisierte Binnennachfrage hält die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September vor allem wegen anziehender Investitionen um 0,3 Prozent im Vergleich Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Im Frühjahr gab es - begünstigt durch Nachholeffekte nach dem langen Winter - allerdings noch ein Plus von 0,7 Prozent.

Die Ausfuhren wuchsen in den Sommermonaten wegen der schwächelnden Weltwirtschaft nur noch um 0,1 Prozent, während die Importe dank der robusten Binnenkonjunktur um 0,8 Prozent zulegten. Dadurch bremste der Außenhandel das Wachstum deutlich. Deutschland steht derzeit wegen seiner Exportstärke und Importschwäche am Pranger. „Die jüngste Kritik am deutschen Wachstumsmodell schaut ein bisschen aus wie Weinen über vergossene Milch“, sagte ING-Ökonomen Carsten Brzeski angesichts der besseren Binnennachfrage. „Die oft geforderte Neuausrichtung der Wirtschaft ist bereits im Gange.“ Die EU-Kommission untersucht, ob die Bundesrepublik nicht eine Mitschuld am enormen Gefälle in der Euro-Zone trifft - indem sie mit ihrer Exportschwemme den anderen Ländern das Leben erschwert und gleichzeitig zu wenig aus diesen Staaten importiert.

Auch die privaten Konsumausgaben legten mit 0,1 Prozent nur minimal zu. „Möglicherweise hat hier die Diskussion um Steuererhöhungen vor den Bundestagswahlen die Verbraucher verunsichert“, sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. „Das dürfte aber nur eine Delle sein.“ Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und niedrige Inflation sollten den Konsum bald wieder ankurbeln. „Auch künftig dürften die Importe schneller wachsen als die Exporte, was den Überschuss in der Leistungsbilanz schrumpfen lässt“, sagte Schulz. „Das sind auch gute Nachrichten für Europa.“

Für Wachstum sorgten vor allem die Unternehmen. Sie gaben 0,5 Prozent mehr für Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge aus. Die Bauausgaben zogen sogar um 2,4 Prozent an und damit so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. „Die niedrigen Zinsen überzeugen sowohl die Unternehmen als auch die Haushalte, mehr zu investieren - zumal auch die Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone zurückgeht“, sagte Ökonom Schulz. Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben um 0,5 Prozent.

Für das laufende vierte Quartal rechnet das Bundeswirtschaftsministerium mit einem Wachstum "von knapp einem halben Prozent". Trotzdem wird es den Wirtschaftsweisen zufolge im Gesamtjahr nur zu einem Plus von 0,4 Prozent reichen. 2014 sollen es dann 1,6 Prozent sein.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.11.2013, 21:37 Uhr

Ist das Ihr Ernst, dieses mickrige Wachstum von 0,3 - 0,4% als gute Konjunktur zu bezeichnen?

Account gelöscht!

25.11.2013, 12:38 Uhr

Man kann die deutsche Journaille in Bezug auf die Meldungen zur Binnenkonjunktur wirklich nicht mehr ernst nehmen.

Wer angesichts der saisonbereinigten Zahlen der deutschen Bundesbank noch von einer robusten Binnenkonjunktur faselt, der will seine Leser täuschen.

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