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05.10.2013

13:32 Uhr

Neue Finanzierung

Barmer-Chef fordert Gesundheitsreform

Barmer-Chef Christoph Straub verlangt von der neuen Regierung ein flexibleres Gesundheitssystem: Das jetzige sei schließlich nur als Übergangsregelung gedacht. So fordert er nun eine umfassende Gesundheitsreform.

Barmer GEK: Forderung der größten deutschen Krankenkasse nach einer umfassenden Reform. dpa

Barmer GEK: Forderung der größten deutschen Krankenkasse nach einer umfassenden Reform.

BerlinDer Chef der Barmer-GEK, Christoph Straub, hat von der neuen Bundesregierung eine umfassende Gesundheitsreform gefordert. „Der Gesundheitsfonds in der jetzigen Form war von der letzten großen Koalition als Übergangsregelung gedacht“, sagte der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Krankenkasse der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe). „Das hat sich so nicht bewährt und muss neu strukturiert werden.“ Straub verlangte, dass das System flexibler gestaltet werden müsse. „Dazu gehört mehr Wettbewerb, und dafür müssen die Kassen ihren Beitrag wieder selber festlegen können“, sagte er. „Wir brauchen mehr Beitragsautonomie, auch wenn der Gesundheitsfonds erhalten bleibt. Der Zusatzbeitrag ist jedenfalls gescheitert und gehört abgeschafft.“ Der Gesundheitsfonds ist ein Pool, in dem die Kassenbeiträge und die Steuerzuschüsse gesammelt und von dort an die Kassen verteilt werden.

Neben der Neuordnung der Finanzierung im Gesundheitssystem mahnte Straub eine umfassende Pflege- und Klinikreform an. Als einen Grund nannte er eine hohe Zahl unnützer Operationen. Hinzu komme die schwindende ärztliche Versorgung im ländlichen Raum.

Eine Betragserhöhung verlangte Straub angesichts der Rekordrücklagen der Kassen in Höhe von rund 29 Milliarden Euro nicht. „Aber die Rücklagen werden schon 2014 enorm schrumpfen“, sagte der Barmer-Chef voraus. „So viele Beschäftigte wie selten zahlen jetzt Kassenbeitrag, das wird nicht so bleiben.“ Zudem stünden Mehrausgaben an, weil Kliniken, Ärzte und Apotheken mehr Geld erhielten und bei Arzneien die Zwangsrabatte der Pharmaindustrie endeten. „Das muss alles finanziert werden“, sagte Straub.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

05.10.2013, 13:55 Uhr

Ich fordere sofort, die viel zu vielen Krankenkassen auf maximal vier zu beschränken, denn mehr benötigt dieses Land nicht. Nur so kann Wettbewerb entstehen. Besser wäre nur eine Krankenkasse für alle.

Account gelöscht!

05.10.2013, 14:16 Uhr

@ W.Fischer,
das wird alleine daran scheitern, da zu viele Vorstände, heute auf Kosten der Mitglieder, dann ohne Einkünfte leben müssten.
Auch dem Gesetzgeber sollte nichts in dieser Richtung zugetraut werden, sind doch alle maßgeblichen Politiker privat versichert, haben also mit einer echten Solidargemeinschaft nichts am Hut.

Alex

05.10.2013, 14:57 Uhr

Bitte die Preisstufen dringend reformieren. Wenn Rösler’s Gesundheitsreform zustandegekommen waere haette sich ein KK-Beitrag von maximal 60 Euro im Monat ergeben, stattdessen zahle ich 154 pro Monat obwohl ich keine Medikamente brauche und mich kaum mehr als 1, 2 mal im Jahr ein Arzt sieht.

Wieso wird nicht auch fuer die gesetzliche KK ein guenstiger Basistarif eingefuehrt der wirklich nur das Allernoetigste abdeckt fuer Leute die eigenverantwortlich mit ihrer Gesundheit umgehen, keine riskanten Sportarten ausfuehren, bereit sind einen hoeheren Eigenanteil zu zahlen etc?

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