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01.07.2014

11:32 Uhr

Neue Leistungen

Rentenpaket und höhere Altersbezüge in Kraft

Höhere Mutterrente und Rente ab 63: Das teuerste Vorhaben der großen Koalition ist ab heute in Kraft. Zusätzlich steigen die Bezüge für Rentner. Doch noch wird es bei der Umsetzung der Reform Startschwierigkeiten geben.

Andreas Nahles' Rentenpaket ist ab Dienstag in Kraft. Demnach soll es eine abschlagfreie Rente und höhere Abzüge für Mütter geben. dpa

Andreas Nahles' Rentenpaket ist ab Dienstag in Kraft. Demnach soll es eine abschlagfreie Rente und höhere Abzüge für Mütter geben.

BerlinDas Rentenpaket der schwarz-roten Koalition ist in Kraft. Es enthält die sogenannte abschlagsfreie Rente ab 63: Danach können Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben, schon mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963.

Zugleich werden die Renten von Müttern angehoben, die ihre Kinder vor 1992 zur Welt gebracht haben. Begünstigt sind etwa 9,5 Millionen Frauen. Damit werden die Kindererziehungszeiten in der Rente besser honoriert.

Die höhere Mütterrente kann allerdings nicht vor August ausgezahlt werden. „Bei den 9,5 Millionen Müttern, die bereits eine Rente erhalten, brauchen wir wegen der hohen Zahl der Betroffenen Zeit, um die Reform umzusetzen“, sagte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Axel Reimann, der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

Das Rentenpaket der Großen Koalition

Mütterrente

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind sind das ab 1. Juli brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen und gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Frauen mit jüngeren Kindern sind bei der Mütterrente aber immer noch bessergestellt.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, aber nicht in den letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Das soll eine Welle von Frühverrentungen verhindern. Selbständige, die in ihrem Berufsleben mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse entrichtet haben und danach freiwillig weiterversichert blieben, sollen ebenfalls ab 63 eine abschlagfreie Frührente beziehen können. Das kommt vor allem Handwerkern zugute.

Erwerbsminderungsrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll brutto bis zu 40 Euro mehr Rente bekommen. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten.

Reha-Leistungen

Um Frühverrentungen aus gesundheitlichen Gründen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert – also schrittweise erhöht – werden.

Die Umsetzung erfordere „erhebliche Programmierarbeiten“ und führe vorübergehend zu einem deutlichen Mehraufwand. Die Bescheide mit den höheren Rentenzahlungen werden nach Auskunft der Rentenversicherung ab August verschickt. Spätestens Ende des Jahres sollen alle Berechtigten die höhere Rente, die rückwirkend zum Stichtag 1. Juli ausgezahlt wird, erstmals auf dem Konto haben.

Zudem gibt es für die 20,5 Millionen Rentner mehr Geld: Im Osten werden die Altersbezüge um 2,53 Prozent angehoben, im Westen um 1,67 Prozent. Bei einer Monatsrente von 800 Euro führt das zu einem Aufschlag von brutto 20,24 Euro im Osten und 13,36 Euro im Westen.

Von

dpa

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