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05.07.2011

06:01 Uhr

Neue Milliarden für Athen

Deutschland zahlt den Löwenanteil

8,7 Milliarden Euro beträgt die jüngste Hilfstranche für das hochverschuldete Griechenland. Gestemmt wird die Zahlung dabei vor allem von einem Staat: Deutschland. Denn 5,05 Milliarden stellt allein die KfW Bank.

Deutschland ist der größte Finanzier der jüngsten Kredittranche. Quelle: dapd

Deutschland ist der größte Finanzier der jüngsten Kredittranche.

Brüssel/Berlin/Athen Deutschland zahlt einem Medienbericht zufolge einen Großteil der jüngsten Hilfstranche für das hoch verschuldete Griechenland. Die KfW stelle 5,05 Milliarden Euro bereit, berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Damit übernehme Deutschland mehr als die Hälfte der von den Euro-Ländern zu leistenden Hilfen von 8,7 Milliarden Euro. Die höhere Beteiligung Deutschlands kommt nach Informationen der Zeitung dadurch zustande, dass Deutschland bisher bei seinen Gesamthilfen unter dem vereinbarten Anteil von rund 28 Prozent liegt. 

Insgesamt soll Griechenland bis Mitte des Monats von den Euro-Staaten und Internationalem Währungsfonds (IWF) zwölf Milliarden Euro erhalten. Neben den 8,7 Milliarden Euro der Europäer, entfallen 3,3 Milliarden Euro auf den IWF. Insgesamt summieren sich die bisherigen Hilfen damit auf 65 Milliarden Euro. 

Der Rettungsplan von Europäern und IWF läuft seit Mai 2010. Griechenland war damit als erstes an den internationalen Finanztropf gekommen; später folgten Irland (85 Milliarden Euro) und Portugal (78 Milliarden Euro).

Flüssig bis zum Herbst 

Mit dem neuen Kredit dürfte Griechenland bis zum Herbst über die Runden kommen, hieß es in Brüssel. In Athen forderte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos von seinen Landsleuten: „Nun kommt es darauf an, dass die Sparbeschlüsse des griechischen Parlaments rechtzeitig und wirkungsvoll in die Tat umgesetzt werden.“ Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rief die Griechen auf, die am Donnerstag endgültig beschlossenen Maßnahmen zügig umzusetzen. 

Der Umfang und die Bedingungen zur Einbeziehung von Banken und Versicherungen in das neue Paket sollten in den „kommenden Wochen“ festgelegt werden, hieß es in einer Erklärung der Minister. Eine europaweite Lösung für die freiwillige Laufzeitverlängerung ist kompliziert.

Beteiligung privater Institute 

Die privaten Banken und Versicherer aus Deutschland wollen sich mit zwei Milliarden Euro daran beteiligen. Bis 2014 fällige Anleihen sollen erneut in Griechenland investiert werden. Die staatlichen Abwicklungsbanken der HRE und WestLB sollen nach Schäubles Angaben weitere 1,2 Milliarden Euro beisteuern. Zu der Unterstützung Griechenlands gebe es für die Europäer keine Alternative, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann dem „Spiegel“. „Sich auf einen Plan B einzulassen, bedeutet, sich eine Kapuze aufzusetzen und mit 200 Stundenkilometern auf der Autobahn zu fahren.“ Eine Insolvenz Griechenlands hätte größere Auswirkungen als die Pleite der US-Bank Lehman, warnte er. Der Beitrag anderer europäischer Banken und Versicherer ist noch offen.

Erzwungene Kurskorrektur 

Schuldensünder Griechenland wird nach Einschätzung von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker einen Teil seiner Souveränität verlieren. „Es ist wahr, die Souveränität der Griechen wird massiv eingeschränkt“, sagte Luxemburgs Premier dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Griechenland habe jahrelang vom Euro profitiert. „Es hat durch eigenes Verschulden einige Dinge ins Rutschen gebracht. Und wenn man die jetzt wieder mit vereinten Kräften in Ordnung bringt, müssen die Griechen auch verstehen, dass eine kollektive Antwort nötig ist“, fügte Juncker hinzu. „Wir zwingen die griechische Politik mit deren Einverständnis zu einer totalen Kurskorrektur.“ Schäuble forderte zur Stärkung der griechischen Wirtschaft eine Art europäischen Marshallplan. „Entscheidend ist, dass Europa stärker als bisher bereit sein muss, Griechenland dabei zu unterstützen, Wachstum zu generieren.“ Hier lägen auch „beträchtliche Aufgaben und Chancen für die deutsche Wirtschaft.“ Nach Überzeugung der deutschen Industrie benötigt das Land ein langfristiges Investitionsprogramm. 

Die polnische Regierung macht sich vor diesem Hintergrund für einen verfeinerten Werkzeugkasten für Hilfen zugunsten angeschlagener Mitgliedsstaaten stark. Die Mechanismen, die für Griechenland, Irland und Portugal geschaffen wurden, müssten noch verbessert werden, sagte der Finanzminister Jacek Rostowski, der am 1. Juli den Vorsitz über den Rat aller EU-Finanzminister übernommen hat.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

05.07.2011, 09:32 Uhr

(leider) wieder einmal ein absolut inhaltloser und rein populistischer artikel vom hb bzw. unrecherchiert übernommen vom käseblatt bild.de.
es ist doch völlig logisch und nachvollziehbar, denn schließlich ist deutschland bei den hilfen bis jetzt unter seinen festgelegten 27,13% anteil geblieben. so einfach ist das.

Account gelöscht!

05.07.2011, 10:55 Uhr

Es scheint ja so zu sein, als machen unsere Volks(ver)treter immer so weiter. Unser Land geht langsam aber sicher vor die Hunde und wir schmeissen das Geld den anderen, die schon pleite sind, hinterher. Einfach nur traurig. Wie soll ich das später meinen Kindern erklären? Wenn schon Deutschland und das Bundesverfassungsgericht nichts dagegen tut, so hoffe ich, dass sich in anderen europäischen Ländern der Wiederstand formiert und dagegen abstimmt, um diesem Schwachsinn endlich ein Ende zu bereiten.

Petition gegen den ESM: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

bommel

05.07.2011, 11:01 Uhr

ach daytrader, mach dich nicht fertig deswegen. auch du wirst letztendlich bald pleite sein. zähl noch mal schnell deine moneten auf dem konto, denn bald werden die nix mehr wert sein, da merkel und co. schon plan b bereit haben;-)ich kann wenigstens beruhigt schlafen, denn ich habe schon die richtigen vorkehrungen getroffen, wenns bald knallt.

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