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26.01.2010

09:45 Uhr

Neue Partei-Doppelspitze

Linke wagt mit zwei Lafontainianern den Neuanfang

Die Linkspartei wird wohl künftig von einer einer Doppelspitze angeführt. Nachdem BundestagsFraktionschef Gregor Gysi nicht bereit gewesen ist, allein die Parteiführung zu übernehmen, werden demnach die beiden Politiker Klaus Ernst und Gesine Lötzsch den Parteivorsitz unter sich aufteilen.

Quelle: dpa

HB BERLIN. Wenige Tage nach dem Rückzug von Parteichef Oskar Lafontaine hat sich die Linkspartei auf eine neue Führungsspitze geeinigt. Wie aus Parteikreisen verlautete, sollen die stellvertretende Bundestags- Fraktionsvorsitzende Gesine Lötzsch und der bisherige Linke-Vizechef Klaus Ernst beim Parteitag Mitte Mai in Rostock für den Parteivorsitz kandidieren. Die beiden sind die Wunschkandidaten des scheidenden Lafontaine.

Die andere diskutierte Variante - dass Fraktionschef Gregor Gysi allein den Bundesvorsitz übernimmt - war verworfen worden, weil der 62-Jährige hierzu nicht bereit gewesen sei. Die Partei soll zudem auch erstmals zwei Bundesgeschäftsführer bekommen. Die Parteigremien einigten sich am frühen Dienstagmorgen nach dpa-Informationen darauf, dass der aus Hessen stammende Fraktionsvize Werner Dreibus und die sächsische Bundestagsabgeordnete Caren Lay neue Bundesgeschäftsführer werden. Neuer Schatzmeister soll der Bundestagsabgeordnete Raju Sharma aus Schleswig-Holstein werden.

Kommentar: Lafontaine-Abgang mündet in rotes Leipziger Allerlei

Die Doppel-Führungsspitze bei der 2007 gegründeten Partei war bisher als Übergangslösung zur Vereinigung der Ost- und Westteile der Linkspartei gedacht und sollte 2010 auslaufen. Mit einer Zwei- Drittel-Mehrheit könnte der Parteitag eine Satzungsänderung für eine Beibehaltung der Doppelspitze beschließen.

Ein Parteisprecher wollte das neue Personaltableau zunächst nicht bestätigen und verwies auf eine Pressekonferenz am Mittag (12.00) mit Fraktionschef Gysi. Der an Krebs erkrankte Parteichef Lafontaine und sein Co-Vorsitzender Lothar Bisky wollen in Rostock ebenso wie Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, dem Illoyalität gegenüber Lafontaine vorgeworfen worden war, und Bundesschatzmeister Karl Holluba nicht mehr kandidieren. Die Parteigremien und die Landesverbände hatten darauf gedrungen, eine „Gesamtarchitektur“ für die neue Parteiführung zu erstellen.

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