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28.02.2013

13:31 Uhr

Neue Ermittlungspanne

Geheimnisvolle Adressliste schockiert NSU-Ausschuss

Überraschenderweise ist im Untersuchungsausschuss des Bundestages eine zweite Liste mit Adressen und Telefonnummern aufgetaucht. Wie die erste Liste stammt diese auch aus einer Neonazi-Garage.

Sitzung des Bundestags-Untersuchungsausschusses zu den Morden der rechtsextremen Terrorzelle NSU. Eine zweite Liste ist aufgetaucht. dpa

Sitzung des Bundestags-Untersuchungsausschusses zu den Morden der rechtsextremen Terrorzelle NSU. Eine zweite Liste ist aufgetaucht.

BerlinIm Untersuchungsausschuss des Bundestages zum rechtsterroristischen NSU-Trio ist überraschend eine zweite Liste mit Adressen und Telefonnummern aufgetaucht. Sie stammt ebenso wie eine erste, bereits bekannte Liste, aus einer von den Neonazis genutzten Garage in Jena und wurde dort im Januar 1998 entdeckt, berichteten Mitglieder des Ausschusses am Donnerstag in Berlin.

SPD-Ausschussmitglied Eva Högl sagte, sie sei „einigermaßen schockiert“, dass das Bundeskriminalamt BKA diese Liste bisher nicht an den Ausschuss weitergeleitet habe. Der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Wieland sprach von einem „Kommunikationsdesaster“ innerhalb des BKA.

Die mutmaßlichen Mitglieder des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) - Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - waren 1998 untergetaucht. Die Adressen hätten die Ermittler rechtzeitig auf die Spur des Trios bringen können, wurden aber offensichtlich nicht ausgewertet. Die drei Neonazis, von denen nur noch Zschäpe lebt, sollen zwischen 2000 und 2007 zehn Morde begangen haben. Erst im November 2011 flog die Bande auf.

Von

dpa

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