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28.01.2010

09:12 Uhr

Neue Pläne

Transrapid-Teststrecke wird zum Batterie-Labor

VonDaniel Delhaes

Trotz der ablehnenden Haltung von Thyssen-Krupp und Siemens, die Versuchsanlage für den Transrapid weiter zu betreiben, hält der Bund an seinen Plänen fest. Im Gespräch ist nun die Idee, auf der Strecke im Emsland Batterien und Energiespeichersysteme zu erforschen. Finanziert würde dies mit Fördermitteln des zweiten Konjunkturpakets, die zur Erforschung von Elektromobilität vorgesehen sind.

Der Bund möchte die Transrapid-Strecke im Emsland gerne weiter betreiben. ap

Der Bund möchte die Transrapid-Strecke im Emsland gerne weiter betreiben.

BERLIN. „Wir sind durch“, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete der Region, Hans-Michael Goldmann, dem Handelsblatt. Seine CDU-Kollegin Gitta Connemann sagte: „Der Bund wird der Versuchsanlage Möglichkeiten eröffnen, sich auch auf neuen Feldern zu beweisen, etwa im Bereich der Elektromobilität.“ Dazu werde Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) neun Mio. Euro bereitstellen. Mit dem Geld soll der Schwebezug, der mit Batterien fährt, bis Ende 2011 seinen Runden drehen.

„Beim Transrapid handelt es sich um eine Hochtechnologie, deren weltweite Marktchancen wir momentan sorgfältig prüfen“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. „Erst dann kann eine endgültige Entscheidung – auch über die Versuchsstrecke in Lathen – fallen.“

Ramsauer stehen aus dem 500 Mio. Euro umfassenden Sonderprogramm 150 Mio. Euro zur Verfügung, davon unter anderem 20 Mio. Euro für den Aufbau eines Batteriezentrums. Unternehmen wie Continental, Volkswagen, Bosch und Opel haben bereits angekündigt, Energiespeicher erforschen zu wollen.

Die Industrie muss sich beteiligen

Wenn in Lathen Batterien erforscht würden, könnte der Bund auf die finanzielle Unterstützung der Transrapidbauer Thyssen-Krupp und Siemens verzichten. Denn selbst Ramsauer ist nur mit industrieller Beteiligung bereit, weitere Steuergelder freizugeben. Allein der Fahrwegbauer Bögl will Weichen testen und sich dazu finanziell beteiligen.

Um das Interesse der Industrie auszuloten, hat das Ministerium jetzt eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie leitet Staatssekretär Rainer Bomba. Gestern gab es bereits ein Treffen mit dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft (IABG) der Versuchsanlage sowie dem Landrat Hermann Bröring (CDU). „Uns war klar, dass die Karten mit der neuen Bundesregierung neu gemischt werden“, sagte er. Bröring hat der Bundesregierung unter anderem angeboten, die Rückbauverpflichtung zu übernehmen. Im Gegenzug würde der Bund die dazu im Haushalt eingestellten Mittel zuweisen. „Dann werden wir die Strecke solange wie erforderlich betreiben können,“ sagt Bröring. Ziel sei es, die rund 50 Arbeitsplätze zu erhalten.

Nach den Plänen der Vorgängerregierung soll die Versuchsanlage im April stillgelegt werden. Ramsauer sowie Politiker der Unions- und FDP-Fraktionen hatten hingegen immer wieder darauf gedrängt, die Anlage weiterzuführen. Ramsauers Haus sieht Chancen, die Technik nach Brasilien zu exportieren. Das Ende der Versuchsanlage sei ein schlechtes Signal im laufenden Ausschreibungsverfahren für die 500 Kilometer langen Strecke von São Paolo nach Rio de Janeiro.

Kommentare (2)

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Ramsauer for President

28.01.2010, 11:36 Uhr

Entschuldigung, lieber Peter Ramsauer, ich habe Sie früher absolut unterschätzt!

Sie entwickeln sich langsam zum fähigsten Mitglied des bundeskabinetts (auch wenn das alleine nicht wirklich schwierig ist).

Machen Sie weiter so!

Gottfried Auer

24.05.2010, 12:24 Uhr

Das Geld lieber für die banken, dort könnte es rückstandslos entsorgt werden. Wozu brauchen wir Arbeitsplätze? brot und Spiele reichen für die spätrömisch dekadenten "bürger"

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