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25.05.2011

08:21 Uhr

Neue Initiative

Bund soll Therapien für Missbrauchte bezahlen

Opfer sexuellen Missbrauchs sollen künftig Entschädigungen erhalten. Bis zu 50.000 Euro sind für Missbrauchsfälle denkbar, zudem soll der Bund Therapien finanziell unterstützen.

Tatort Kinderzimmer: Der Bund soll künftig Missbrauchsopfer finanziell unterstützen, damit traumatische Erlebnisse verarbeitet werden können. Quelle: dpa

Tatort Kinderzimmer: Der Bund soll künftig Missbrauchsopfer finanziell unterstützen, damit traumatische Erlebnisse verarbeitet werden können.

BerlinHoffnung für sexuell missbrauchte Menschen, die bislang oft auf ihren Kosten sitzenbleiben: Die Bundesbeauftragte für Missbrauchsfälle, Christine Bergmann, hat den Beratungseinrichtungen empfohlen, auf freiwilliger Basis Entschädigungen zu zahlen. Sie nannte keine konkreten Summen: Die Entschädigung solle sich an dem gerichtlich erzielbaren Schmerzensgeld zum Zeitpunkt des Missbrauchs orientieren. Dies können theoretisch bis zu 50.000 Euro sein.

Die betroffenen Institutionen sollten zumindest Kosten für Therapien erstatten, die nicht von anderen Trägern wie Krankenkassen übernommen werden. Der Bund soll für Therapiekosten der Opfer aufkommen, die in Familien missbraucht wurden. Ein unabhängiges Gremium („Clearing-Stelle“) soll über die Anträge von Betroffenen entscheiden.

In der Bundesregierung wird derweil ein Erhalt der Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs unterstützt. Justizministerin Sabine Leutheusser Schnarrenberger (FDP) versprach in der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich werde mich innerhalb der Bundesregierung für eine Fortführung der Arbeit der Anlaufstelle einsetzen.“ Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte der „Rheinischen Post“: „Die Anlaufstelle hat großartige Arbeit geleistet und den Opfern wichtige Hilfestellung angeboten. Deshalb spricht vieles dafür, dass sie ihre Arbeit fortsetzen sollte.“

Von

dpa

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