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29.03.2012

08:30 Uhr

Neue Regelung

Gewerkschaften kritisieren Zuzugsregeln für Fachkräfte

IG-Metall-Vorstand Benner greift die geplante Senkung des Mindestgehalts für die Zuwanderung von Fachkräften scharf an. Ein Jahresgehalt von knapp 35.000 Euro sei nicht gerecht, sondern fördere das Lohndumping.

Ein Mann hält eine Trillerpfeife der IG Metall im Mund. dapd

Ein Mann hält eine Trillerpfeife der IG Metall im Mund.

Osnabrück/BerlinDie von der Bundesregierung geplante Senkung des Mindestgehalts für den Zuzug ausländischer Fachkräfte ist aus Sicht der Gewerkschaften realitätsfremd. 34.900 Euro seien kein akzeptables Gehalt für einen Ingenieur oder IT-Spezialisten, sagte IG-Metall-Vorstand Christiane Benner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Nach den Tarifverträgen der IG Metall stehe schon Absolventen frisch von der Hochschule deutlich mehr Geld zu. „Die Bundesregierung missbraucht die Zuwanderungspolitik, um die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und fördert das Dumping bei den Entgelten“, kritisierte Benner.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte der Zeitung: „Der Gesetzentwurf der Bundesregierung ist das Gegenteil der vielbeschworenen Willkommenskultur.“ So könne man keine Spezialisten gewinnen, die woanders viel mehr verdienen könnten. Zumal dann nicht, wenn man sie samt ihren Familien für drei Jahre in Unsicherheit über ihre Chance auf Daueraufenthalt ließe.

Die Fraktionen von Union und FDP haben sich darauf geeinigt, dass künftig zuziehen darf, wer im neuen Job mehr als 44.800 Euro jährlich verdient. Der Aufenthalt ist dann aber zunächst befristet. Bislang galt eine Schwelle von 66.000 Euro, ab der es aber sofort eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung gab. Für Berufe mit vielen offenen Stellen - dazu zählen vor allem Ingenieurberufe - soll die Verdienstschwelle bei rund 34.900 Euro liegen.

Die Fraktionen planen, das Gesetz Ende April/Anfang Mai im Bundestag zu verabschieden. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause in Kraft treten. Das Bundeskabinett hatte Eckpunkte für die neuen Regelungen bereits im Dezember beschlossen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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muunoy

29.03.2012, 08:48 Uhr

Selbstverständlich dient die Verbreitung der Mär vom Fachkräftemangel und die Maßnahmen dagegen ausschließlich dem Lohn-Dumping. Nachdem die Maßnahmen zum Lohndumping in Berufen, die keine hohe Qualifikation erfordern, ja schon recht erfolgreich war, sind nun halt höher qualifizierte Berufe dran. Oder glaubt hier noch irgendwer, die Politiker der Neuen Deutschen Einheitsparte würden die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten? Die Gewerkschaften können jedoch beruhigt sein. Ich erwirtschafte den größten Teil meiner Steuern im außereurop. Ausland und arbeite mit vielen der Experten zusammen, die man anscheinend zum Lohndumping nach Deutschland holen möchte. Dies wird jedoch nicht funktionieren. Diese Leute (insbes. Hochqualifizierte im Arabischen Raum) verdienen schon brutto mehr in ihren Heimatländern. Und wenn diese Leute dann von der exorbitant hohen Abgabenlast in Deutschland erfahren, kommt keiner mehr auf die Idee ins pseudosozialistische Deutschland zu kommen.

Ameliegnom

29.03.2012, 09:21 Uhr

man kann wirklich nur noch den Kopf schütteln, Deutschland bekommt was es gewählt hat. Untergang!

Account gelöscht!

29.03.2012, 10:55 Uhr

Wo kann man denn besser Leben ?

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