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12.12.2011

19:42 Uhr

Neue Partei vom Tisch

CDU-Konservative gründen Außenseiterkreis

VonBarbara Gillmann, Donata Riedel

Eine neue Partei rechts der CDU wird es wohl doch nicht geben. Statt aus der „Unionsfamilie“ auszutreten wollen sich die Kritiker zusammentun und dafür sorgen, dass sich die Wahlergebnisse der Partei wieder bessern.

Wolfgang Bosbach wird zum Berliner Kreis gehören. dapd

Wolfgang Bosbach wird zum Berliner Kreis gehören.

BerlinEine neue konservative Partei neben der CDU wird es wohl doch nicht geben. Abgewunken haben offenbar einige, die als potenzielle Unterstützer einer Partei der Euro-Gegner galten, die der frühere oberste Industrielobbyist Hans-Olaf Henkel immer wieder ins Spiel gebracht hatte. Friedrich Merz zum Beispiel. Für solch eine Neugründung steht der frühere Unionsfraktionschef nicht zur Verfügung.

Um ganz sicherzugehen, teilte Merz dies Hans-Olaf Henkel auch schriftlich mit: "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie meinen Namen im Zusammenhang mit einer Neugründung einer Partei möglichst nicht weiter nennen würden", zitiert das Magazin "Focus" aus einem Schreiben von Merz an den früheren Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Henkel.

Henkel ist vor allem als Autor und Euro-kritischer Gast in Talkshows aktiv. Er hat wiederholt laut über die Gründung einer neuen Partei nachgedacht, falls der FDP-Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung scheitern sollte. Merz schrieb an Henkel, er halte die Gründung einer Partei für "schädlich" und teile auch seine Vorstellungen zur Euro-Zone nicht. Am Donnerstag stellt sich der neue Kreis der CDU vor.

Der Fraktionsvorsitzende der hessischen CDU, Christean Wagner. dpa

Der Fraktionsvorsitzende der hessischen CDU, Christean Wagner.

Es gab noch ein paar andere, die für die neue Partei gehandelt wurden. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach, gehörte dazu, der als Rettungsschirm-Kritiker von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hart angegangen worden war mit den Worten: "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen." Oder der frühere hessische Justizminister Christean Wagner.

Wenn man den neuesten Vorstoß der Herren aber richtig interpretiert, scheint das passé. Denn die von Merkels Modernisierungskurs enttäuschten Konservativen und die Euro-Kritiker in der CDU haben ein neues Forum kreiert. An diesem Donnerstag stellt sich offiziell der neue "Berliner Kreis" um den hessischen Fraktionschef Christean Wagner vor.

Kommentare (13)

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berti

12.12.2011, 19:55 Uhr

Wen interessiert die Mutti-Partei?

Radek

12.12.2011, 20:10 Uhr

Wie man "Mutti" Wähler zuführen will und warum überhaupt, bleibt rätselhaft, ob man sich nun "trifft" oder nicht.
Dieser CDU-Zirkel ist völlig uninteressant und wird es auch bleiben.

Oelblase

12.12.2011, 20:11 Uhr

@berti

Wenn wir Pech haben, dann ist es bald die Gutti-Partei, wenn Mutti genug von Politik hat.

Dass in der CDU gegen den Rettungswahn sich Widerstand formiert finde ich aber sehr begrüßenswert. Was besseres kann derzeit Deutschland kaum passieren, so dass Mutti unser Geld nicht auf den Kopf hauen kann. So kriegen auch die EU-Parasiten auf den Insel ihr Fett weg!

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