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18.12.2014

17:56 Uhr

Neue Mission

Bundeswehr bleibt mit 850 Soldaten in Afghanistan

Der verlustreichste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr geht zu Ende. Aber eine neue Mission in Afghanistan schließt sich an. Es bleibt gefährlich, die Sicherheitslage ist verheerend.

Bundeswehrsoldaten bleiben auch weiterhin im Krisenland Afghanistan. dpa

Bundeswehrsoldaten bleiben auch weiterhin im Krisenland Afghanistan.

BerlinAuch nach dem Ende ihres 13-jährigen Kampfeinsatzes in Afghanistan bleibt die Bundeswehr mit bis zu 850 Soldaten in dem Krisenland. Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit 79,8 Prozent der abgegebenen Stimmen die deutsche Beteiligung an der neuen Ausbildungsmission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung). Zum Jahreswechsel ersetzt sie den Nato-Kampfeinsatz Isaf, an dem sich zeitweise mehr als 5000 deutsche Soldaten beteiligt hatten.

Gefährlich bleibt es für die Bundeswehr trotzdem. Ihre Hauptaufgabe wird zwar die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte sein. Die deutschen Soldaten sollen aber auch für die Sicherung, den Schutz und die Evakuierung militärischer und ziviler Kräfte eingesetzt werden können. Dafür sollen auch Spezialkräfte bereit stehen.

„Es ist kein Kampfeinsatz mehr“, betonte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) aber. Der Linken-Politiker Jan van Aken nannte das eine Lüge. Seine Fraktion lehnte den Einsatz ebenso ab wie die Mehrheit der Grünen-Abgeordneten.

Die Mängelliste der Bundeswehr

Kampfhubschrauber

Von den 31 TIGER-Kampfhubschraubern stehen dem Heer derzeit nur 10 zur Verfügung

Transporthubschrauber

Nur 8 von 33 NH90-Transporthubschrauber sind aktuell einsatzbereit

Kampfjets

Der sogenannte Buchbestand an EUROFIGHTER-Kampfjets liegt bei 109, davon sind theoretisch 74 verfügbar, aber nur 42 einsatzbereit.

Marine

Bei der Hubschrauberflotte der Marine sieht es besonders düster aus. Nur 3 von 15 Hubschraubern des Typs SEA KING könnten derzeit abheben. Bei den SEA LYNX sind es 4 von 18.

Fahrzeuge

Bei allem, was Räder hat, sieht es besser aus. Von den 180 gepanzerten BOXER-Transportfahrzeugen könnten aktuell nur 70 in einen Einsatz geschickt werden.

Der Grünen-Politiker Tom Koenigs sagte, er glaube nicht, dass der neue Einsatz die Sicherheit in Afghanistan verbessern werde. Alleine in diesem Jahr wurden bis Mitte November rund 6000 afghanische Sicherheitskräfte und rund 3000 Zivilisten in dem Konflikt mit den radikalislamischen Taliban getötet.

An dem neuen Nato-Einsatz werden insgesamt etwa 12 000 Soldaten aus 40 Ländern teilnehmen. Die Bundeswehr wird wieder eine Führungsaufgabe in Nordafghanistan haben, wo sie weiter das Feldlager in Masar-i-Scharif betreibt. 200 der 850 deutschen Soldaten werden in der Hauptstadt Kabul stationiert sein. Das Mandat ist auf ein Jahr begrenzt. Der Einsatz soll aber mindestens zwei Jahre dauern.

55 Soldaten ließen in dem bisher gefährlichsten Einsatz der Bundeswehr ihr Leben, 35 davon wurden bei Anschlägen oder in Gefechten getötet. Der Kommandeur der deutschen Soldaten in Afghanistan hält es für möglich, dass es auch künftig Todesfälle geben werde. „Es ist Teil unseres Berufes, dass so etwas passieren kann. Und darüber sind wir uns auch bewusst“, sagte Brigadegeneral Harald Gante der Deutschen Presse-Agentur.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Vittorio Queri

18.12.2014, 19:15 Uhr

>> Bundeswehr bleibt mit 850 Soldaten in Afghanistan ||

Und das wird uns weiterhin jährlich 500 Mio. € Kosten !

Account gelöscht!

18.12.2014, 19:40 Uhr

Letztlich ist es das ganz profane Mitleid mit den Menschen in Regionen wie Afghanistan, was dazu bewegt, dort tätlich helfen zu wollen.

Das geht oft schief, kostet viel Geld, Material und Menschenleben. Dennoch ist es zu einem gewissen Grade befriedigend.

Man muß es sich leisten wollen und können. Noch können wir. Das aber kann sich ändern.

Herr Vittorio Queri

18.12.2014, 19:49 Uhr

@ Herr Cal Andersen

>> Man muß es sich leisten wollen und können. Noch können wir >>

Klar doch, bei 2,2 Bio. € Schulden, fast 20 Mio. Minijoblern, kaputten Strassen , verarmten Rentnern und unterernährten Kindern !

Sie können es, Ihnen mach das nichts aus ! Und Afrika ist auch noch groß !

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